Diese Regeln gelten für Rating-Agenturen in der EU

An welche Regeln sich die Rating-Agenturen in der EU halten müssen und wie verlässlich ihre Ratings wirklich sind, erfahren Sie hier. (Foto: cybrain / Shutterstock.com)

Für viele Privatanleger ist es schwer zu entscheiden, in welches Unternehmen man investieren soll. Eine Orientierungshilfe können da die Bewertungen der Rating-Agenturen sein. Rating-Agenturen stufen die Bonität von Unternehmen und Staaten ein. Sie sind private und profitorientierte Unternehmen.

Weltweit bekannte Rating-Agenturen

Moody’s, Fitch sowie Standard & Poor’s sind die weltweit bedeutendsten Rating-Agenturen. Die Rating-Agenturen bewerten die Unternehmen und Staaten je nach Rang mit Ratingcodes von AAA bis D. Wenn ein Unternehmen oder ein Staat ein AAA Rating erhält, hat es die beste Bewertung bekommen.

Die Zahlungsfähigkeit ist dann sehr gut und die Agentur nimmt dann auch nicht an, dass sich dies bald ändert. Der Ratingcode D bedeutet hingegen die Zahlungsunfähigkeit. Das AAA Rating, mit dem Deutschland regelmäßig bewertet wird, ist die beste Einschätzung, die ein Unternehmen oder ein Staat erhalten kann.

Der Ratingcode D bedeutet hingegen die schlechteste Beurteilung und auch die Zahlungsunfähigkeit. Neben der Insolvenzwahrscheinlichkeit fließt auch die Widerstandsfähigkeit gegen Wirtschaftsschwankungen in die Bewertung mit ein. Damit soll gewährleistet werden, dass Schuldner mit hohem Ratingcode auch langfristig zahlungsfähige Unternehmen sind.

Regeln für Ratingagenturen in der EU

Die Rating-Agenturen werden in Europa von der europäischen Wertpapieraufsicht und den Dienststellen der Mitgliedsstaaten beaufsichtigt. Die EU muss aus diesem Grund erst erlauben, dass in Europa eine Rating-Agentur gegründet werden darf. Falls Rating-Agenturen gegen das europäische Gesetz verstoßen, hat die EU das Recht ihnen die Lizenz zu entziehen.


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Anfang 2013 wurden in Brüssel schärfere Regeln für Rating-Agenturen festgelegt. Diese Regeln beziehen sich nicht nur auf die Einschätzung von Unternehmen in Europa, sondern auch von europäischen Staaten.

Investoren und Anleger können demnach Rating-Agenturen auf Schadensersatz verklagen, falls sie einen Schuldner fahrlässig oder absichtlich falsch bewertet haben. Rating-Agenturen sind also nun für Fehler bei ihren Einschätzungen haftbar.

Eine weitere Regel besagt, dass Rating-Agenturen an mindestens 2 und maximal an 3 zuvor bekannt gegebenen Terminen pro Jahr ohne Aufforderung EU-Staaten bewerten dürfen. Die Termine müssen immer am Ende des Jahres für das neue Jahr bestimmt werden.

Die Bewertungen der Rating-Agenturen dürfen nur bekanntgegeben werden, wenn die EU-Börsen geschlossen sind und es noch mindestens 1 Stunde bis zur nächsten Eröffnung dauert. Die zuvor nicht bekannten Bewertungskriterien für die Beurteilung der Unternehmen und Staaten müssen seit Anfang 2013 auch preisgegeben werden.

Wie zuverlässig Einschätzungen der Rating-Agenturen wirklich sind

Die Bewertungen von Rating-Agenturen sind leider umstritten. Kritisch betrachtet werden vor allem die Bewertungskriterien. Das liegt daran, dass oft nicht klar ist, in welchen Teilen sie auf Fakten und auf persönliche Ansichten zurückzuführen sind.

In der Finanzkrise ist klar geworden, dass Ratings von Rating-Agenturen mit besonderer Vorsicht behandelt werden sollten. In dieser Zeit schätzten die Agenturen einige Ramschpapiere als stabile Investition ein und machten sich so an der Krise mitschuldig. Für Anleger ist es daher wichtig, sich nicht nur auf eine Informationsquelle zu verlassen, sondern verschiedene Aspekte mit einzubeziehen.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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