ETF Trends 2026: So positionieren Sie Ihr Portfolio
Exchange Traded Funds (ETFs) haben sich als eines der beliebtesten Anlageinstrumente etabliert. Sie bieten eine einfache, kostengünstige und transparente Möglichkeit, in ganze Märkte oder spezifische Sektoren zu investieren. Doch welche ETFs werden im Jahr 2026 besonders im Fokus stehen?
Wir beleuchten die wichtigsten Trends, die Anleger in den kommenden Jahren nicht ignorieren sollten. Sie erhalten in unserem Beitrag fundierte Antworten auf die Fragen, wie hoch die Akzeptanz von ETFs ist, welche Branchen und Länder im Markt hervorstechen und welche Strategie Sie für Ihr Depot verfolgen können.
Wie groß ist die Akzeptanz von ETFs bei Anlegern?
Die Akzeptanz von ETFs bei Anlegern in Europa und insbesondere in Deutschland hat in den letzten Jahren signifikant zugenommen. In Deutschland stieg der Anteil der Anleger, die ETFs in ihren Portfolios halten, von 40 Prozent im Jahr 2022 auf über 50 Prozent im Jahr 2025. Für das Jahr 2026 planen laut einer BlackRock-Umfrage rund 6,5 Millionen Deutsche, in ETFs zu investieren, wovon 1,62 Millionen Erstanleger sind.
Welche ETFs werden in 2026 gefragt sein?
Im Jahr 2026 werden vor allem ETF-Gruppen gefragt sein, die auf langfristige Megatrends setzen oder Regionen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial abbilden. Der Fokus der Anleger verschiebt sich zunehmend von reinen passiven Strategien hin zu einer Kombination aus Core- und Satelliten-Investitionen.
Der Core-Anteil, oft ein breit diversifizierter Welt-ETF, bleibt bestehen, doch die Satelliten gewinnen an Bedeutung. Diese Satelliten sind thematische ETFs, die zum Beispiel folgende abbilden:
- Künstliche Intelligenz
- Halbleiter
- Grüne Technologien
Diese Sektoren profitieren von strukturellen Veränderungen und massiven Investitionen, was ihnen eine hohe Chance auf überdurchschnittliche Renditen verschafft.
Welche Wachstumsbranchen gibt es in 2026?
Thematische ETFs, die sich auf Wachstumsbranchen konzentrieren, sind bei Anlegern besonders gefragt, da sie die Möglichkeit bieten, von strukturellen Veränderungen und technologischen Trends zu profitieren. Für 2026 zeichnen sich unter anderem folgende Wachstumsbranchen ab:
Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data
Die KI-Revolution ist in vollem Gange und wird 2026 weiter an Fahrt gewinnen. Unternehmen, die in die Entwicklung von KI-Software, Hardware (wie spezialisierte Chips) und Big-Data-Analysen involviert sind, stehen vor einem massiven Wachstumsschub. Die breite Anwendung von generativer KI in nahezu allen Wirtschaftszweigen, von der Medizin bis zur Fertigung, sichert dieser Branche eine führende Position im Markt.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1C (IE00BGV5VN51)
Halbleiter
Halbleiter sind das Rückgrat der modernen Technologie und unverzichtbar für KI, Automatisierung und die Digitalisierung. Die globale Chip-Knappheit der letzten Jahre hat die Notwendigkeit massiver Investitionen in Produktionskapazitäten und Forschung verdeutlicht. 2026 dürfte die Nachfrage nach Hochleistungschips für Rechenzentren und Edge Computing weiterhin exponentiell steigen.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der VanEck Semiconductor UCITS ETF (IE00BMC38736)
Robotik und Automatisierung
Die zunehmende Automatisierung von Produktionsprozessen, Logistik und Dienstleistungen ist eine Antwort auf steigende Lohnkosten und den Fachkräftemangel. Robotik- und Automatisierungs-ETFs investieren in Unternehmen, die Industrieroboter, Automatisierungssoftware und Drohnentechnologie entwickeln. Die Integration von KI in die Robotik wird diese Branche zusätzlich beschleunigen.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der iShares Automation & Robotics UCITS ETF (IE00BYZK4552).
Cybersicherheit
Mit der fortschreitenden Digitalisierung und der Zunahme von Cloud-Diensten steigt auch die Bedrohung durch Cyberangriffe. Cybersicherheits-ETFs investieren in Unternehmen, die Lösungen zum Schutz von Daten, Netzwerken und kritischen Infrastrukturen anbieten. Die Ausgaben für Cybersicherheit sind nicht „diskutabel“, sondern eine Notwendigkeit für jedes Unternehmen und jede Regierung.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der iShares Digital Security UCITS ETF USD (IE00BG0J4C88).
Welche Länder-ETFs werden in 2026 interessant sein?
Mit Länder-ETFs können Anleger gezielt in die Aktienmärkte einzelner Nationen investieren, anstatt nur einen breiten Index wie den MSCI World abzubilden. Während Industrienationen wie die USA und Europa weiterhin wichtig sind, bieten Schwellen- und Grenzmärkte oft höhere Wachstumsraten und damit attraktive Chancen.
Indien
Indien wird zunehmend als die nächste große globale Wachstumslokomotive angesehen. Das Land profitiert von einer jungen, wachsenden Bevölkerung, einer rasch expandierenden Mittelschicht und massiven staatlichen Investitionen in die Infrastruktur. Politische Stabilität und eine zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft machen den indischen Markt für internationale Anleger äußerst attraktiv. Trotz höherer Volatilität im Vergleich zu Industrienationen bietet Indien ein überzeugendes langfristiges Wachstumspotenzial.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der iShares MSCI India UCITS ETF USD Acc (IE00BZCQB185).
Japan
Japan, lange Zeit als schlafender Riese betrachtet, erlebt eine Renaissance. Unternehmensreformen, die auf eine höhere Aktionärsrendite abzielen und eine anhaltend lockere Geldpolitik der Zentralbank treiben den Aktienmarkt an. Viele japanische Unternehmen sind Weltmarktführer in Nischentechnologien und profitieren von der globalen Nachfrage nach Halbleiterausrüstung und Automatisierung. Die attraktiven Bewertungen im Vergleich zu US-Aktien machen Japan zu einem wichtigen Bestandteil diversifizierter Portfolios.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der Xtrackers MSCI Japan UCITS ETF 1C (LU0274209740)
Schwellenländer (Emerging Markets)
Als breite Anlageklasse bieten Schwellenländer eine hervorragende Diversifikation. Sie profitieren von günstigeren demografischen Trends und einem geringeren Schuldenstand im Vergleich zu vielen Industrienationen. Die Erholung der globalen Lieferketten und die steigende Binnennachfrage in Ländern wie Brasilien, Südkorea und Taiwan können 2026 zu einer Outperformance führen.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (IE00BKM4GZ66).
Vietnam
Vietnam entwickelt sich rasant zu einem wichtigen Produktionsstandort in Südostasien und profitiert von der Diversifizierung der globalen Lieferketten weg von China. Als sogenannter Frontier Market bietet Vietnam ein extrem hohes Wachstumspotenzial, allerdings auch ein höheres Risiko. Für Anleger mit einer hohen Risikobereitschaft und einem sehr langen Anlagehorizont kann ein gezielter Vietnam-ETF eine spannende Ergänzung für ihre Portfolios darstellen, um von dieser dynamischen Entwicklung zu profitieren.
→ Ein passender ETF ist zum Beispiel der Xtrackers Vietnam Swap UCITS ETF 1C (LU0322252924).
Tipps: Worauf sollten Anleger bei der Wahl der ETFs in 2026 achten?
Die Auswahl der richtigen ETFs erfordert eine durchdachte Strategie und die Berücksichtigung verschiedener Faktoren. Um Ihr Depot optimal für die Trends des Jahres 2026 aufzustellen, sollten Sie die folgenden fünf Tipps beachten:
Tipp 1 – Achten Sie auf die Gesamtkostenquote (TER): Die TER ist der wichtigste Kostenfaktor bei ETFs und wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Auch wenn die Kosten in Europa generell niedrig sind, können selbst kleine Unterschiede über lange Zeiträume hinweg einen großen Einfluss auf die Gesamtrendite haben. Wählen Sie ETFs mit einer möglichst niedrigen TER, um Ihre Rendite zu maximieren und unnötige Kosten zu vermeiden.
Tipp 2- Prüfen Sie die Replikationsmethode: Es gibt physisch replizierende ETFs, welche die Aktien des Index tatsächlich kaufen und synthetisch replizierende ETFs, die den Index über Swaps abbilden. Physische Replikation gilt oft als transparenter und einfacher zu verstehen, während synthetische ETFs in manchen Märkten effizienter sein können.
Tipp 3 – Berücksichtigen Sie die Ausschüttungsart: Ausschüttende ETFs zahlen die Erträge (Dividenden, Zinsen) direkt an Sie aus, während thesaurierende ETFs diese Erträge automatisch wieder in den Fonds investieren. Für langfristige Anleger, die den Zinseszinseffekt optimal nutzen möchten, sind thesaurierende ETFs oft die bessere Wahl. Ausschüttende ETFs eignen sich eher für jene, die regelmäßige Einnahmen aus ihrem Depot wünschen.
Tipp 4 – Diversifizieren Sie über Sektoren und Regionen: Um das Risiko der erhöhten Volatilität im Markt zu mindern, ist eine breite Streuung unerlässlich. Setzen Sie nicht nur auf einen Trend oder eine Region, sondern kombinieren Sie globale Basis-ETFs mit gezielten Satelliten-Investitionen in Wachstumsbranchen und Schwellenländern.
Tipp 5- Bleiben Sie langfristig orientiert und diszipliniert: Kurzfristige Volatilität und Marktschwankungen sind normal und sollten Sie nicht zu überstürzten Verkäufen verleiten. Halten Sie an Ihrer einmal festgelegten Strategie fest und nutzen Sie Rücksetzer gegebenenfalls für Nachkäufe.