Kfz-Steuer: Autofahrer müssen mit deutlichen Mehrkosten rechnen

Deutlich mehr Kfz-Steuern könnte Autofahrer das neue WLTP-Messverfahren kosten. Doch nicht jeder ist betroffen. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Schon im September 2017 wurde ein neues Verfahren eingeführt, um den Verbrauch von PKWs zu ermitteln. Ab Herbst 2018 sollen sich die Ergebnisse dieses Verfahrens auch auf die Kfz-Steuer niederschlagen.

Bundesfinanzminister Schäuble geht aufgrund des neuen Verfahrens und der neuen Berechnungsgrundlage von 1,1 Mrd. € Mehreinnahmen bei der Kfz-Steuer zwischen 2018 und 2022 aus.

Diese Veränderungen bringt WLTP mit sich

WLTP heißt das neue Prüfverfahren, das steht für „Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“. Im Gegensatz zum bisherigen Verfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) werden dann auch Sonderausstattungen eines Fahrzeugs wie Rädergrößen und Reifengrößen untersucht und auch das Fahrzeuggewicht spielt eine Rolle.

Zudem wird das Verbrauchsverhalten in konkreten Fahrsituationen wie Autobahnfahrten oder Fahrten in verkehrsreichen Innenstädten untersucht, nicht mehr nur wie bisher im Labor. Test-Geschwindigkeiten wurden zudem erhöht und Standzeiten verringert.

Ab wann wirkt sich das neue Verfahren auf die Kfz-Steuer aus?

Seit September 2017 werden neue Fahrzeugmodelle und auch neue Motor-Varianten mit WLTP gemessen. Sie müssen die Euro 6c Norm einhalten, um eine Typenzulassung zu erhalten. Ab September 2018 sind dann alle neu zugelassenen Autos von dieser Regelung betroffen und die Kfz-Steuer steigt für einige Fahrzeuge an. Autos, die jetzt schon zugelassen sind, betrifft die neue Regelung nicht.


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Auswirkungen des WLTP: Für diese Fahrzeuge wird mehr Kfz-Steuer fällig

Kleine Fahrzeuge, die besonders sparsam sind, sind von der Neuregelung am stärksten betroffen. So wird im Rahmen des neuen Messverfahrens eine um 40 Prozent höhere Durchschnittsgeschwindigkeit und eine um 50 Prozent stärkere Beschleunigung getestet, was sich negativ auf den Spritverbrauch auswirkt.

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Autos mit weniger Motorleistung werden also für längere Zeit voll ausgelastet, wodurch sie mehr verbrauchen. Für Fahrzeuge wie zum Beispiel den Smart oder den VW Up kann dies um 10 bis 15 Prozent höhere Werte bedeuten, was sich ab 2018 auf die Kfz-Steuer auswirkt. Diese berechnet sich aus den CO²-Emissionen, der Antriebsart des Fahrzeugs (Diesel-, Benzin- oder Elektromotor) und dem Hubraum.

Wer profitiert vom neuen Verfahren?

Große, leistungsstarke Autos hingegen profitieren sogar von dem neuen Messverfahren, da sie viel stärker belastbar sind. Je nach Modell können die CO²-Messwerte um 5 bis 7 Prozent niedriger ausfallen, wodurch dann auch die Kfz-Steuer reduziert wird.

Die Neuregelung ab 2018 betrifft nur Neuwagenkäufer

Für manche Autofahrer bedeutet das neue Messverfahren also eine höhere Kfz-Steuer. Dennoch sind noch lange nicht alle davon betroffen, denn auf bereits zugelassene Fahrzeuge wirkt sich die neue Regelung nicht aus. Erst für Fahrzeuge, die nach September 2018 zugelassen werden, soll die Kfz Steuer auf Basis der WLTP-Tests berechnet werden.

Für die Hersteller gibt es Schlupflöcher

Für die Autohersteller bietet das neue WLTP-Verfahren einige Lücken, die sie zu ihrem Vorteil ausnutzen können. So können Sie Ihre Autos auf das Verfahren hin optimieren und so während des Tests bis zu 40 % niedrigere Werte erzielen, als es ihre Fahrzeuge im tatsächlichen alltäglichen Gebrauch tun.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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