Was ist der Unterschied zwischen „Arbitrage“ und „Spekulation“?

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Arbitrage und Spekulation bezeichnen zwei komplett unterschiedliche Strategien. Arbitrage beinhaltet den parallelen Kauf und Verkauf einer Anlageform, um von kleinen […] (Foto: spatulatail / shutterstock.com)

Arbitrage und Spekulation bezeichnen zwei komplett unterschiedliche Strategien.

Arbitrage beinhaltet den parallelen Kauf und Verkauf einer Anlageform, um von kleinen Preisunterschieden zu profitieren. Oftmals kaufen Verfolger dieser Strategie eine Aktie an einer Börse (beispielsweise auf der amerikanischen NYSE) und verkaufen diese Aktie zeitgleich auf einem anderen Finanzmarkt (wie der London Stock Exchange). Während die Aktie in den USA in US-Dollar gehandelt würde, würde die gleiche Aktie in London in britischen Pfund gehandelt.

Da sich jeder Finanzmarkt auch bei identischen Aktien bewegt, können Marktineffizienzen, Kursmissverhältnisse und sogar der Wechselkurs zwischen Dollar und Pfund zu kurzfristigen Preisunterschieden führen.

Die Arbitrage ist dabei nicht zwingend auf identische Finanzinstrumente beschränkt. Anleger können damit auch von vorhersehbaren Verhältnissen ähnlicher Instrumente profitieren, beispielsweise von Gold-Terminkontrakten und dem zugrunde liegenden Preis des Rohstoffes Gold.

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Da Arbitrage den zeitgleichen Kauf und Verkauf einer Anlageform bezeichnet, ist es im Grundsatz eine Form des Hebelgeschäfts und dürfte – wenn sieprofessionell ausgeführt wird – nur ein geringes Risiko bergen. Anleger müssen bei dieser Strategie jedoch vergleichsweise große Summen investieren, da sie von kleinen Preisunterschieden profitieren möchten.

Auf der anderen Seite stellt die Spekulation eine sehr risikoreiche Form der Geldanlage dar. Diese kann verschiedene Handelsinstrumente wie Anleihen, Rohstoffe, Devisen und Derivate beinhalten. Spekulanten versuchen, von steigenden und sinkenden Preisen zu profitieren. Ein Händler kann beispielsweise eine Aktie im – vermeintlichen – Kurstief kaufen, wenn er auf steigende Preise spekuliert. Auch das Gegenteil ist natürlich möglich: der Händler verkauft eine Aktie vor dem spekulierten Kurssturz.

Trifft die Spekulation zu, sind hohe Gewinne möglich. Liegt der Händler jedoch falsch, können schnell große Summen an Geld verloren gehen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.