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Dynamischer Verschuldungsgrad: Wichtige Kennzahl auch für Investoren

Bei der Kreditvergabe an Unternehmen ist für Banken oft der dynamische Verschuldungsgrad eines Unternehmens ein entscheidender Faktor.

Dieser Wert ist aber auch für Investoren interessant!

Als dynamischer Verschuldungsgrad bezeichnet man in der Wirtschaftswissenschaft die Zeit die ein Unternehmen braucht um seine Schulden zurückzuzahlen.

Bei der Fundamentalanalyse ist der dynamische Verschuldungsgrad ein wichtiger Indikator um die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu bewerten.

Mehr zum Thema: Fundamentalanalyse: Warum Kennzahlen bei Ihren Anlage-Entscheidungen so bedeutsam sind

Berechnung: Dynamischer Verschuldungsgrad

Um den dynamischen Verschuldungsgrad zu bestimmen wird das Verhätnis zwischen dem Fremdkapital und dem Cashflow gebildet.

Formel  

Dynamischen Verschuldungsgrad berechnen

?
Der dynamische Verschuldungsgrad gibt an wie viele Jahre ein Unternehmen braucht um die derzeitigen Schulden zu tilgen. Zur Vereinfachung wird von einem gleichbleibenden jährlichen Cashflow ausgegangen. 100% entsprechen somit 1 Jahr. 200% 2 Jahren usw....
$$\bo\text"dynamischer Verschuldungsgrad" = (\text"Fremdkapital" / \text"Cashflow"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Unter Fremdkapital versteht man die Summe aller Verbindlichkeiten die ein Unternehmen noch zu bedienen hat.

Der Cashflow hingegen wird wie folgt berechnet:

Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag +/- Abschreibungen +/- Rückstellungen

Mehr zum Thema: Cashflow – Berechnung

Damit stellt der Cashflow die Einnahmenüberschüsse/Fehlbeträge aus der laufenden Betriebstätigkeit dar.


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Sowohl der Cashflow als auch das Fremdkapital sind aus der Bilanz ersichtlich.

Je niedriger der errechnete dynamische Verschuldungsgrad, desto liquider ist ein Unternehmen.

Dynamischer Verschuldungsgrad: Zeitraum

Wenn das Ergebnis aus Fremdkapital/Cashflow also der dynamische Verschuldungsgrad mit 100% multipliziert wird ergibt sich die dynamische Verschuldung auf Jahresbasis.

Ein dynamischer Verschuldungsgrad von 500% impliziert folglich, dass ein Unternehmen – vorausgesetzt der Cashflow bleibt gleich – alle seine Schulden binnen 5 Jahren zurückzahlen könnte.

Der dynamische Verschuldungsgrad gibt also an wie lange ein Unternehmen braucht um seine Schulden über den Cashflow zurückzuzahlen.

Die Kennzahl des dynamischen Verschuldungsgrads wird in der Regel wie folgt interpretiert:

  • 100 – 300% – Sehr guter Wert
  • 300 – 500% – Guter Wert
  • 600 – 1100% – Durchschnittlicher Wert
  • Über 1200% – Schlechter Wert

Ein Unternehmen mit einem sehr hohen Verschuldungsgrad hat in einer Krise schlechte Karten da entweder die Eigenkapitalausstattung, die Ertragslage oder sogar beides nicht ausreichend sind.

Eine andere Variante der Berechnung des dynamischen Verschuldungsgrad ist die Effektivverschuldungsmethode.

Hier wird das Fremdkapital durch die Effektivverschuldung ersetzt.

Die Effektivverschuldung besteht aus dem Fremdkapital abzüglich liquider Mittel (Kasse, Bankguthaben und Kurzfristige Wertpapiere).

Beispielrechnung: Dynamischer Verschuldungsgrad

Um die beschriebene Formel anhand eines Beispiels besser zu erklären nehmen wir an ein Unternehmen hat Verbindlichkeiten von 300 Millionen Euro.

Jedes Jahr erwirtschaftet das Unternehmen einen Gewinn von 100 Millionen Euro während die Rückstellungen und Abschreibungen konstant bleiben. Der Cashflow ist in diesem Fall also rein der Gewinn.

Der dynamische Verschuldungsgrad beträgt also: 300/100 (Fremdkapital/Cashflow)= 3 (dynamischer Verschuldungsgrad)

Das Unternehmen braucht also drei Jahre um alle seine Verbindlichkeiten aus dem Cashflow zurückzuzahlen.

Dies wäre ein sehr guter Wert, das Unternehmen könnte aus eigener Kraft binnen 3 Jahren schuldenfrei werden.

Das Unternehmen ist damit krisenfest und hat eine solide Eigenkapitalausstattung.

Um die Aussicht eines Unternehmens zu bewerten empfiehlt es sich jedoch immer den dynamischen Verschuldungsgrad über mehrere Jahre zu berechnen um nicht durch Ausschläge (z.B. durch hohe Abschreibungen oder hohe Rückstellungen) getäuscht zu werden.

Mehr zum Thema: Aktienanalyse: Jahresabschluss und die Aussichten eines Unternehmens

Fazit zum dynamischen Verschuldungsgrad

Für Investoren kann der dynamische Verschuldungsgrad ein wichtiger Anhaltspunkt um die Krisenfestigkeit eines Unternehmens zu bewerten sein.

In Zeiten schwächelnder Kreditvergaben, Umsatzeinbußen oder hohem Investitionsbedarf können Unternehmen mit einem niederen dynamischen Verschuldungsgrad besser reagieren.

11. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.