Was ist ein Zertifikat?

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Bei einem Zertifikat handelt es sich rechtlich um eine Inhaberschuldverschreibung wie bei einer Anleihe. Sie wird von einem Emittenten, üblicherweise […] (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Bei einem Zertifikat handelt es sich rechtlich um eine Inhaberschuldverschreibung wie bei einer Anleihe. Sie wird von einem Emittenten, üblicherweise einer Bank, ausgegeben. Der Käufer eines Zertifikats erwirbt das Recht auf Auszahlung eines bestimmten Geldbetrags zum Laufzeitende, dessen Höhe von der Entwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes (Index, Aktie(n), Rohstoff oder Währung) und der Ausgestaltung des Zertifikates abhängig ist.

Zertifikate bieten Ihnen eine transparente und kostengünstige Möglichkeit zum langfristigen Vermögensaufbau. Sie lassen sich optimal an Ihre persönliche Risikoeinstellung anpassen. Sie können entweder ein Zertifikat wählen, das Ihnen eine höhere Sicherheit als der jeweilige Basiswert bietet, oder aber ein Zertifikat mit einer höheren Renditechance – ganz wie es in Ihre Strategie passt. Kaum eine andere Wertpapierart bietet Ihnen solche flexiblen Anlagemöglichkeiten.

Mit Derivaten können Sie auf steigende und auf fallende Kurse setzen

Sie müssen bei Zertifikaten genau die gleichen Grundsätze einhalten wie bei einem Aktieninvestment. Denn Sie setzen mit einem Investment in ein Derivat noch immer auf den Basiswert (z. B. eine bestimmte Aktie), auch wenn der Investitionshorizont bei Derivaten meist kürzer ist. Viel mehr noch! Gerade bei Hebelprodukten ist eine sorgfältige Auswahl des Basiswertes noch entscheidender, da auch die Verlustrisiken entsprechend größer sind.

Seien Sie sich also bewusst, dass es nicht darauf ankommen kann, den schnellen Euro zu verdienen. Gerade Investments in Hebelzertifikate müssen wohlüberlegt sein. Auch wenn die einzelnen Scheine in kürzeren Zeitabständen als beispielsweise Aktien ge- und verkauft werden können, steht doch die mittel- bis langfristige Gesamtorientierung im Vordergrund.

Es gilt das Motto: Abgerechnet wird immer zum Ende des Jahres! Was den Handel mit Zertifikaten so attraktiv macht Zertifikate sind ein vergleichsweise neues Investmentvehikel. Sie wurden erst in den letzten Jahren in der deutschen Finanzlandschaft erfolgreich.

Es handelt sich bei den Wertpapieren um Schuldverschreibungen von Banken, deren Rückzahlungswert von den unterschiedlichsten Faktoren abhängig sein kann.

Zertifikate, die sich eins zu eins mit einem Aktienindex bewegen, existieren, ebenso wie komplex strukturierte Produkte, mit einem von vielen Parametern abhängigen Payoff-Profil.

Mit Zertifikaten lässt sich grundsätzlich in jeder Marktsituation eine attraktive Rendite erwirtschaften, natürlich ist hier das Timing des Einstieges von fundamentaler Bedeutung.

Sie können LONG gehen, d. h. Sie gehen davon aus, dass Ihr gewählter Basiswert steigen wird oder Sie gehen SHORT, wenn Sie erwarten, dass Ihr Basiswert fallen wird.

„Long“ steht somit für steigende Kurse und „Short“ für fallende Kurse. Um Verwirrungen vorzugreifen, bei Zertifikaten sprechen wir immer von Long und Short, bei Optionsscheinen immer von Call und Put! In beiden Fällen geht es darum, entweder auf steigende (Long/Call) oder fallende (Short/Put) zu setzen.

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Ein wichtiger Begriff den Sie kennen sollten, um die Funktionsweise der Zertifikate zu verstehen, ist der so genannte Basiswert. Dieser wird auch als Underlying bezeichnet und kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index oder auch ein Rohstoff sein. Der Basiswert ist deshalb von großer Bedeutung, weil sich jedes Zertifikat auf diesen Wert bezieht, da Zertifikate an sich keinen eigenen Wert haben, sondern nur den Wert des jeweiligen Underlying nachbilden.

Zwischen dem Finanzprodukt des Zertifikates auf der einen Seite und dem Basiswert auf der anderen Seite besteht stets eine bestimmte Verbindung, was das Wertverhältnis zueinander angeht.

So kann es zum Beispiel sein, dass in den Bedingungen zum Zertifikat festgehalten ist, dass das Zertifikat zum Basiswert ein Verhältnis von 1:100 hat.

Das würde bedeuten, bei einer Aktie als Basiswert würde ein Kurs von 50 € der Aktie bedeuten, dass das Zertifikat einen Preis von 0,50 € hätte. Steigt der Kurs der Aktie nun um beispielsweise 10 €, würde das Zertifikat im Wert um 10 Cent steigen.

Das Spektrum an zur Verfügung stehenden Zertifikaten ist außerordentlich groß und erfreut sich eines stetigen Wachstums; die Kreativität der Emittenten ist dabei bemerkenswert. Ob ein bestimmter Markt steigt, fällt oder stagniert, ist dabei von untergeordneter Bedeutung: Mit dem richtig strukturierten Produkt lassen sich stets lukrative Renditen erzielen, wenn die Marktentwicklung korrekt eingeschätzt wurde.

Bonuszertifikate beispielsweise versprechen eine hohe Rückzahlung, auch wenn der Markt seitwärts oder leicht fallend verläuft.

Der Emittent vereinnahmt bei der Konstruktion von Bonusprodukten die Dividenden des Underlyings und erwirbt damit eine digitale Option, die am Ende der Laufzeit eine attraktive Prämie auszahlt. Dies geschieht

allerdings nur, wenn der Basiswert zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit auf oder unter einer definierten Kursmarke notierte.

Die Hebelzertifikate haben im Gegensatz zu Optionsscheinen oftmals eine unbegrenzte Laufzeit und keinerlei Zeitwertverlust. Damit lassen sich auch mal längere Seitwärtsphasen ohne Verluste überstehen.

Bei Optionsscheinen hingegen ist es deutlich schwieriger. Da bräuchte man dann einen Schein mit einer langen Laufzeit und weit im Geld befindlich.

Ein Faktor wie implizierte Volatilität, spielt bei den von mir gewählten Zertifikaten keine Rolle, bei Optionsscheinen hingegen eine große.


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John Gossen
Von: John Gossen. Über den Autor

John Gossen ist seit Jahren aktiver Trader und informiert seine Leser im einzigartigen Video-Börsendienst John Gossens Trading Club und dem kostenlosen Video-Newsletter John Gossens Daily Dax.