AMD und NVIDIA: Konzentration aufs Chipdesign sorgt für Technologievorsprung

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Die Strategie sich frühzeitig auf das Designen neuer Chiptechnologien zu konzentrieren und die Fertigung outzusourcen, zahlt sich für beide Unternehmen aus. (Foto: nVidia / Shutterstock.com)

AMD hat für die ersten 9 Monate herausragende Zahlen vorgelegt und meine hohen Erwartungen nochmals übertroffen.

AMD glänzt mit Rekordergebnis

Der Umsatz legte um 78,1% auf 11,6 Mrd. $ zu. Unterm Strich hat sich der Gewinn auf 1,78 $ je Aktie mehr als verdreifacht. Das sind neue Rekorde. Besonders gut lief es im Endkunden-Geschäft. Hier überzeugte AMD mit seinen Ryzen-Prozessoren und integrierten Hochleistungsgrafikkarten, die vor allem auf die Gaming-Szene abzielen.

Da das semi-professionelle Daddeln voll im Trend liegt, sind neue Wachstumsimpulse praktisch vorprogrammiert. AMD hat es geschafft, technisch am Marktführer Intel vorbeizuziehen und sich gleichzeitig gegen NVIDIA zu behaupten. AMD hat frühzeitig auf die Fremdfertigung gesetzt und selbst nur noch an der (Weiter)-Entwicklung seiner Produkte gearbeitet. Das war genau die richtige Strategie.

AMD erhält Prestige-Aufträge

Und das ist nicht alles: Im professionellen Cloud-Geschäft, das überwiegend durch Amazon, Alphabet und Apple dominiert wird, hat AMD den Zuschlag für wichtige Prestige-Aufträge bekommen. So wurden im 3. Quartal erstmals die CDNA-2-Prozessoren für die benötigten Super-Computer ausgeliefert.

Zudem hat sich die Anzahl der verkauften Epic-Server-CPUs verdoppelt. Aufgrund der breiten Anwendungsfelder zählt das Cloud-Geschäft zu den am schnellsten wachsenden Bereichen im IT-Sektor. AMD wird von diesem Trend überdurchschnittlich profitieren und seine Marktanteile weiter ausbauen können. Die erhöhte Bewertung wird von den Wachstumschancen relativiert.

Unternehmensporträt

Advanced Micro Devices (AMD) ist nach Intel der zweitgrößte Chiphersteller. Der Konzern entwickelt und produziert Mikroprozessoren wie Athlon und Opteron, Chipsätze und Grafiklösungen für die Computer-, Kommunikations- und Endverbraucherbranchen. Die Fertigung wurde an Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ausgelagert.

NVIDIA mit Gewinnsprung

Auch NVIDIA hat für das 1. Halbjahr herausragende Zahlen vorgelegt und meine hohen Erwartungen nochmals übertroffen. Der Umsatz stieg um 75,2% auf 12,2 Mrd. $. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 172,6% auf 1,69 $ je Aktie gelungen.

Der Grafikkarten-Konzern konnte weitere Marktanteile hinzugewinnen und seine Marktführerschaft ausbauen. Mit den neuen Qualitätsgrafikkarten RTX 3080i und 3070 Ti konnten wichtige Wachstumsimpulse erzielt werden. Die Technik von NVIDIA gilt unter professionellen Computer-Spielern als Gold-Standard. Dabei zählt das Daddeln für Geld zu den am schnellsten wachsenden Märkten.

Für NVIDIA ist weiteres Wachstum vorprogrammiert

Zudem nutzen die großen Autobauer Technik von NVIDIA, um autonomes Fahren möglich zu machen. Zuletzt entschied sich AutoX, ein noch junges Unternehmen, das aber zu den Innovationsführern für autonomes Fahren zählt, für das NVIDIA Drive-System. Die gleiche Technik wird auch in Lkws und Trucks von Freightliner, Navistar International, PACCAR und Volvo eingesetzt. Auch in deutschen Autos wird NVIDIA künftig eine noch wichtigere Rolle spielen.

Im Automotive-Sektor wuchs NVIDIA zuletzt um 37%. Noch besser lief es im Bereich der professionellen Visualisierung, wie sie bei Anwendungen von Adobe zum Einsatz kommen. Hier hat sich der Umsatz fast verdreifacht. NVIDIA nimmt in vielen wachsenden Märkten eine Schlüsselrolle ein. Die Konkurrenz ist weit davon entfernt, vergleichbare Qualität anbieten zu können.

Unternehmensporträt

NVIDIA ist weltweiter Marktführer bei 3D-Grafikkarten-Chips. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Grafikkarten-Prozessoren, Chipsätze und zugehörige Software-Produkte für Personalcomputer, Notebooks, Workstations und Spielekonsolen. Die Produkte werden bei Spielen, Industrie-Design und der digitalen Bildbearbeitung verwendet. Hauptkonkurrent ist AMD, aber auch Chipriese Intel droht, den High-End-Grafikprozessormarkt zu betreten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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