Endlich leicht umrechnen: 1 Euro = 1 US-Dollar

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Wie schön! Endlich können wir den Taschenrechner weglegen. 1 Euro ist genauso viel wert wie 1 US-Dollar. Das hatten wir tatsächlich zuletzt im Januar 2002.

Zur Erinnerung: 1999 wurde der Euro offiziell eingeführt. Als Buchgeld erst einmal nur. Am 1. Januar 2002 gab es ihn dann als Bargeld. Und genau zu diesem Zeitpunkt war er so viel wert wie heute. Der Kreis schließt sich also.

EUR/USD im Tageschart

1,22 – so viel US-Dollar gab es letzten Sommer noch für einen Euro. Jetzt haben wir die viel beschworene Parität erreicht. Gleichstand. Der US-Dollar ist stark wie nie. Der Euro ist schwach wie fast nie. Nur zur Einführung als Bargeld hatte er solch einen geringen wert.

(Quelle: Tradingview.com)

Die schlechte Nachricht

Bei 1,00 ist nicht Schluss! Der Euro kann noch schwächer werden. Warum sollte sich der Trend ändern? Die EZB schläft. Europa zerlegt sich durch die Russland-Sanktionen selbst. Der lachende Dritte ist die USA, deren teures Gas wir jetzt kaufen dürfen.

Sind die USA damit am Ziel? Den Euro und Europa zu schwächen während wir einen Stellvertreterkrieg gegen Russland am Leben erhalten. Gut für die Rüstungsindustrie. Furchtbar für die Menschen vor Ort. Schlecht auch für die Menschen in Europa, die zukünftig kalt duschen müssen.

Jetzt mal unter uns: Wohin soll das im Winter führen? Wenn Leute teilweise schon von ihren Stadtwerken informiert werden, sich 8.000 Euro zurückzulegen. So viel teurer wird die Gasrechnung laut deren Voraussicht nächstes Jahr. Wer ist finanziell so flexibel, dass er einmal locker 8.000 Euro im Jahr spart, damit er weiterhin heizen kann und warmes Wasser nutzen darf?

Viele leben von Lohnzettel zu Lohnzettel. Wenn einmal kein Gehalt gezahlt werden würde, wird es schwer, den Kühlschrank zu füllen oder zu tanken.

Währenddessen bekommen wir fleißig Nachrichten zu lesen, ab wann man in Deutschland als „reich“ gilt. 3.200 Euro netto in Monat – ist übrigens die Antwort darauf. Als Alleinverdiener. Laut Institut der deutschen Wirtschaft braucht man als Single 3.529 Euro netto, als Paar 7.300 Euro netto.

Viel wichtiger wäre eigentlich das Gegenteil. Denn unter 1.126 Euro netto im Monat, gilt man als arm. Ich bin gespannt, wie diese Zahlen nächstes Jahr aussehen. Wer 2.000 Euro netto im Monat hat, also fast doppelt so viel wie die Armutsgrenze, wird wohl einige Hundert Euro pro Monat an Strom und Gas zahlen dürfen. Die Armutsgrenze muss somit nach oben rutschen.

Aber wer mit 1.000 Euro netto kann sich heute noch tanken leisten, um damit in die schlechtbezahlte Arbeit zu fahren? Wie sollen die dann im Winter heizen oder jetzt schon Warmwasser bezahlen? Die nächsten Monate werden richtig hart, wenn die Politik nicht hilft. Bis jetzt hat sie eher das Gegenteil getan.

Russland geht es damit übrigens gar nicht so schlecht. Der Rubel hat sich im Vergleich zum Euro seit März im Wert verdoppelt…