Flugtaxis: Das sind die führenden Hersteller

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Unternehmen wie Boeing, Airbus und eine Reihe von Start-ups arbeiten an neuen Mobilitätskonzepten für Flugtaxis. (Foto: Sergey Kohl)

Flugtaxis gelten als das Mobilitätskonzept der Zukunft. Fliegende Taxis könnten künftig Personen in Ballungsräumen binnen Minuten von einem Stadtende zum anderen bringen.

Eine Reise mit dem Flugtaxi von San Francisco Marina Bay nach San Jose würde zum Beispiel nur noch 15 Minuten dauern, anstatt mehr als 2 Stunden auf der Straße, schätzt man beim Mitfahrdienst Uber.

Unternehmen wittern bereits einen künftigen Milliardenmarkt. So überrascht es wenig, dass sich nicht nur innovative Start-ups, sondern auch große Konzerne wie Boeing und Airbus mit dem Thema Flugtaxi befassen. Diese Hersteller arbeiten derzeit an Flugtaxis.

Kitty Hawk, Marktdebüt: Ende 2017

Das amerikanische Start-up Kitty Hawk arbeitet an einem Fluggerät, das ohne Pilotenlizenz geflogen werden kann. Prinzipiell versteht sich der „Flyer“ als eine Ein-Mann-Flugdrohne mit 8 elektrischen Rotoren. Der Einsitzer soll bereits Ende 2017 auf den Markt kommen.

Kitty Hawk wird von Google-Mitgründer Larry Page finanziell unterstützt. Der visionäre Google-Mitgründer hat bis dato 100 Mio. US-Dollar in Kitty Hawk und in Zee.Aero investiert. Kitty Hawk verspricht, dass Kunden den „Flyer“ binnen Minuten beherrschen und fliegen können. Allerdings lässt sich der Flyer nur über Wasser bewegen.

Volocopter, Marktdebüt: 2018

Die deutsche Volocopter, die auch vom Autohersteller Daimler finanziell unterstützt wird, will den ersten voll-elektrischen und bemannten Senkrechtstarter der Welt im Jahr 2018 ins Rennen schicken und damit den Traum vom Fliegen für jeden erfüllbar machen.

Der Volocopter 2X verfügt über 18 Rotoren und bietet Platz für 2 Personen. Geflogen wird rein elektrisch, wobei 6 Batterien für ausreichend Strom sorgen sollen. Fallen ein oder mehrere Motoren aus, kann der Volocopter immer noch sicher landen, heißt es. Die Flugzeit gibt das Unternehmen mit 17 Minuten an, wobei das Fluggerät binnen 40 Minuten wieder aufgeladen werden kann.

EHang, Marktdebüt: 2018

Auch derchinesische Hersteller EHang zählt zu den führenden Flugtaxi-Herstellern. Der chinesische Drohnen-Hersteller entwickelt ein Flugtaxi (EHang 184), das 1 Person transportieren kann. Das Flugtaxi soll später völlig autonom fliegen.

Die Traglast seiner Drohne gibt EHang mit bis 100 Kilogramm an, wobei die Drohne mit seinen 8 Rotoren auf vier Armen 100 km/h schnell ist. Insgesamt soll die Flugdrohne etwas mehr als 20 Minuten in der Luft bleiben können. 100 erfolgreiche bemannte Flugtests hat die EHang 184 Drohne bereits hinter sich gebracht. Das chinesische Flugtaxi soll vorbehaltlich der Genehmigung von Regulierungsbehörden in 2018 zum Einsatz kommen.

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Project Vahana von Airbus, Marktdebüt 2020

Auch der Flugzeugbauer Airbus beschäftigt sich intensiv mit Flugtaxis. Die Silicon Valley Sparte A³ von Airbus arbeitet an einen Einsitzer-Prototypen, der Ende 2017 fertig sein soll. Project Vahana Chef Zach Lovering hofft, mit einer Produktionsversion im Jahr 2020 an den Start gehen zu können.

Das Flugtaxi von Airbus soll 8 Rotoren besitzen und eine Flughöhe von 1.000 Fuß erreichen. Die Drohne soll vollkommen autonom fliegen können. Dies wird durch Lidar- und Radar-Techniken erreicht, die mit an Bord sind. Ergänzend zum Project Vahana entwickelt Airbus ein Flugtaxi-System mit dem Namen CityAirbus, das ebenfalls mehrere Personen transportieren soll. Nutzer sollen später das Flugtaxi mittels einer App buchen können.

UberAir von Uber, Markdebüt: 2020

Uber ist bislang der weltweit führende Mitfahrdienst auf der Straße. Diesen Service (UberAir) will Uber in den kommenden Jahren auch in der Luft anbieten. Die ersten Lufttaxis aus dem Hause Uber sollen über das Projekt Uber Elevate ab 2020 in Los Angeles verfügbar sein.

Um dieses Ziel zu realisieren, arbeitet Uber unter anderem mit der Weltraumbehörde NASA zusammen, um ein Flug-Management-System zu entwickeln. Mitfahrten via UberAir sollen zum Marktstart dann in etwa genauso viel kosten wie Mitfahrten in Uber X. Pünktlich vor dem Marktstart von UberAir soll der Konzern an die Börse.

Elektro-Jet von Lillium, Marktdebüt: nach 2020

Das Münchner Start-up Lillium will den weltweit ersten Elektro-Jet auf den Markt bringen, der mithilfe von Elektromotoren senkrecht startet und wieder landet. Erste Testflüge wurden bereits in Deutschland absolviert.

Der Mehrsitzer soll eine Alternative zu Mitfahrdiensten von Uber und Lyft sein. Lillium verspricht eine Reichweite von 300 Kilometern, wodurch Passagiere von London nach Paris in einer Stunde reisen sollen. Die Reisegeschwindigkeit gibt Lillium mit 300 km/ h an. Die fliegenden Elektro-Jets von Lillium sollen nicht verkauft werden, vielmehr sollen die Fluggeräte Teil eines Flugtaxi-Services sein, der später nicht teurer als ein Taxi sein soll.

Terrafugia TF-X von Geely, Marktdebüt 2025

Der chinesische Autohersteller Geely Holding hat sich jüngst erst mit der Übernahme des amerikanischen Flugtaxi-Herstellers Terrafugia verstärkt. Das amerikanische Start-up arbeitet bereits seit einigen Jahren an dem Flugauto Terrafugia TF-X.

Das Terrafugia TF-X Flugauto soll Raum für 4 Personen bieten. Außerdem soll das Flugtaxi automatisch und vollautonom abheben, fliegen und wieder landen. Der Plug-In-Hybrid ist mit Elektromotoren und einem 300 PS starken Verbrenner ausgestattet und soll eine Reichweite von 500 Meilen bei einer Reisegeschwindigkeit von 200 Meilen pro Stunde bieten – eine Produktionsversion ist erst in 2025 geplant.

In 2 Jahren (2019) soll allerdings der Transition kommen. Dabei handelt es sich um ein Flugauto, das seit 2009 entwickelt wird und mit einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern eine Reichweite von 640 Kilometern erreichen soll.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands