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Bruttoinlandsprodukt: Berechnung der Volkswirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erwirtschaftet wurden.

Das BIP gibt außerdem Auskunft über die wirtschaftliche Leistung einer Volkwirtschaft innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.

Mehr dazu: Was ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und warum ist es so wichtig?

Die Veränderungsrate des Bruttoinlandsprodukts gilt als Messgröße für das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften und ist deswegen die wichtigste Größe der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Im Gegensatz zum Bruttonationaleinkommen werden bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts die Leistungen von Aus- und Inländern berücksichtigt. Dieses Verfahren nennt sich auch das Inlandsprinzip.

Berechnung des Bruttoinlandsprodukts

Für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts können 3 verschiedene Verfahren angewendet werden.

Dabei ist ausschlaggebend, ob dabei die Entstehung, die Verwendung oder die Verteilung betrachtet werden soll.

Bruttoinlandsprodukt: Entstehungsrechnung

Bei der Entstehungsrechnung werden als erstes die Vorleistungen, also die im Produktionsprozess verbrauchten Güter, vom Produktionswert abgezogen. So ergibt sich die Bruttowertschöpfung.

Mehr dazu: Bruttoinlandsprodukt (BIP): der Einfluss auf Aktiengewinne

Diese wird dann mit den Gütersteuern (abzüglich der Subventionen) addiert und das Ergebnis ist das Bruttoinlandsprodukt.

Beispiel:

Der Produktionswert einer Volkswirtschaft beträgt 3.700,00 Mrd. €.

Die Vorleistungen belaufen sich auf 1.900,00 Mrd. €.

3.700,00 Mrd. – 1.900,00 Mrd. = 1.800,00 Mrd.

Die Bruttowertschöpfung beträgt also 1.800,00 Mrd. €.

Die Gütersteuern, abzüglich der Subventionen, belaufen sich auf 200,00 Mrd. €.

1.800,00 Mrd. + 200,00 Mrd. = 2.000,00 Mrd.

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt in diesem Fall also 2.000,00 Mrd. €.

Bruttoinlandsprodukt: Verwendungsrechnung

Mit der Verwendungsrechnung wird das Bruttoinlandsprodukt dadurch ermittelt, dass die Bruttoinvestitionsausgaben, die Konsumausgaben (also Ausgaben privater Haushalte und privater Organisationen ohne Erwerbszwecke), die Staatsausgaben und der Außenbeitrag (also Exporte und Importe) miteinander addiert werden.

Beispiel:

Angenommen, die Bruttoinvestitionen einer Volkswirtschaft betragen 450,00 Mrd. €, die privaten Konsumausgaben 1.220,00 Mrd. €, die Konsumausgaben des Staates 400,00 Mrd. € und der Außenbeitrag 7,50 Mrd. €.

Dann würde die Rechnung lauten:

450,00 Mrd. + 1.220,00 Mrd. + 400,00 Mrd. + 7,50 Mrd. = 2.071,5 Mrd.

Das Bruttoinlandsprodukt würde in diesem Fall also 2.071,5 Mrd. € betragen.

Bruttoinlandsprodukt: Verteilungsrechnung

Um mithilfe der Verteilungsrechnung das BIP zu berechnen, muss zunächst das Volkseinkommen berechnet werden. Dazu werden das Arbeitnehmerentgelt sowie das Unternehmens- und Vermögenseinkommen miteinander addiert.

Anschließend werden das Volkseinkommen mit den Produktions- und Importabgaben (abzüglich der Subventionen) addiert. So ergibt sich das Nettonationaleinkommen. Dieses wird nun mit den Abschreibungen addiert. Das Ergebnis ist das Bruttonationaleinkommen.

Als nächstes muss nur noch der Saldo des Primäreinkommens aus der übrigen Welt vom Bruttonationaleinkommen abgezogen werden. Das Ergebnis ist das Bruttoinlandsprodukt.

Beispiel:

Nehmen wir an, das Arbeitnehmerentgelt in einer Volkswirtschaft beträgt 1.100,00 Mrd. €, das Unternehmens- und Vermögenseinkommen 425,00 Mrd. €, die Produktions- und Importabgaben (abzüglich der Subventionen) 210,00 Mrd. €, die Abschreibungen 310,00 Mrd. € und das Saldo des Primäreinkommens aus der übrigen Welt 20,00 Mrd. €.

Dann würde die Rechnung folgendermaßen aussehen:

1.100,00 Mrd. € + 425,00 Mrd. € = 1.525,00 Mrd. € (Volkseinkommen)

1.525,00 Mrd. € + 210,00 Mrd. € = 1.735,00 Mrd. € (Nettonationaleinkommen)

1.735,00 Mrd. € + 310,00 Mrd. € = 2.045,00 Mrd. € (Bruttonationaleinkommen)

2.045,00 Mrd. € – 20,00 Mrd. € = 2.025,00 Mrd. € (Bruttoinlandsprodukt)

Fazit: Insgesamt gibt es 3 Möglichkeiten, das Bruttoinlandsprodukt zu berechnen.

Gerade in Deutschland sollte man jedoch von der Verteilungsrechnung Abstand halten, da hier keine ausreichenden Angaben über die Unternehmensgewinne vorliegen, um eine sichere Berechnung vornehmen zu können.

7. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.