Agio – Aufgeld verständlich erklärt

Geld Rollen Banknoten – wara1982 – shutterstock_258312164

Die Agio Definition umfasst alle Fälle, in denen Privatanleger einen Aufschlag zahlen müssen, beim Wertpapierkauf oder der Kreditaufnahme. (Foto: wara1982 / Shutterstock.com)


Das Wichtigste zum Agio

Bedeutung: Aufgeld oder Ausgabeaufschlag auf einen Kauf wie beispielsweise Aktien

Aktien & Anleihen: Senkt die Rendite beim Anleger & die Finanzierungskosten beim Emittenten

Optionen: Wichtige Kennzahl zur Identifikation des günstigsten Optionsscheins

Kredite: Belastet den Schuldner & erschwert den Konditionenvergleich

Fondsanteile: Vertriebsgebühr, die durch die richtige Wahl der Verkaufsstelle vermieden werden kann


Wer schon mal einen Kredit bei einer Bank aufgenommen hat, wird auch dem sogenannten Begriff Agio schon begegnet sein. Im Finanzmarkt beschreibt ein Agio einen Aufpreis, der bei bestimmten Käufen zusätzlich zum Grundpreis zu zahlen ist. Wir erklären, wo ein Agio zum Einsatz kommt und was es bewirkt.

Definition: Was ist das Agio?

Im Finanzwesen ist das Agio ein, meist in Prozent angegebener, Aufschlag (Aufgeld) den Anleger auf einen Kauf zusätzlich bezahlen müssen. In Regel handelt es sich bei den Käufen dabei um Wertpapiere wie Fonds und ETFs, aber auch beim Devisenhandel findet sich diese Form von Prämie. Auch wer Kredite bei einer Bank aufnehmen möchte, muss mit einem Agio rechnen.

Der Agio ist dabei eine Gebühr, die einmalig zu bezahlen ist. Die Höhe des Aufschlags wird durch die Kapitalanlagegesellschaft bestimmt. Er dient dazu, Vertriebskosten zu decken und liegt in der Regel zwischen 0 – 7 %. Ein Agio kann also als eine administrative Zusatz Gebühr betrachtet werden, die je nach Anbieter schwanken kann.

Auf dem Kapitalmarkt bezeichnet es beispielsweise die Differenz zwischen dem Nominalwert (Nennbetrag) eines Wertpapieres und dem höheren Kurswert. Auch die Anteilseigner an Personenhandels- und Kapitalgesellschaften entrichten neben ihrer Einlage manchmal zusätzlich ein preislichen Aufschlag.

Der Käufer zahlt im Fall eines Agios also einen Betrag der höher ist, als der eigentliche Kaufpreis. Wen ein Aufgeld begünstigt und wen es zusätzlich belastet, hängt von der konkreten Situation ab, in der das Agio verlangt wird.

Als kleines Beispiel: Wenn der Nennwert einer Aktie beispielsweise 100 € beträgt und zum Ausgabepreis von 104 € durch die Bank verkauft wird, so ist die Differenz zwischen dem Nennwert und dem Ausgabepreis das Agio. In unserem Beispiel 4 % des Nennwertes, also 4 €.

Von einem Ausgabeaufschlag spricht man bei Investmentfonds. Auch hier zahlt man eine einmalige Gebühr, wenn man Fondsanteile kauft. Die Fondsgesellschaft liegt dabei den Preis für den Ausgabeaufschlag fest und dieser sollte im Verkaufsprospekt erwähnt sein. Im Normalfall beträgt der Aufschlag zwischen 1 – 7 % des Basispreises. Der Ausgabeaufschlag dient zur Finanzierung der Vertriebskosten eines Fonds. Der Aufschlag fließt also nicht in die Fondsgesellschaft selbst, sondern kommt größtenteils ihrem Vertriebspartner zu.

Der Agio stellt das Gegenteil vom Disagio (Abschlag) dar.

Definition von Agio

Wo kommt ein Agio zum Einsatz?

Anleger stolpern häufig über den Begriff, der in der Finanzwelt breite Verwendung findet.

Üblich ist ein Agio insbesondere in folgenden Bereichen:

  • Erstemission von Aktien
  • Neuausgabe von Schuldverschreibungen
  • Handel mit Optionen
  • Handel mit Fondsanteilen
  • Übertragung von Gesellschaftsanteilen
  • Handel mit Sorten- & Devisen
  • Vergabe von Krediten
  • Abschluss von Bausparverträgen

Disagio – das Gegenteil vom Agio

Das Gegenteil des Agios ist das auch als Abgeld oder Damnum bezeichnete Disagio (Abschlag). Die Einsatzbereiche des Disagios überschneiden sich weitestgehend mit denen des Agios, wobei es durch das Abgeld die jeweils entgegengesetzte Wirkung entfaltet. Es gibt allerdings zwei wichtige Ausnahmen.

Aktien dürfen nicht mit einem Wert unterhalb ihres Nennbetrages ausgegeben werden. Dieses Verbot ist in § 9 Abs.1 AktG explizit verankert. Die Vorschrift besagt, dass Aktien nicht für einen geringeren Betrag als den Nennbetrag oder den rechnerisch auf die einzelne Stückaktie entfallenden Anteil am Grundkapital ausgegeben werden dürfen.

Die Regel dient dem Gläubigerschutz, da so verhindert wird, dass das tatsächliche aufgebrachte Haftungskapital geringer ausfällt, als das formal gezeichnete. Aus dem gleichen Grund gilt auch eine sogenannte Unterpari-Emission von GmbH-Anteilen als unzulässig.

Auch bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) darf es deshalb nicht zu einer negativen Abweichung zwischen dem tatsächlich aufgebrachten Kapital und der Stammeinlage kommen.

Da das GmbH-Gesetz kein explizites Verbot vorsieht, wird dieses formaljuristisch mit dem Konvergenzgebot nach § 5 Abs. 3 S. 2 GmbHG begründet.

Es ist also nicht möglich, ein Disagio als Gestaltungsinstrument einzusetzen, um bei Kapitalgesellschaften gesetzliche oder vertragliche Vorschriften bezüglich der mindestens aufzubringenden Haftungssummen zu umgehen.

Wichtig

Nicht üblich ist ein Disagio außerdem bei Handel mit Optionen und beim Abschluss von Bausparverträgen.

Agio beim Aktienhandel

Bei der Neuemission von Aktien ist ein Agio, anders als das Disagio, nicht nur erlaubt, sondern die Norm. Dies gilt insbesondere bei den Stückaktien, die formal und oft auch rechnerisch (quasi) keinen Nennwert haben.

Der Aufschlag ist hier der Differenzbetrag zwischen dem Ausgabewert (Verkaufspreis) und dem niedrigeren Nennwert respektive dem rechnerischen Anteil am Grundkapital. Der Investor akzeptiert diese Differenz bzw. Ausgabezuschlag, weil er darauf hofft, dass er durch die künftige Rendite in Form von Kursgewinnen und Dividendenausschüttungen gerechtfertigt wird.

Das ist jedoch nicht zwangsläufig der Fall. Es kann auch passieren, dass die künftigen Kurse unter dem Ausgabewert notieren und sich nicht oder nur sehr langsam erholen. Auch auf eine Dividende hat der einzelne Aktionär selbst dann keinen Anspruch, wenn die Gesellschaft einen Überschuss erwirtschaftet.

Über die Gewinnverwendung entscheidet bei einer Aktiengesellschaft die Hauptversammlung, die dabei aber gesetzliche und satzungsmäßige Bestimmungen beachten muss. Die Inkaufnahme eines Ausgabeabschlags kann sich also auch als Fehlentscheidung herausstellen.

Agio-Berechnung am Beispiel einer Neuemission

Die Berechnung und Verbuchung des Agios lassen sich am besten an einem Beispiel erläutern.

Die Superchip-AG hat einen neuen, besonders leistungsfähigen Speicherchip entwickelt, von dem erwartet wird, dass er die Computerindustrie revolutioniert. Das spiegelt sich auch im Emissionspreis seiner Wertpapiere wider.

Das Unternehmen geht an die Börse und begibt eine Million Aktien. Der Ausgabepreis der Papiere, die einen Nennwert von 10 € haben, beträgt 150 €.

Das Aufgeld pro Aktie beläuft sich dann auf 140 € (Ausgabepreis 150 – Nennwert 10) bzw. 1.400 %.

Wie wird das Agio verbucht?

Die Superchip AG nimmt insgesamt 150 Millionen € ein. Davon entfallen 10 Millionen € auf das gezeichnete Kapital. Die verbleibenden 140 Millionen €, also das gesamte Agio, erhöhen zwar ebenfalls das Eigenkapital, sie werden aber gemäß § 272 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB in die Kapitalrücklagen eingestellt.

Der Buchungssatz beim emittierenden Unternehmen lautet dann wie folgt:

AktivaPassiva
Geldkonto (Kasse, Bank) 150.000.000Gezeichnetes Kapital       10.000.000
anKapitalrücklage               140.000.000

Handelt es sich beim Erwerber um ein bilanzierendes Unternehmen zählt das Agio zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) und wird bei ihm aktiviert. Hier liegt also nur ein Aktivtausch vor.

Im Beispiel hat die Super-Chip AG durch den Börsengang wirtschaftlich gesehen einen beträchtlichen Gewinn erzielt. Da das Agio alleine den gesellschaftsrechtlichen Bereich tangiert und als Hingabe von Eigenkapital interpretiert wird, ist der so generierte Mehrerlös aber nicht steuerpflichtig.

Bilanzverbuchung des Agios

Wann fällt bei Anleihen ein Agio an?

Auch Wertpapiere, die Schulden verbriefen, werden nicht immer zum Nominalwert ausgegeben. Bei Schuldverschreibungen hängt der Ausgabekurs insbesondere von der Bonität des Emittenten, dem gebotenen Zinssatz (Kupon) und der Lage auf den Kapitalmärkten ab.

Unerfahrene Ableger müssen bei Anleihen aber ganz besonders aufpassen, wenn ein Agio im Spiel ist . Der Begriff wird hier nämlich für zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte verwendet.

Aufgeld auf den Nennbetrag der Anleihe

Wird eine Anleihe mit einem Nennbetrag von 100 € für einem Preis von 110 € emittiert, zahlt der Anleger ein Agio von 10 € bzw. 10 %. Das Agio wirkt sich beim Erwerber der Anleihe negativ auf die Effektivverzinsung aus, da er nur den Nennwert zuzüglich Zinsen zurückbezahlt erhält. Das Agio mindert also seine Rendite.

Der Emittent senkt durch das Agio dagegen seinen Finanzierungskosten. In den Jahren 2012 und 2013 hat sich diesen Effekt das deutsche Finanzministerium zu Nutze gemacht und Bundesanleihen mit Aufgeld ausgegeben.

Zum damaligen Zeitpunkt, Mitten in der Euro- und Finanzkrise, suchten viele Investoren nach sicheren Anlagealternativen. Deutschland war damals einer der ganz wenigen Staaten mit erstklassiger Bonität, so dass die Geldgeber das Agio, das in den Bundeshaushalt geflossen ist, in Kauf nahmen, um ihr Vermögen auch in der Krise sicher anlegen zu können.

Agio als Zinsbestandteil

Unter den festverzinslichen Wertpapieren gibt es auch Typen, bei denen der Rückzahlungsbetrag über dem Nennbetrag liegt. Aus Sicht des Investors fällt hier ein Aufpreis an, der manchmal ebenfalls als Agio bezeichnet wird.

Bei dieser Art des Aufpreises handelt es sich aber nur um eine besondere Form der Zinszahlung, die am Ende der Laufzeit erfolgt. Das Agio hat hier nicht zwangsläufig einen Einfluss auf die Rendite des Anlegers oder die Finanzierungskosten des Schuldners.

Da bei diesen Verbindlichkeiten der Erfüllungsbetrag höher ist als der Ausgabebetrag, darf die Differenz, also das Aufgeld, das am Ende der Laufzeit fällig wird, beim Emittenten gemäß § 250 Abs. 3 HGB in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt werden.

Der Ausgleichsposten muss mittels planmäßiger jährlicher Abschreibungen wieder aufgelöst werden, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit distribuiert werden können.

Achtung

Steuerlich müssen diese Finanzierungskosten über die gesamte Laufzeit verteilt werden. Hier besteht kein Wahlrecht.

Was bedeutet das Aufgeld bei Optionen?

Wer eine Option kauft erwirbt das Recht ein bestimmtes Wertpapier, meist eine Aktie, zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Das Agio beschreibt in diesem Kontext die Prämie, die der Anleger dafür zahlt, dass er das Wertpapiergeschäft nicht sofort tätigen muss, sondern später zu einem garantierten Kurs tätigen darf.

Bei einer Kaufoption (Call) ist das Agio also mit dem Betrag identisch, um den der Kurswert noch mindestens steigen muss, damit der Investor, im Vergleicht zum Direktkauf ohne Umweg über die Option, keinen Verlust erleidet.

Bei einer Put-Option muss der Kurs entsprechend sinken, damit sich das Geschäft für den Anleger lohnt.

Wie lautet die Berechnungsformel für das Agio?

Das Agio wird meist in Prozent ausgedrückt und dient dann auch als wichtige Kennzahl für den Vergleich verschiedener Optionsscheine.

Die Berechnungsformel für einen Call lautet wie folgt:

Agio in % = ((Basispreis + Preis der Option- Kurs des Basiswertes) x 100) : Kurs des Basiswertes.

Beispiel:

Lisa Müller spekuliert darauf, dass die Aktien der Superchip AG, deren aktueller Kurs 200 € pro Aktie beträgt, noch kräftig steigen werden. Sie erwirbt deshalb einen Optionsschein mit einem Kurs von 30 €, einen Bezugspreis (Basispreis) für die Aktie von 195 €, einer Laufzeit von einem Jahr und einem Bezugsverhältnis (Ratio) von 1 :1.

Das Agio berechnet sich dann wie folgt:

  • Agio in % = ((195 + 30 – 200) x 100) : 200 = 12,5 %
  • Die Aktie der Superchip AG muss also noch um wenigstens 12,5 Prozent zulegen, damit sich der Kauf des Optionsscheins für Frau Müller lohnt.
  • Wer das Agio für einen Put berechnen will, kann die Formel ebenfalls benutzen, der Optionspreis muss dann aber abgezogen, das Plus vor der 30 also durch ein Minus ersetzt werden.

Optionen Aufgeld

Was sagt die Kennzahl aus?

Das Agio kann dazu genutzt werden, echte Schnäppchen zu entdecken. Bei vergleichbar ausgestatteten Optionsscheinen, bei denen insbesondere wichtige Eckdaten wie der Basispreis und die Laufzeit identisch sind, ist derjenige mit dem niedrigsten Agio der günstigste.

Handel mit Fondsanteilen

Wer lieber in Fonds investiert, der findet das Agio auf seiner Abrechnung. Hier spricht man von einem Ausgabeaufschlag. Die Fondsgesellschaften verlangen einen Aufschlag, um die Vertriebskosten zu kompensieren. Hier ist das Agio also nur eine Art Gebühr, die sich aber natürlich dennoch negativ auf die Nettorendite der Anleger auswirkt.

Wie hoch die Gebühr in der Regel ist, hängt auch von der Art des Fonds ab:

FondsAusgabeaufschlag
Geldmarktfonds1 %
Rentenfonds2 – 4 %
Aktienfonds3- 6 %
Immobilien5 – 5,5 %

Anleger, die hier sparen wollen, sollten sich bei den Direktbanken umschauen. Einige davon verzichten mittlerweile auf diesen Vertriebszuschlag.

Können auch GmbH-Gesellschafter ein Agio realisieren?

Bei der Gründung einer GmbH kann von den Gesellschaftern, zusätzlich zu ihrer Stammeinlage, ein Aufgeld für die Zeichnung der Anteile verlangt werden. Ein Gesellschafter zahlt dann beispielsweise 20.000 € für seine Gesellschaftsanteile und weitere 20.000 €, für die er keine konkrete Gegenleistung erhält. Voraussetzung hierfür ist allerding, dass diese Maßnahme bereits in der Satzung festgelegt wurde.

Das Agio stellt, im Unterschied zum Disagio, keinen Verstoß gegen das Konvergenzgebot dar, da es rechtlich als Nebenleistungspflicht gemäß § 3 Abs. 2 GmbHG betrachtet und nicht dem Stammkapital zugeschrieben, sondern in die Kapitalrücklage eingestellt wird.

Ein Agio, das dann allerdings nicht die Gesellschaft, sondern die Gesellschafter realisieren, fällt oftmals bei einem späteren Verkauf an, wenn der Marktwert der Gesellschaftsanteile den Nominalwert der gezeichneten Stammeinlage übersteigt.

Das Agio beim Handel mit Sorten & Devisen

Verbraucher, die gerne reisen und dabei auch öfter einmal die €-Zone verlassen, werden mit einem Agio ganz anderer Art konfrontiert.

Finanzdienstleister orientieren sich beim Handel mit fremden Sorten und Devisen am Leitkurs der Devisenbörsen. Um ihre Kosten zu decken und Gewinn zu erzielen werden die ausländischen Währungen aber zu einem Preis weiterverkauft, der höher ist, als der Einstandspreis.

Die Banken erheben dabei auf den sogenannten Geldkurs ein Agio, der neue Wert, zu dem die Devisen dann weiterverkauft werden, ist der höhere Briefkurs. Diese Zuschläge sind nicht gesetzlich reguliert, weshalb manche Banken bessere Wechselkurse bieten, als andere. Ein Vergleich kann sich hier also lohnen.

Was bewirkt ein Agio bei der Kreditaufnahme?

Ein Aufgeld ist bei der Vergabe von Darlehen mittlerweile unüblich geworden. Ab und zu kommt es aber noch vor. Wird bei einem Kredit ein Agio vereinbart, ist der Rückzahlungsbetrag höher, als der Darlehensbetrag, der ausgezahlt wird.

Bei einem Kredit über 20.000 € und einem Agio von 5 Prozent muss der Schuldner also insgesamt 21.000 € tilgen. Bei der Verzinsung bleibt das Agio zwar unberücksichtigt, Zinsen müssen nur für die Darlehenssumme entrichtet werden. Dennoch erhöht das Agio aber natürlich die Finanzierungskosten insgesamt.

Bankkunden, die ein Verbraucherdarlehen gemäß §§ 491 ff BGB aufnehmen, sollten zwei Dinge unbedingt beachten:

  • Das Agio muss schriftlich vereinbart worden sein, sonst ist die Abrede nicht wirksam.
  • Beim Konditionenvergleich ist der Effektivzins maßgeblich, den die Bank im Darlehensvertrag deklarieren muss.

Das Agio beim Bausparvertrag

Bei Bausparverträgen ist ein Agio erlaubt und weit üblicher, als bei anderen Krediten. Genau wie beim Verbraucherdarlehen muss es aber schriftlich vereinbart worden sein.

Das Agio darf auch nicht auf die Bausparsumme, sondern nur auf das Bauspardarlehen, also den Teil, den sich die künftigen Immobilienbesitzer von der Bausparkasse leihen, aufgeschlagen werden. Die Wirkung ist die gleiche, wie bei jedem anderen Kredit.

Das Agio steigert also auch beim Bausparvertrag die Finanzierungskosten und muss beim Konditionenvergleich unbedingt mitberücksichtigt werden.

Fazit

Ob ein Agio Vor- oder Nachteile mit sich bringt, hängt also immer davon ab, in welcher Situation es erhoben wird und in welcher Position sich eine Geschäftspartei befindet.

Anleger sollten in jedem Fall berücksichtigen, dass ein Agio das mit einem Überpari-Preis gleichzusetzen ist, die Rendite mindert und dies beim Vergleich ihrer Anlagealternativen berücksichtigen.

Beim Handel mit Optionsscheinen fungiert das Agio außerdem als Kennzahl mit deren Hilfe sich „Anlage-Schnäppchen“ schnell erkennen lassen.

Vorsicht ist bei Darlehen geboten, da das Agio hier auch eingesetzt werden kann, um die die Konditionen zu schönen. Kreditnehmer tun deshalb gut daran, sich am Effektivzins zu orientieren.

Analyse Stift Hand Diagramm – shutterstock_414153883 everything possible

Hoffnung auf Lockerungen der Shutdowns treibt die KurseDie Hoffnung auf eine Lockerung der Shutdowns gab den Anlegern Hoffnung - auch die Quartalszahlen waren teils besser als befürchtet. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von David Gerginov. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz