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Wann startet die Tesla-Produktion in Grünheide?

Das Model Y ist da, und neuerdings auch in Europa verfügbar. Doch anders als ursprünglich geplant, werden die ersten Kunden auf dem Kontinent nicht aus Brandenburg beliefert. Das Model Y wird derzeit noch importiert – aus Shanghai.

Dort produziert Tesla seinen Kompakt-SUV bereits auf Hochtouren. Eigentlich hatte es im Juli auch in Deutschland losgehen sollen mit der Fertigung. In Grünheide, nahe Berlin, zieht der Elektroautobauer eine seiner berüchtigten „Giga Factory“-Standorte hoch, den ersten in Europa. Von hier aus soll der ganze Kontinent mit Tesla-Fahrzeugen beliefert werden.

Schleppender Baufortschritt in Brandenburg

Doch bisher ist das Gelände noch eine Baustelle – noch dazu eine, die zum ganz überwiegenden Teil lediglich auf vorläufigen Genehmigungen und Zulassungen basiert. Die finale Baugenehmigung des Landes Brandenburg steht noch aus, und das zu einem Zeitpunkt, da Tesla am liebsten schon produzieren würde und quasi in den Startlöchern steht.

Die Genehmigungsverfahren jedoch ziehen sich hin, immer wieder meldeten auch Umweltschützer Bedenken an. Mehr als 600 Einwände wurden gegen den überarbeiteten, aktuellen Antrag des US-Unternehmens eingereicht. Sie werden nun geprüft. Ob es zu einer Anhörung kommt, ist noch ungewiss.

Produktionsstart noch in diesem Jahr?

Nachträglich hinzugefügt hat Tesla seinem Bauantrag unter anderem die Errichtung einer Batteriefabrik auf dem Gelände. Bereits in der Vergangenheit sollen zudem Baumaßnahmen vollzogen worden sein, die nicht abgesegnet waren, auch nicht mit vorläufigen Genehmigungen. Für Elon Musk, dem es gar nicht schnell genug gehen kann, ist die deutsche Bürokratie ein ziemliches Ärgernis. Wer das Silicon Valley mit seiner pulsierenden Innovationskraft gewohnt ist, muss sich in Grünheide ungläubig die Augen reiben.

Doch es geht voran, und so hat Tesla immer wieder bekräftigt, noch in diesem Jahr mit der Produktion in Brandenburg starten zu wollen. Zuletzt schwebte Musk die Aufnahme der Fertigung für den Oktober vor. Ob es dazu kommen wird, bleibt indes abzuwarten.

Tesla: Quartalsgewinne dank Bitcoin-Spekulation

Im ersten Halbjahr 2021 hatte Tesla mit starken Bilanzen glänzen können. Diese gingen allerdings zu erheblichen Teilen auf Bitcoin-Geschäfte zurück und waren weniger durch lukrative Autoverkäufe unterfüttert. Das Verhältnis von Musk und Bitcoin sorgte in den ersten Monaten des Jahres immer wieder für aufsehenerregende Schlagzeilen. Mit wenigen Twitter-Nachrichten schaffte es der Tesla-Chef, den Kurs der Kryptowährung in die Höhe schnellen – oder auch abstürzen – zu lassen. Der Vorwurf der Marktmanipulation steht im Raum, US-Behörden ermitteln in dem Fall.

In Grünheide ließ sich Musk bereits mehrfach persönlich blicken. Zuletzt wurde er dort mit NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, abgelichtet. Viel deutlicher lässt sich die Kluft zwischen brandenburgischer Provinz und einem schillernden Unternehmerstar kaum bebildern.

 

Autor: David Gerginov (23.08.2021)

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631,70 €
+13,70+2,17 %
  • ISIN: US88160R1014
  • WKN: A1CX3T
Chart
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Kurs (Daten der Börse Stuttgart)
Letzter631,7 €
Zeitpunkt21.09.2021 21:45
Tief623,2 €
Hoch635,7 €
Eröffnung623,2 €
Briefkurs631,1 €
Geldkurs629,6 €
Performanz
Hoch 52 Wochen740,5 €
Tief 52 Wochen303 €
1 Jahr61,42 %
3 Jahre1117,68 %
5 Jahre1584,47 %

Tesla-Aktie auf Rekordfahrt

An der Tesla-Aktie scheiden sich auch weiterhin die Geister. Während Skeptiker auf die extrem ambitionierte Bewertung und den steigenden Wettbewerb verweisen, führen Befürworter der Aktie die Vorreiterstellung und das hohe Wachstum ins Feld. Die Durchschnittsschätzungen aller Analysten konnte der Elektroautohersteller im zurückliegenden Quartal deutlich übertreffen. Ob dies allerdings dem Kurs weiteren Auftrieb verleiht, wird sich erst noch zeigen müssen.

Tesla knackt Milliarden-Marke beim Gewinn

Dabei mangelte es auch im abgelaufenen zweiten Quartal nicht an Superlativen: Der Umsatz von Tesla kletterte massiv um 98% auf 11,96 Milliarden Dollar in die Höhe. Damit wurden die Konsensschätzungen der Analysten um 560 Millionen Dollar übertroffen. Beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erreichte der Autobauer 2,5 Milliarden Dollar (+106%). Das war gut 20% mehr als im Vorfeld erwartet wurde.

Am Ende stand dann ein Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,45 Dollar je Aktie in den Büchern. Auch das lag signifikant sowohl über dem Vorjahreszeitraum (+232%), als auch deutlich (+19%) über den Prognosen der Analysten in den Banken.

Abgaszertifikate weiter von hoher Bedeutung

Tesla profitierte weiterhin stark vom Handel mit Abgaszertifikaten. Zum Hintergrund: Gesetzliche Vorgaben sorgen dafür, dass andere Autohersteller die Abgaszertifikate zukaufen müssen, um ihre Emissionsbilanz zu verbessern. Daher kaufen Autohersteller mit Fokus auf Verbrennermotoren weiterhin Zertifikate von Elektroautoherstellern hinzu. Hier kommt Tesla als Verkäufer ins Spiel. Im zweiten Quartal spielte der Verkauf der Zertifikate einen Umsatz von 354 Millionen Dollar in die Kassen.

Da die Erlöse eine nahezu hundertprozentige Gewinnspanne haben, sind sie für Tesla äußerst lukrativ, allerdings ging die Bedeutung zuletzt stark zurück. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal erzielte der Zertifikate-Handel noch einen Beitrag von 428 Millionen Dollar. Langfristig dürfte die Bedeutung weiter spürbar zurückgehen.

Neuer Rekord bei Absatzzahlen beim E-Autohersteller Tesla

Auch bei der Produktion und Auslieferung der Elektrofahrzeuge erreichte Tesla im zweiten Quartal neue Höchstwerte: Das Unternehmen brachte 201.304 Fahrzeuge an die Kundschaft und stellte 206.421 Stück her – so viele wie seit Firmengründung 2003 noch zugleich so viel wie noch nie in einem einzigen Quartal zuvor. Offenbar konnte Firmenboss Elon Musk die Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern gut umschiffen, auch wenn die Produktion vorübergehend gedrosselt werden musste.

Rückschlag bei Semi-Truck

Einen Rückschlag musste der Konzern hingegen bei seinem Vorzeigeprojekt, dem rein elektrisch betriebenen Sattelschlepper, verkraften. Das Modell, das bereits 2017 präsentiert wurde, wird jetzt wohl erst im kommenden Jahr ausgeliefert werden können. Als Gründe nannte Musk Engpässe bei Lieferanten und ein Mangel an Batterien.

Tesla Produktionsziele angehoben – Berlin weiter im Plan

Wie gewohnt zeigt sich Tesla bei seinen Zukunftsplänen siegessicher und packt bei seinen Produktionszielen noch einen drauf. Die Auslieferungen sollten im laufenden Geschäftsjahr ursprünglich um 50% ansteigen. Jetzt hält Tesla sogar einen noch stärkeren Zuwachs für möglich. Unterdessen soll bis Ende des Jahres die Produktion in Grünheide bei Berlin anlaufen, auch wenn weiter bürokratische Hürden den Prozess begleiten.

Weiter hohe Schwankungen zu erwarten

Ob diese Aussagen die Aktie weiter anschieben, darf allerdings bezweifelt werden. Schon heute ist Tesla der teuerste Autobauer der Welt. Der Börsenwert von 620 Milliarden Dollar zeigt, wieviel positive Erwartungen hier bereits eingepreist sind. Das sehen auch die Analysten so. Von 37 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, stufen 15 die Papiere als Kauf ein. Immerhin 13 Analysten sehen in der Tesla-Aktie nur eine Halteposition, während 9 Banker zum Verkauf raten. Auf anhaltend hohe Schwankungen müssen sich Anleger daher auch weiterhin einstellen.

 

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