Bitcoin Debitkarten: Überblick der wichtigsten Krypto-Karten

Die aktuellen Krypto-Karten im Überblick: Monaco und TenX glänzen mit ehrgeizigen Projekten. (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

Insgesamt sind nun rund 600 Mrd. US-$ in Kryptowährungen wie Bitcoin investiert. Doch die Krypto-Szene hat nach wie vor ein Problem: Nur wenige Geschäfte akzeptieren Bitcoin und Co.

Abhilfe für dieses Problem versprechen sogenannte Bitcoin Debitkarten bzw. Krypto-Karten, mit denen sich Kryptowährungen ausgeben lassen. Das Besondere gegenüber gewöhnlichen Debitkarten: Abgebucht werden Bitcoins oder andere Kryptowährungen, die sich in der digitalen Brieftasche (Wallet) des Nutzers befinden.

Der Händler erhält im Gegenzug Euro, US-$ oder Britische Pfund (je nach unterstützter Währung), wobei der Betrag in der letzten Sekunde umgewechselt wird. Für den Händler spielt es also keine Rolle, ob der Nutzer mit Bitcoin, Ether oder eine andere Digital-Währung bezahlt. Eine Übersicht der wichtigsten Bitcoin Debitkarten am Markt:

Wirex Bitcoin Debitkarte

Die Wirex Debitkarte (vorher E-Coin) gibt es sowohl als Plastikkarte (MasterCard) mit PIN und Chip, als auch als virtuelle Karte (Visa) mit zugehöriger Mobile App für iOS und Android. Unterstützt werden verschiedene Währungen wie Euro, US-$ und das Britische Pfund, mit denen sich die Karte aufladen lässt. Derzeit wird allerdings nur eine Kryptowährung unterstützt: der Bitcoin.

Cryptopay Bitcoin Debitkarte

Cryptopay war eine der ersten Bitcoin Debitkarten auf den Markt. Gegründet im Jahr 2013, wickelt Cryptopay heute mehr als 100.000 Transaktionen pro Tag ab. Unterstützt werden mehrere Einzahlungswährungen wie US-$, Britische Pfund und Euro. Allerdings fallen wie bei der Wirex Debitkarte Transaktionsgebühren an, zudem wird auf der Krypto-Seite nur Bitcoin unterstützt.

Xapo Bitcoin Debitkarte

Xapo verspricht mit seiner Bitcoin Debitkarte ein hohes Maß an Sicherheit. Zudem werden bei der Einzahlung mehrere Währungen (US-$, Euro, Britische Pfund) unterstützt. Im ersten Jahr ist die Karte kostenfrei, ab dem zweiten Jahr fällt eine Jahresgebühr von 10 € bzw. 12 US-$ an. Dazu fallen Wechselgebühren für Nutzer an, die klassische Papiergeldwährungen gegen Bitcoin tauschen wollen. Auf der Krypto-Seite wird derzeit ebenfalls nur der Bitcoin unterstützt.

Uquid Debitkarte

Die Krypto Debitkarte von Uquid unterstützt Bitcoin und Einzahlungen in verschiedene Währungen (US-$, Euro, Britische Pfund). Künftig will Uquid neben dem Bitcoin 40 weitere Altcoins (Alternative Coins zum Bitcoin) unterstützen – bislang blieb es aber bei Versprechungen.

Bitwala Debitkarte

Die Bitwala Visa Debitkarte unterstützt mehr als 20 verschiedene Fremdwährungen, mit denen Nutzer ihre Debitkarte aufladen können. Neben dem Bitcoin will Bitwala künftig auch andere Kryptowährungen unterstützen. Neben einer monatlichen Gebühr fallen Transaktionskosten in Höhe von 0,5 bis 1,0 % der Transaktionssumme an.

Bargeld wird schrittweise abgeschafftErfahren Sie heute im „Schlussgong“, wie und warum das Bargeld in Deutschland schrittweise abgeschafft werden soll. › mehr lesen

Monaco Debitkarte

Monaco hat durch ein Initial Public Offering (ICO) im Juni 2017 mehr als 26 Mio. US-$ aufgenommen und will dadurch sein ehrgeiziges Karten-Projekt finanzieren. Die Monaco Visa Debitkarte soll es dem Nutzer ermöglichen, Bitcoins, Ether und die eigene Kryptowährung MCO direkt in der App kaufen und ausgeben können.

Monaco verspricht auf bestimmte Krypto-Karten bis zu 2 % Cash-Back (Geld zurück) auf den Einkauf mit der Debitkarte. Ferner gibt es keine monatlichen Gebühren bzw. keinerlei Jahresgebühren. Voraussetzung, um besondere Debitkarten-Varianten (Obsidian Black etc.) erwerben zu können, ist eine bestimmte Stückzahl der Kryptowährung Monaco (MCO), die der Nutzer besitzen muss.

TenX Debitkarte

Die in Singapur ansässige TenX hat in diesem Jahr mehr als 80 Mio. US-$ durch einen Token Sale aufgenommen und will damit sein ehrgeiziges Debit-Kartenprojekt (TenX Visa Debitkarte) samt Treueprogramm umsetzen. Dies bedeutet: In naher Zukunft sollen nicht nur Bitcoin, sondern auch Ethereum, Dash und alle ERC20 Token auf der Debitkarte unterstützt werden.

Auch bei TenX gibt es keinerlei monatliche Gebühren oder Transaktionsgebühren. Für Nutzer, die mehr als 1.000 US-$ im Jahr über die Debitkarte ausgeben, entfällt die Jahresgebühr. Ferner will TenX ein Treueprogramm umsetzen. Daneben will TenX die durch das ICO aufgenommen Mittel dazu einsetzen, um sein eigenes Protokoll (COMIT) umzusetzen, wodurch etwaige Skalierungsprobleme endgültig gelöst werden sollen.

Fazit: Monaco und TenX sind die ehrgeizigsten Projekte im Krypto-Kartenbereich, wobei die Vorteile derzeit auf der Seite von TenX liegen, will das Start-up aus Singapur weit mehr erreichen als nur eine Debitkarte anbieten.

Auch für Anleger gibt es in diesem Zusammenhang einiges zu holen. Sowohl Monaco als auch TenX sind mit ihrem eigenen Token an verschiedenen Kryptobörsen notiert. Beide Token (MCO, PAY) haben sich bislang gut entwickelt – ICO-Anleger können sich über dreistellige Kurszuwächse freuen.

Update: Am 5. Januar 2018 wurde die Mehrheit der Krypto-Karten deaktiviert, da der Debitkarten-Herausgeber WaveCrest keine Lizenz mehr vom Kreditkarten-Unternehmen Visa erhalten hat. Insgesamt sind dadurch weltweit mehr als 500.000 Kunden betroffen, da die Mehrheit der Krypto-Kartenanbieter mit WaveCrest zusammengearbeitet hat. Die betroffenen Krypto-Kartenherausgeber versuchen das Problem in den nächsten Monaten durch den Wechsel zu einem neuen Anbieter zu lösen. Laut Visa ist diese Maßnahme nicht gegen Kryptowährungen an sich gerichtet. Der US-Kreditkartenanbieter verweist in einer Stellungnahme auf andere Visa-Programme, die FIAT-Geld (Euro, US-Dollar) gegen Kryptowährungen wechseln.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt