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Tesla: Grünes Licht in Grünheide

Tesla: Grünes Licht in Grünheide
Andrei Tudoran / Shutterstock.com
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Am Dienstag geht es los. Dann wird die neue Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide nahe Berlin offiziell eröffnet. Zu dem feierlichen Anlass hat sich Prominenz angekündigt: Sowohl der Bundeskanzler als auch Tesla-Chef Elon Musk höchstselbst werden zur Standortpremiere erwartet.

Tesla-Tatendrang trifft auf deutsche Behördenbürokratie

Vorausgegangen ist dem Ganzen ein interessanter Mix aus dem Tatendrang, der für Musk so typisch ist, auf der einen Seite und deutscher Behördenbürokratie in ihrer langsamen Gründlichkeit auf der anderen Seite.

Dass die Fabrik überhaupt schon steht und auch in dieser Woche bereits die ersten Fahrzeuge made in Grünheide ausgeliefert werden sollen, ist der Risikofreude des Unternehmers zu verdanken: Musk ließ das Produktionsgelände auf eigenes Risiko hochziehen, basierend auf lediglich vorläufigen Genehmigungen. Das endgültige „go“ der deutschen Behörden erhielt Tesla erst Anfang März – als das Fabrikgelände längst fertiggestellt war.

Produktionsbeginn am Dienstag

Etwas mehr als 2 Jahre hat es gedauert, seit Musk seine Pläne für den ersten Standort seines Autounternehmens in Europa verkündet hat. Für deutsche Verhältnisse ist das unheimlich schnell – von Elbphilharmonie über Flughafen BER bis hin zum Bahnhofsprojekt Stuttgart21 sind größere Infrastrukturprojekte hierzulande eigentlich dafür bekannt, den anberaumten Zeit- und Budgetrahmen zu sprengen.

Musk wäre mit Grünheide hingegen gerne noch früher an den Start gegangen, das Genehmigungsverfahren hat den offiziellen Produktionsbeginn mehrfach um einige Monate verzögert. Nun aber ist es soweit: Die Fabrik steht, die Wasserversorgung ist gesichert, erste Tests wurden bereits durchgeführt, es kann losgehen.

Aufschwung Ost – powered by Silicon Valley

Was für deutsche Autobauer wahlweise als belebende Konkurrenz oder auch als Drohkulisse aufgefasst werden kann, ist aus Sicht der Bundesregierung ein Segen: Seit der Wiedervereinigung haben die neuen Bundesländer wirtschaftliche Schwierigkeiten, es klafft eine erhebliche Lücke im Vergleich zum Westen. Die Wiedervereinigungs-Milliarden haben einzelne Großstädte wie Leipzig oder Dresden modernisiert, doch weite Teile des Ostens sind wirtschaftlich eher abgehängt.

Da kommen die neuen Investitionen namhafter US-Unternehmen gerade recht: Nach Tesla in Brandenburg hat zuletzt auch US-Chiphersteller Intel angekündigt, einen großen neuen Standort in Magdeburg aufbauen zu wollen. Neben Dresden avanciert die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts damit zum zweiten Technologiestandort mit Spezialisierung auf Halbleitertechnik im Osten der Republik.

Kanzler und Wirtschaftsminister haben sich angekündigt

Tatsächlich sollen tausende neue Arbeitsplätze entstehen, bei Intel wie auch bei Tesla. Hochqualifizierte Fachkräfte sind an den jeweiligen Hochschulstandorten in der Umgebung zu finden: Sowohl Magdeburg wie auch Potsdam verfügen über renommierte Institute.

Gut möglich also, dass dieser Dienstag mit der Eröffnung des Tesla-Werks in Grünheide einen ersten Meilenstein markiert auf dem Weg zu einem neuen Aufschwung des Ostens. Neben Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich auch der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck für die Eröffnung angekündigt. Neben positiven wirtschaftlichen Auswirkungen betont er vor allem die zunehmende Attraktivität von Elektrofahrzeugen, die nach Auffassung der Grünen ein zentraler Baustein sind auf dem Weg hin zu klimafreundlicher Mobilität.

Tesla Aktie nimmt nach Verlusten wieder Fahrt auf

Die Tesla Aktie hat nach volatilem Jahresauftakt zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Auf Wochensicht verbuchte das Papier in der zurückliegenden Handelswoche ein Plus von gut 6 Prozent. Damit schaffte der Kurs erneut den Sprung über die Marke von 900 Dollar.

Seit Jahresbeginn hingegen hat der Elektroautobauer an der Börse etwa ein Fünftel an Wert verloren. Die Standorteröffnung in dieser Woche könnte neue Impulse geben.