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Diskontsatz: EZB setzt auf ein anderes Pferd

Der Diskontsatz ist der Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken Wertpapiere an die Zentralbanken verkaufen können. Über diesen Verkauf von sogenannten Wechsel kann sich die Bank kurzfristig Liquidität verschaffen.

Als Preis zahlt sie den Diskontsatz, das heißt den Abschlag vom Nominalwert, welcher von der Zentralbank festgelegt wird.

Der Diskontsatz: Reliquie aus Zeiten der DM

Der Diskontsatz wurde bis zum Jahr 1999 von der Deutschen Bundesbank festgelegt.

Seit jedoch die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion die Zuständigkeit über die Geldpolitik der Eurozone erlangte, wurde der Diskontsatz von dem Basiszinssatz abgelöst. Dieser Leitzins wird nun von der EZB festgelegt.


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Seit dem 1. Januar 2002 ist der Basiszinssatz in § 247 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt und ersetzt seither den Diskontsatz. Die Europäische Zentralbank und die ihr angeschlossenen Zentralbanken nehmen keine Wechsel zur Rediskontierung mehr an.

Der Diskontsatz als geldpolitisches Instrument der Deutschen Bundesbank

Mit der Höhe des Diskontsatzes konnte die Deutsche Bundesbank den Zinssatz steuern, den die Geschäftsbanken ihren Kunden berechneten. So erhöhten niedrige Diskontsätze die Kreditnachfrage, während hohe Sätze die Nachfrage nach Darlehen steigerten.

Aus diesem Grund war die Regelung des Diskontsatzes bis zur Umstellung auf den Basiszinssatz ein wichtiges geldpolitisches Instrument zur Beeinflussung der allgemeinen Liquidität, der Preisstabilität sowie zur Steuerung der Zins- und Preisentwicklung.

Die Geldpolitik der EZB: Diskontsatz so gut wie abgelöst

Mit Beginn der 3. Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion und dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts gilt der Leitzins als wesentlicher Bestandteil der Geldpolitik.

Eine Senkung des Zinssatzes bedeutet theoretisch eine Erhöhung der Investitionen von staatlicher als auch unternehmerischer Seite. Im Gegensatz dazu, führt eine Erhöhung des Leitzinses zur Reduzierung der im Umlauf befindlichen Geldmenge.

Der Lombardsatz: Historisch relevanter Leitzinssatz der Bundesrepublik

Ein weiterer historisch relevanter Leitzinssatz Deutschlands ist neben dem Diskontsatz der sogenannte Lombardsatz. Der Lombardsatz war ein von der Zentralbank festgesetzter Zinssatz, welcher ebenfalls mit dem Übergang der Zuständigkeit für die Geldpolitik auf die EZB abgelöst wurde.

Vor dieser Umstrukturierung allerdings wurde er von der Deutschen Bundesbank festgesetzt und lag meist 1 bis 2 Prozentpunkte unter dem Diskontsatz. Mithilfe des Lombardsatzes konnten sich Banken durch Verpfändung von Wertpapieren bei der Zentralbank ebenfalls kurzfristig Liquidität verschaffen.

Der Diskontsatz: EZB verlässt sich auf den Basiszinssatz

Seit dem 1. Januar 1999 setzt die Deutsche Bundesbank weder Diskontsatz noch Lombardsatz mehr fest.

Sofern jedoch in früheren Vorschriften oder Alt-Verträgen Bezug auf den Diskontsatz genommen wird, regelt das Diskontsatz-Überleitungsgesetz (DÜG), dass als Referenzzinssatz heute ein Basiszinssatz verwendet wird. Dieser orientiert sich wiederum an der jüngsten Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank.

12. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.