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Aktienhandel: Geld-Brief-Spanne hängt von der Volatilität ab

Beim Aktienhandel fragen sich vor allem Einsteiger, wie die Aktienkurse eigentlich zustande kommen.

Unterschiedliche Geld- und Briefkurse sorgen hier manchmal für große Verwirrung.

Dabei ist die Erklärung sehr einfach: Der Briefkurs ist ein Angebotskurs. Er stellt den Kurs dar, zu dem Verkäufer bereit sind, ihre Wertpapiere zu verkaufen.

Umgekehrt gilt: Der Geldkurs ist eigentlich ein Verkaufskurs. Zu diesem Kurs sind Käufer bereit, das Wertpapier zu kaufen.

Der Geldkurs repräsentiert also die Kaufwünsche der Marktteilnehmer.

Aktienhandel: Geld-Brief-Spanne spiegelt die Meinungen der Marktteilnehmer wider

Der Briefkurs ist im Vergleich zum Geldkurs immer der höhere, da die Verkäufer eines Wertpapiers logischerweise zu einem möglichst hohen Kurs verkaufen wollen.

Mehr dazu: Briefkurs einer Aktie – Was er bedeutet und wozu er da ist


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Die Geld-Brief-Spanne – im Englischen „Bid-Ask-Spread“ genannt – beschreibt dann die Spanne zwischen den aktuellen Kauf- und Verkaufsangeboten eines Wertpapiers oder einer Währung.

Diese kann sowohl in Prozent als auch in absoluten Zahlen angegeben werden.

Insgesamt gilt: Je höher die Geld-Brief-Spanne ist, desto weiter gehen die Meinungen der Marktteilnehmer über den fairen Preis der Aktie auseinander.

Die Geld-Brief-Spanne: Erklärung anhand eines Beispiels

Ein Beispiel: Im Handelssystem werden Apple-Aktien bei 515 US-Dollar gehandelt. Auf dem „Bid“ liegen 200 Apple-Aktien zu je 516 US-Dollar, auf dem „Ask“ hingegen erscheinen 200 Apple-Aktien zu je 514 US-Dollar.

Damit will ein Händler 200 Apple-Aktien zu je 516 US-Dollar verkaufen, während ein Käufer 200 Apple-Aktien zu je 514 US-Dollar kaufen will.

Als Mittelkurs ergibt sich dann der Kurs von 515 US-Dollar, bei dem schließlich ein Handel zustande kommt.

Mehr dazu: Briefkurs: Bedeutung und Zustandekommen

Bei Werten mit hohem Umsatzvolumen sind die Geld-Brief-Spannen beim Aktienhandel für gewöhnlich eher gering.

Geld-Brief-Spannen (Spreads) von mehr als 2 Prozent sind insbesondere bei Werten zu beobachten, die ein niedrigeres Handelsvolumen aufweisen.

Auch die Volatilität kann hier eine ganz entscheidende Rolle spielen: Denn je volatiler der Wert, desto höher ist in der Regel auch der Spread.

In der Vergangenheit wurde die Geld-Brief-Spanne beim Aktienhandel von Skontoführern ermittelt. Heute werden überwiegend nur noch Kurstaxen auf den Kurstafeln an den jeweiligen Börsen veröffentlicht.

Mehr dazu: Geldkurs und Briefkurs: Der Unterschied

Fazit

Für Aktienanleger spielt der Geld-Brief-Kurs nur dann eine Rolle, wenn wenige liquide Aktien oder kleine Werte – die sogenannten Pennystocks – gehandelt werden. Auch beim Handel von Derivaten sind höhere Spreads mitunter an der Tagesordnung.

Hier sollte der Anleger Vorsicht walten lassen. Denn bei einer Option, die zu einem Geldkurs von 0,30 Euro und zu einem Briefkurs von 0,33 Euro taxiert wird, entsteht bereits beim Kauf ein Buchverlust von 10 Prozent.

7. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands