Tesla und die ewige Trendlinie: Absturz oder der nächste Boom?

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Bei einigen dieser Gewinnern der Krise wurde jetzt schon deutlich abkassiert und die Profite realisiert. Tesla läuft seit Anfang des Jahres eher seitwärts. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Sie kennen das Spiel. Wenn Kurse an der Börse extrem schnell steigen, ist es sinnvoller vom linearen auf den logarithmischen Chart zu wechseln. Bei Tesla wird das wieder einmal mehr als deutlich.

Tesla im Tageschart seit 2020

Hier sehen Sie in Blau zwei Trendlinien, die im logarithmischen Chart von wesentlicher Bedeutung sind. Tesla tanzt aktuell wieder am unteren Ende des Keils. Und das bereits seit einigen Tagen.

Wer an die Aktie glaubt, kann jetzt natürlich nachkaufen oder einsteigen, in der Hoffnung, dass die Kurse erneut nach oben drehen. Wenn der Plan aufgeht, lohnt sich das auf jeden Fall: Die nächsten Ziele auf der Oberseite liegen jenseits der 1.000 US-Dollar. Bis die Aktie wieder die obere Trendlinie erreicht, könnten es locker 1.100 oder 1.200 US-Dollar werden.

Doch dazu darf Tesla jetzt nicht unter die seit fast einem Jahr geltende Trendlinie fallen. Sonst würde sich das übergeordnete Bild drehen und die Aktie von Elon Musk wäre tatsächlich einmal ein Kandidat für einen Short.

Soweit sind wir logischerweise noch nicht. Jedoch befinden wir uns am Scheideweg. Klettern die Kurse an der Linie nach oben oder fallen wir nach unten heraus?

Hineingezoomt: So sieht der Tageschart der letzten Wochen aus

Sie sehen, was es für eine knappe Geschichte ist. Noch hangeln sich die Kurse an der Linie weiter nach oben. Beim letzten Kontakt Mitte November 2020 schossen die Preise sofort wieder nach oben. Das ist jetzt nicht der Fall.

Die Durchschnittslinien sind beide auch meilenweit entfernt. In Blau sehen Sie die 50-Tageslinie. In Grün die gewichtete EMA-200. Zuletzt wurden beide Linien beim Corona-Crash im März 2020 durchbrochen. Danach gab es nur einmal kurz einen Rücksetzer an die EMA-200 und in der Folge schossen die Kurse wieder nur nach oben.

Sollten wir jetzt wirklich eine stärkere Korrektur erleben und die 200-Tagelinie treffen, wären das knapp 300 US-Dollar Kursverlust. Die Linie notiert derzeit bei 503 US-Dollar. In diesem Bereich liegt auch das Hoch aus September 2020. Ein idealer Punkt für einen Rücklauf. Doch nur deshalb, weil das ganz chic wäre, muss es nicht so kommen. Das wäre zu einfach.

Tesla kann wie geschrieben auch einfach weiter hoch laufen. Achten Sie deshalb auf die logarithmischen Trendlinien. Diese werden den weiteren Verlauf der Aktie anzeigen. Tesla ist einer der großen Gewinner der Krise. Bei einigen dieser Gewinnern wurde jetzt schon deutlich abkassiert und die Profite realisiert. Tesla läuft seit Anfang des Jahres eher seitwärts. So etwas kennen die Anleger fast nicht. Ein erstes Zeihen für einen Korrektur? Bald wissen wir mehr. Behalten Sie die Trendlinie im Auge!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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