Aktien für Kinder: Ratgeber für den Vermögensaufbau

Banknoten und Münzen auf einer Tafel mit Kreidezeichnungen von zwei Menschen und einem Haus.
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Inhaltsverzeichnis

Der Grundstein für finanziellen Erfolg wird oft früh gelegt. Für Eltern und Großeltern, die ihren Liebsten einen Vorsprung verschaffen möchten, bietet der Kapitalmarkt einzigartige Chancen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie systematisch investieren und dabei den Zinseszinseffekt nutzen können.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Aktien als Bausteine für den langfristigen Vermögensaufbau für Kinder dienen. Wir sprechen über die Funktionsweise eines Aktiensparplans, die Einrichtung eines Kinderdepots und geben Ihnen praktische Tipps an die Hand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der frühe Start in den Aktienmarkt ermöglicht es, den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte optimal zu nutzen und so ein Vermögen für das Kind aufzubauen.
  • Ein Sparplan auf breit gestreute ETFs ist die einfachste und risikoärmste Methode, um regelmäßig in den globalen Markt zu investieren.
  • Die Eröffnung eines Kinderdepots ist der notwendige erste Schritt, um Aktien oder ETFs rechtlich korrekt im Namen des Kindes zu erwerben.
  • Eltern sollten stets auf niedrige Kosten und eine breite Diversifikation achten, um die Rendite des Sparplans zu maximieren und das Risiko zu minimieren.

Aktien als Vermögensaufbau für die Kinder

Wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau für Kinder geht, stehen verschiedene Finanzprodukte zur Auswahl, wie zum Beispiel:

  • Klassische Sparbücher
  • Festgelder
  • Fonds und Aktien

Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen bieten traditionelle Sparformen kaum noch eine nennenswerte Rendite. Hier können Aktien eine sinnvolle Option darstellen, insbesondere im Rahmen eines regelmäßigen Aktiensparplans. Solch ein Sparplan ermöglicht es, schon mit kleinen Beträgen regelmäßig in Anteile von Unternehmen zu investieren und so vom Wirtschaftswachstum zu profitieren.

Wie funktionieren Aktien für Kinder?

Der Vermögensaufbau mit Aktien für Kinder funktioniert im Kern genauso wie für Erwachsene, jedoch mit dem entscheidenden Vorteil eines sehr langen Anlagehorizonts. Der einfachste und beliebteste Weg ist der Aktiensparplan, der mit regelmäßigen Einzahlungen bespart wird. Auch ein Sparplan mit ETFs kann eine Alternative sein. Die Schritte zur Einrichtung eines Sparplans mit Aktien sehen wir folgt aus:

1. Kinderdepot eröffnen: Zuerst muss ein Kinderdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker eingerichtet werden. Dieses Depot wird auf den Namen des Kindes geführt, aber von den gesetzlichen Vertretern (Eltern) verwaltet.

2. Sparrate festlegen: Bestimmen Sie, welchen Betrag Sie monatlich investieren möchten. Schon kleine Beträge ab 25 Euro sind oft möglich.

3. Anlageprodukt auswählen: Wählen Sie eine oder mehrere Aktien aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich große Aktien besonders gut. Alternativ können Sie auch breit gestreute ETF wählen.

4. Sparplan einrichten: Im Depot-Interface richten Sie den Sparplan ein, indem Sie das gewählte Produkt, die Sparrate und den Ausführungstag festlegen. Die Bank kauft dann automatisch monatlich Aktien- oder ETF-Anteile für das Kind.

5. Laufen lassen: Der wichtigste Schritt ist, den Sparplan über viele Jahre hinweg laufen zu lassen, um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen.

Kann ich Aktien für meine Kinder kaufen?

Eltern dürfen Aktien für ihre Kinder kaufen. Dies geschieht rechtlich korrekt über ein sogenanntes Kinderdepot. Da Kinder in Deutschland nur beschränkt geschäftsfähig sind, müssen die Eltern als gesetzliche Vertreter das Depot eröffnen und verwalten. Wichtig ist, dass die erworbenen Aktien oder ETF-Anteile rechtlich dem Kind gehören und nicht den Eltern.

Warum sind Aktien als Vermögensaufbau für Kinder sinnvoll?

Der Einsatz von Aktien im Vermögensaufbau für Kinder ist aus mehreren Gründen besonders sinnvoll, die alle mit dem langen Anlagehorizont zusammenhängen:

Maximale Nutzung des Zinseszinseffekts: Der Zinseszinseffekt ist der größte Vorteil beim frühen investieren. Da das Kind oft 15 bis 20 Jahre Zeit hat, bis es das Geld benötigt, können die jährlichen Gewinne (die Rendite) immer wieder neu investiert werden und selbst Gewinne abwerfen.

Höhere Renditeerwartung im Vergleich zu Sparbüchern:Historisch gesehen haben Aktien und breit gestreute ETFs die höchste Rendite aller Anlageklassen erzielt. Während Sparbücher oder Tagesgeldkonten oft kaum die Inflationsrate ausgleichen, bieten Aktien die Chancen auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von 6 bis 8 Prozent.

Inflationsschutz durch Sachwerte: Aktien repräsentieren Anteile an realen Unternehmen. Steigen die Preise (Inflation), steigen in der Regel auch die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, was sich positiv auf den Wert der Aktie auswirkt. Der Aktiensparplan schützt das Vermögen des Kindes somit effektiv vor Wertverlust.

Glättung von Marktschwankungen durch lange Laufzeit: Der Aktienmarkt ist volatil, aber über lange Zeiträume gleichen sich Schwankungen aus. Ein Sparplan für ein Kind hat typischerweise eine Laufzeit von 15 Jahren oder mehr. In dieser Zeit können kurzfristige Krisen ausgesessen werden. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Aktien-Sparplan über 15 Jahre im Minus zu landen, ist historisch gesehen extrem gering.

Was sind die Vor- und Nachteile von Aktien zum Vermögensaufbau?

Der Vermögensaufbau mit Aktien bietet spezifische Vor- und Nachteile, die Eltern kennen sollten, bevor sie ein Depot für ihr Kind eröffnen. Einige Vorzüge sind:

Hohe Renditeerwartung: Aktien bieten historisch gesehen die höchsten langfristigen Renditen aller Anlageklassen. Durch die Beteiligung an erfolgreichen Unternehmen können Anleger überdurchschnittliche Gewinne erzielen.

Breiter Diversifikationsgrad: Besonders ein ETF-Sparplan ermöglicht es, mit einer einzigen Transaktion in Hunderte oder Tausende von Aktien zu investieren. Diese breite Streuung minimiert das Risiken von Einzelaktien und sorgt für eine stabilere Wertentwicklung des Depots.

Flexibilität und Verfügbarkeit: Das Geld im Kinderdepot ist nicht fest gebunden. Aktien und ETF-Anteile können jederzeit an der Börse verkauft werden. Dies bietet eine hohe Flexibilität, falls das Kind das Kapital früher als geplant benötigt.

Nutzung von Freibeträgen: Kinder haben in Deutschland eigene steuerliche Freibeträge. Gewinne aus Aktien und ETFs bleiben bis zu einer bestimmten Höhe steuerfrei, was die Netto-Rendite des Sparplans zusätzlich erhöht.

Nachteile sind demgegenüber:

Kursrisiko und Volatilität: Der Wert einer Aktie oder eines ETFs kann stark schwanken. Kurzfristig können erhebliche Verluste entstehen. Eltern müssen die Risiken der Volatilität akzeptieren und bereit sein, auch temporäre Buchverluste im Depot hinzunehmen.

Komplexität und Informationsbedarf: Im Vergleich zu einem Sparbuch erfordert die Anlage in Aktien ein gewisses Grundwissen über Finanzmärkte, ETFs und die Auswahl des richtigen Sparplans. Wenn Sie Einzelaktien kaufen, müssen Sie sich intensiv mit den jeweiligen Unternehmen beschäftigen.

Sperrwirkung des Kinderdepots: Das Kinderdepot gehört dem Kind. Eltern können das Kapital nicht einfach für eigene Zwecke entnehmen. Größere Verkäufe, die nicht im Sinne des Kindes sind, müssen unter Umständen vom Familiengericht genehmigt werden, was eine gewisse Einschränkung der Flexibilität darstellt.

Wo legt man am besten Geld für Kinder an?

Es gibt nicht die eine beste Anlageform für Kinder, da die optimale Strategie immer von individuellen Faktoren abhängt. Die Entscheidung, ob Sie in Aktien, ETFs, Immobilienfonds oder eine Mischung investieren, hängt von der geplanten Laufzeit, der Risikoneigung der Eltern und dem Sparziel ab.

Tipps: Worauf sollten Eltern/Großeltern achten?

Um den Vermögensaufbau für Kinder mit Aktien erfolgreich zu gestalten, sollten Eltern und Großeltern einige wichtige Tipps beachten:

Tipp 1 – Den Anlagehorizont voll ausschöpfen: Der größte Vorteil beim investieren für Kinder ist die Zeit. Beginnen Sie so früh wie möglich, idealerweise direkt nach der Geburt. Je länger der Sparplan läuft, desto stärker kann der Zinseszinseffekt wirken. Planen Sie mit einer Laufzeit von mindestens 15 Jahren, um kurzfristige Marktschwankungen zu Risiken zu minimieren.

Tipp 2 – Auf breite Diversifikation setzen: Statt nur auf riskante Einzelaktien zu setzen, wählen Sie am besten einen globalen ETF, der in Hunderte von Unternehmen investiert. Ein ETF auf den MSCI World oder einen All-World-Index verteilt das Risiko optimal und bietet eine solide Basis-Rendite. Dies ist die sicherste Form, um an der Wertentwicklung von Aktien teilzuhaben.

Tipp 3 – Das Kinderdepot frühzeitig einrichten: Ein eigenes Kinderdepot ist essenziell. Es stellt sicher, dass die Aktien rechtlich dem Kind gehören und ermöglicht die Nutzung der steuerlichen Freibeträge. Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Broker, da die Gebühren für das Depot und die Aktiensparplan-Ausführung variieren können.

Tipp 4 – Regelmäßig und diszipliniert sparen: Die Kontinuität des Sparplans ist wichtiger als die Höhe der Rate. Richten Sie einen Dauerauftrag ein, der automatisch die Sparrate in das Depot überweist. Dies nutzt den sogenannten Cost-Average-Effekt, bei dem Sie bei niedrigen Kursen mehr Aktien-Anteile kaufen.

Tipp 5 – Die Kosten im Blick behalten: Achten Sie auf die Gesamtkostenquote (TER) des ETFs bzw. der Aktien und die Gebühren für die Ausführung des Aktiensparplans. Niedrige Kosten bedeuten langfristig eine höhere Netto-Rendite für das Kind. Schon kleine Unterschiede bei den Gebühren können über 15 Jahre hinweg Tausende von Euro ausmachen.

Tipp 6 – Das Kind in die Anlage einbeziehen: Sobald das Kind alt genug ist, binden Sie es in die Entscheidungen ein. Zeigen Sie ihm, welche Unternehmen im Depot sind und wie sich der Wert entwickelt. Dies ist eine wertvolle Lektion in Sachen Finanzbildung und hilft dem Kind, den Wert von Aktien und langfristigem Sparplan zu verstehen.