Bedeutet ein Anleihenverkauf „über pari“ eine gute Investition?

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Jede Anleihe hat einen Nominalwert, doch gehandelt wird sie oftmals über oder unter pari – und damit unterschiedlich gewinnbringend. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Die Begriffe „über pari“ bzw. „unter pari“ – in Bezug auf Anleihen – bedeuten für den Anleger, dass der Kaufpreis einer Anleihe entweder über oder unter ihrem Nominalwert gehandelt wird.

International wird stellvertretend  „at a premium“ (über pari) bzw. „at a discount“ (unter pari) gehandelt.

Beispielsweise beträgt der Nominalwert einer Anleihe 1.000 €. Über pari bedeutet einen Verkauf zu einem höheren (z.B. 1.010 €), unter pari den Verkauf zu einem niedrigeren Preis (z.B. 990 €).

Grund dafür sind wechselnde Zinsraten, denn wie die meisten festverzinslichen Wertpapiere sind auch Anleihen eng an Zinsraten gekoppelt. Steigen diese an, fällt der Marktpreis der Aktie – und umgekehrt.

Dazu ein Beispiel: Angenommen die Marktzinsrate beträgt heute 3%. Ein Anleger erwirbt zu diesem Zeitpunkt eine Anleihe mit einem Nominalwert von 1.000 € und einem Kupon von 5%.

Steigt die Zinsrate seit dem Ankauf um 1% an, lässt sich die Anleihe wieder gewinnbringend verkaufen (über pari).

Denn die Marge (bzw. engl. der „Spread“) belief sich vorher auf 2% (Kupon von 5% – Marktzinsrate von 3%), ist aber mittlerweile auf 3% (5% – 2%) angestiegen.

Allerdings werden in diesem vereinfachten Beispiel nicht alle Faktoren mit einbezogen, die tatsächlich den Anleihenpreis bestimmen.

Über die Profitabilität einer Investition lässt sich wenig sagen, wenn lediglich der Verkauf über und unter pari verglichen wird.

Denn auch andere Faktoren entscheiden darüber, wie allein die Erwartung einer bestimmten Zinsrate sowie die Bonität der Anleihe selbst.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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