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Darf die Bank mir als Erben den Zugriff aufs Konto des Verstorbenen ve

„Das darf doch nicht wahr sein. Nach dem Tod meines Vaters verweigert die Bank mir als Erben den Zugriff auf ihr Geld.

Darf sie das?“

So eine empörte Leserin, die neben den Beerdigungskosten auch noch offene Rechnungen ihres Vaters zu begleichen hat und das gern von seinem Konto tun würde.

Die Antwort lautet: Sie darf das. Aber nur vorläufig.

Tatsächlich wird direkt nach dem Tod das Konto der verstorbenen Person eingefroren. Überweisungen, Abhebungen und Abbuchungen sind dann nicht mehr möglich.

Das hat auch einen Grund: Die Bank muss sicherstellen, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf das Konto haben. So wird vermieden, dass sich jeder beliebige Angehörige am Geld des Verstorbenen bedient. Also auch Personen, die gar nicht zu den Erben zählen.


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Es gibt allerdings eine Ausnahme: Personen, auf die „eine Vollmacht über den Tod hinaus“ ausgestellt wurde, haben Zugriff auf das Konto.

Und das unabhängig davon, ob sie zu den Erben gehören oder nicht. Das Geld dürfen sie dann allerdings nicht beliebig behalten und für sich verwenden. Sie sind nach Begleichung offener Rechnungen des Verstorbenen gegenüber den Erben zur Auszahlung verpflichtet.

Ansonsten gilt: Die Bank ermöglicht den Hinterbliebenen nur dann einen Zugriff auf das Konto, wenn Sie sich als legitime Erben ausweisen können.

Das geschieht üblicherweise durch einen Erbschein, den das Nachlassgericht oder (in Baden-Württemberg) der Notar für die Erben ausstellt.

Das geht nach Testament. Ist keines vorhanden, gilt die gesetzliche Erbfolge, wonach Ehepartner und Nachkommen/Vorfahren in direkter Linie als erste erbberechtigt sind.

Hat der Verstorbene ein notarielles Testament hinterlassen, genügt der Nachweis über die Testamentseröffnung als Nachweis gegenüber der Bank. Erst wer Erbschein oder diesen Nachweis vorlegen kann, bekommt Zugriff auf die Konten und Depots des Verstorbenen.

Aber auch damit sind noch nicht alle Schwierigkeiten ausgeräumt.

Denn nur alle Erben gemeinsam können über das Konto verfügen. Das müssen sie einstimmig tun. So wird vermieden, dass ein einziger Erbe das Konto abräumt und die anderen wider Willen leer ausgehen.

Sie sehen also: Die Bank handelt völlig korrekt, wenn sie direkt nach dem Tod des Kontoinhabers den Hinterbliebenen den Zugriff zunächst verweigert.

Viele Banken machen es aber möglich, zumindest die Beerdigungskosten direkt vom Konto des Verstorbenen zu bezahlen. Dazu gehen Sie als Angehöriger hin und reichen die entsprechenden Rechnungen im Original ein.

Anschließend kümmern Sie sich um Ihren Erbschein oder um die Testamentseröffnung. Dann steht dem Zugriff auf das Konto des Verstorbenen auch nichts mehr im Wege.

19. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".