Effektivverzinsung nach IFRS: Eine Rendite für die gesamte Laufzeit

Die Effektivverzinsung nach IFRS muss für einige Vermögenswerte ermittelt werden. Sie ermöglicht die Planung mit einer konstanten Rendite. (Foto: Flexmedia - Fotolia)

Unter den „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) versteht man internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen. Die IFRS regeln, in welcher Weise Unternehmen ihre Vermögensanlagen bewerten und bilanzieren müssen.

Bei einem der vorgeschriebenen Bewertungsverfahren wird die Effektivverzinsung einer Investition unter Anwendung der Effektivzinsmethode berechnet.

Anlagen werden zum Marktpreis bewertet

Bevor die Effektivverzinsung berechnet werden kann, muss der vom Unternehmen erworbene finanzielle Vermögenswert erst einmal mit dem Marktwert „Fair Value“ bewertet werden.

Der Marktwert setzt sich zusammen aus dem Anschaffungspreis und den direkt mit der Transaktion in Zusammenhang stehenden Nebenkosten. Zu den Nebenkosten zählen Gebühren, Provisionen und Steuern.

Folgebewertung richtet sich nach der Vermögenskategorie

Laut IFRS müssen alle neu erworbenen finanziellen Vermögenswerte mit dem Marktwert bewertet werden. In der Folgezeit müssen die Unternehmen für ihre Vermögensgüter weiterhin einen Wert ermitteln.

Allerdings geschieht das nicht mehr einheitlich nach dem Marktwertprinzip sondern richtet sich nach den von den IFRS festgelegten Kategorien. Eine der verschiedenen Kategorien umfasst die bis zur Endfälligkeit zu haltenden finanziellen Vermögenswerte. Sie schreibt eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten vor. Bei der Bewertung nach fortgeführten Anschaffungskosten wird die Effektivverzinsung des jeweiligen Vermögenswertes ermittelt.

Die Effektivverzinsung zeigt die geplante Rendite an

Anleihen werden häufig erworben, um sie bis zum Ende der Laufzeit zu halten. Investitionen in Anleihen müssen daher prinzipiell nach fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Bei Anleihen erhält der Anleger am Ende der Laufzeit im Regelfall den Nominalwert zurück. Außerdem erhält er jährlich festgeschriebene Couponzahlungen. Anders als bei Aktien sind damit bei einer Investition in Anleihen die zukünftigen Erträge planbar.

Der gesamte Zinsertrag wird auf die Laufzeit verteilt

Bei der Anwendung der Effektivzinsmethode werden die zukünftig erwarteten Geldflüsse eines Finanzinstrumentes mit einem bestimmten Zinssatz abgezinst. Der Zinssatz wird so festgelegt, dass das Ergebnis der Gesamtrechnung zu einem Barwert von 0 führt.

In die Rechnung fließen auch Gebühren, Entgelte und Transaktionskosten ein. Auch wird berücksichtigt, zu welchem Preis die Anleihe eingekauft wurde.

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Die Effektivverzinsung gibt an, welche Rendite der Investor mit einer bestimmten Anleihe erzielt. Die Aufwendungen und Erträge verteilen sich bei einer Anleihe nicht gleichmäßig über die gesamte Laufzeit. Dennoch wird bei der Effektivzinsmethode der gesamte Zinsertrag so über die Laufzeit verteilt, dass sich für jede Periode die gleiche konstante Verzinsung ergibt.

Effektivverzinsung schafft Transparenz

Die von den IFRS vorgeschriebene Berechnung der Effektivverzinsung schafft für Unternehmen bei ihren Investitionsprojekten Transparenz. Sie erhalten dank des Verfahrens für die gesamte Laufzeit eines finanziellen Vermögensgutes die durchschnittliche jährliche Rendite.

Da bei diesem Verfahren auch die mit dem Erwerb des Objektes in Zusammenhang stehenden Kosten berücksichtigt werden, wird eine Effektivverzinsung ermittelt, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch realisiert werden kann.

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Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.