Renommierter Aktivist Elliott nimmt Pinterest ins Visier

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Am Freitag wurde die Aktie des sozialen Netzwerkbetreibers Pinterest durch den Einstieg des aktivistischen Hedgefonds Elliot Management regelrecht wachgeküsst. Medienberichten zufolge hat der Hedgefonds über eine Milliarde Dollar in Pinterest investiert. Die Reaktion folgte prompt. Die Pinterest-Papiere schossen kräftig nach oben und gingen mit einem Plus von 16% aus dem Handel.

Fotoplattform mit Netzwerkeffekt

Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit 433 Millionen Menschen (davon nur rund 20% aus den USA) monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Geld verdient Pinterest hauptsächlich über Werbeanzeigen auf der Plattform, insbesondere mit sogenannten Promoted Pins. Hierbei handelt es sich um Kreativbeiträge in dem sozialen Netzwerk, die von Werbetreibenden erstellt worden sind. Produkte oder Dienstleistungen stehen im Fokus, die gegen Geld erworben werden können. Als Plattformbetreiber erhält das soziale Netzwerk beim Verkauf verlinkter Produkte einen Umsatzanteil.

Pinterest weiter auf dem Wachstumspfad

Zum Jahresstart konnte Pinterest zwar weiter wachsen, wenn auch mit nachlassender Dynamik: Die Umsätze kletterten um 18% auf 574 Millionen Dollar in die Höhe. Auffällig waren die rückläufigen Nutzerzahlen: In den USA ging die Zahl der monatlich aktiven Nutzer von 109 auf 94 Millionen (-13%) zurück. International sank die Nutzerzahl um 5,9% auf 220 Millionen, während in Europa monatlich 120 Millionen Kunden auf das Netzwerk zugriffen (-11,7%).

In Summe ergab sich damit im Jahresvergleich ein Minus bei den Nutzerzahlen von 9,4% auf 433 Millionen. Am Ende erzielte Pinterest ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 77 Millionen Dollar in den Büchern.

Hedgefonds-Manager steigt zum größten Pinterest-Aktionär auf…

Nun ist laut Medienberichten der aktivistische Hedgefonds-Manager Paul Singer mit seiner Firma Elliott Management bei Pinterest eingestiegen und hat sich 9% aller Aktien gesichert. Hinter Singer steht der Mann, der Argentinien in die Knie zwang. Für die einen ist Paul Singer ein Held. Er verpasst verantwortungslosen Regierungen einen wohlverdienten Tritt, die hunderte Milliarden Dollar Schulden aufhäufen, die sie niemals zurückzahlen können. Damit sind übrigens nicht die USA gemeint, sondern Argentinien, Peru oder auch die Republik Kongo. Für die anderen ist er das Paradebeispiel einer Heuschrecke, die ohne Rücksicht auf Verluste Profite erwirtschaften möchte.

Die Karriere des 78-jährigen Apotheker-Sohns begann in den 70er Jahren. Singer machte zunächst einen Abschluss in Psychologie und erwarb anschließend einen Doctor juris an der Harvard Law School – eine offenbar gewinnbringende Kombination. Im Jahr 1977 startete Singer seinen eigenen Hedgefonds, die „Elliott Management Corporation“ mit rund einer Million Dollar Startgeld. Zwischenzeitlich verwaltete er zum Teil über 30 Milliarden Dollar.

…und regt die Phantasie der Anleger an

Was der Einstieg des Hedgefonds für Folgen hat, ist offen. Definitiv dürfte Singer dem Management Druck machen. Ob sich das auf eine effiziente und rentablere Betriebsführung beschränkt oder Singer Pinterest drängt, sich selbst zum Verkauf zu stellen, wird sich erst noch zeigen. Sicher ist, dass der erfahrene und renommierte Aktivist alle Hebel in Bewegung setzen wird, um sein Milliardeninvestment irgendwann mit einem lukrativen Ausstieg zu küren.