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Carl Icahn: Der clevere Stratege

Carl Icahn wurde 1936 in New York City geboren und wuchs in einer mittelständischen Familie in Far Rockaway in Queens auf. Er besuchte mit einem Stipendium die Princeton Universität und beendete sein Studium 1957 mit einem Abschluss in Philosophie. Icahn besuchte darüber hinaus die New York University’s School of Medicine, verließ sie jedoch ohne Abschluss. Es heißt, er käme mit Leichen nicht klar.

Carl Icahn nahm einen Einstiegs-Job als Börsenhändler bei Dreyfus & Company in New York an. Sieben Jahre später begann seine Karriere im Finanzwesen an der New Yorker Börse. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich Icahn in einen kämpferischen Investoren und setzte seine hohen Positionen in Publikumsgesellschaften dazu ein, Veränderungen zu erzwingen und damit den Wert der Aktien zu erhöhen.

Icahn begann seine „Finanzhai-Tätigkeit“ in den späten 1970er Jahren und verschaffte sich unter anderem einen Namen durch die „feindliche Übernahme“ der US-amerikanischen Fluggesellschaft TWA im Jahr 1985.

Der “Icahn Lift“

Carl Icahn ist für den so genannten “Icahn Lift” bekannt. Dieses Schlagwort hat sich an der Wall Street für einen Preissprung von Firmenaktien etabliert, der typischerweise dann auftritt, wenn Carl Icahn beginnt, Aktien einer Firma zu kaufen, die er für schlecht gemanagt hält.

Seit Mitte der 1980er-Jahre hat Icahn bereits eine Reihe von “Kämpfen” mit mehreren U.S. Kooperationen geführt. Meistens endeten diese Auseinandersetzungen damit, dass die Aktionäre der Firmen ihre Kapitalerträge in nicht unerheblichem Maß steigern konnten.

Auch Carl Icahn konnte natürlich profitieren und wurde als mehrfacher Milliardär im Jahr 2008 vom Forbes-Institut auf Platz 46 der reichsten Menschen der Welt geführt. Icahn wird entweder als Finanzhai bezeichnet, oder als treibende Kraft in puncto Aktionärs-Aktivismus. Es soll versucht werden, Missbrauch durch geizige und/oder inkompetente Geschäftsleitungen zu verhindern

Icahn ist außerdem als harter Verhandlungspartner und cleverer Stratege bekannt. An seiner Persönlichkeit und Hartnäckigkeit haben sich schon viele Verhandlungspartner die Zähne ausgebissen. Auseinandersetzungen gab es unter anderem um die Firmen RJR Nabisco, Texaco, Phillips Petroleum, Western Union, Gulf & Western, Viacom, Revlon, Kerr-McGee, Time Warner und Motorola.

Sein großes Vermögen setzt Icahn vor allem zur Unterstützung seiner ehemaligen Universität, der Universität von Princeton, ein. Für seinen Einsatz für Gesundheit, medizinische Forschung und Bildung im Umfeld von New York wurde Carl Icahn mit vielen Auszeichnungen geehrt.

Icahn ist noch immer als Finanzexperte tätig. Zu seinem 71. Geburtstag im Februar 2007 gab er dem Time Magazine ein Interview und antwortete auf die Ruhestand-Frage:

„Eine Reihe von CEOs hat bereits angeboten, Gastgeber meiner Pensions-Party zu werden. Ich bin allerdings ein kampfbereiter Typ aus Queens. Ich kann mir nicht vorstellen, für den Rest meines Lebens in Florida Golf zu spielen.“

Es heißt, Icahn habe ein Team von zwei Dutzend Partnern um sich herum aufgebaut, die ihm dabei helfen, Ziele zu stecken, seinen beruflichen Weg weiter zu beschreiten und seinen Investoren-Aktivismus beizubehalten.

Carl Icahn alias „der kampfbereiteste Mensch, den ich kenne“

Der bekannte Investor Wilbur Ross war ein langjähriger Freund und oftmals auch Verhandlungspartner Carl Icahns. Ross hat Icahn in der Ausgabe Mai 2007 des Forbes Magazines als „den kampfbereitesten Menschen, den ich kenne“ bezeichnet.

Er sei besonders gut darin, Menschen zu terrorisieren und ihre Verteidigung niederzumachen. Für viele so genannte „Corporate Executives“ fasst diese Aussage Icahns Vorgehensweise gut zusammen.

Icahns Strategie zielt auf Firmen ab, die er als schlechtlaufend einstuft und deren Aktienpreis sich unter Wert bewegen. Er hat Erfolg, wenn sich die Märkte im Abwärtstrend befinden. Wenn jeder andere verkauft, beginnt Icahn zu kaufen.

Er kauft meist genügend Aktien eines Unternehmens ein, um sich um einen Sitz im Verwaltungsrat bewerben zu können. Sein erster Schritt ist für gewöhnlich, den CEO zu entlassen. Er denkt darüber hinaus oft darüber nach, die Firma in verschiedene Abteilungen aufzuteilen und diese zu verkaufen.

Wall Street Insider berichten, dass Icahn in den meisten Fällen deshalb erfolgreich ist, weil er unnachgiebig und einschüchternd vorgeht. 2006 fasste Icahn den Plan, Time Warner umzustrukturieren und CEO Richard Parson zu entlassen. Es lief nicht so, wie Icahn es sich gedacht hatte.

Als Icahn im Februar 2007 in einem Interview mit dem Time Magazine auf die Niederlage angesprochen wurde, antwortete er, Dick Parson habe „kritischen Unternehmensreformen zugestimmt, die wir seit Monaten unterstützen“.

Icahn bezieht sich hier auf ein 20 Milliarden-Aktienrückkauf-Programm. Parson habe das getan, was er versprochen hatte. Die Aktie stieg um 30%. Den Aktionären soll dadurch geholfen worden sein und die Hedgefonds 250 Millionen erreicht haben.

Wie hat sich also sein Investitionsstil ausgewirkt? Das Fortune Magazine berichtete im Jahr 2007 folgendes: In seiner weniger als drei Jahre währenden Existenz hat der Icahn Partners Hedgefonds um 40% in jährlichen Gewinnen zugelegt. Minus der Gebühren haben Investoren 28% eingefahren.

Dieser 40%ige Gewinn hat die Erträge des S&P 500 auf ca. 13% heruntergedrückt, wie auch die 12% für alle Hedgefonds, die mit dem HedgeFund.net Rechercheunternehmen kalkuliert wurden.“

Carl Icahns Publikationen

Seine berühmtesten Zitate

„Wenn du einen Freund brauchst, besorg dir einen Hund.“

„Wenn sich die meisten Investoren, darunter auch Profis, bei etwas einig sind, liegen sie meist falsch.“

20. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.