MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Einkommensteuer: Der Spitzensteuersatz und seine Entwicklung

Stehen Bundestagswahlen ins Haus, wird alle Jahre wieder der Einkommensteuer-Spitzensteuersatz zum viel diskutierten Thema. Jede der politischen Parteien versucht, sich mit diesem prägnanten Beispiel der Steuerpolitik zu profilieren.

In der komplizierten Materie bildet der Einkommensteuer-Spitzensteuersatz ein Symbol, an dem die Wähler und Wählerinnen den Standpunkt einer Partei ablesen können.

Der Einkommensteuer-Spitzensteuersatz und seine Entwicklung

Das deutsche Steuerrecht sieht eine Einkommensteuerlast vor, die mit der Höhe des Einkommens eines Steuerpflichtigen steigt. Die Skala reicht derzeit vom Einsteigsteuersatz von 14%, der ab einem jährlichen Einkommen von 8.130 € fällig wird, bis zum Spitzensteuersatz von 42%, der auf Jahreseinkommen ab 52.885 € erhoben wird.

Darüber liegt nur noch die im Jahr 2007 eingeführte so genannten „Reichensteuer“ von 45%, die für zu versteuernde Jahreseinkommen von über 250.731 € erhoben wird.

Für gemeinsam veranlagte Ehepaare gilt jeweils die doppelte Höhe der Bemessungsgrundlage. In den 1990er Jahren lag der Einkommensteuer Spitzensteuersatz noch bei 53%. Aber schon die rot-grüne Koalition verringerte die Steuerlast für Spitzenverdiener bis auf 45%. Als die Ära Merkel begann, ging es noch einmal um 3 Prozentpunkte nach unten.

Einkommensteuer: Spitzensteuersatz erhöhen – die Parole 2013

Angesichts der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Lage ist mittlerweile keine Partei außer der FDP mehr dazu bereit, den Einkommensteuer- Spitzensteuersatz zu senken. Im Gegenteil: Seit Beginn des Wahljahres 2013 überbieten sich die Parteien in den von ihnen geplanten Erhöhungen.

Dieses Verhalten soll die Wähler und Wählerinnen davon überzeugen, dass alle Schichten der Gesellschaft angemessen an den Kosten des Gemeinwesens beteiligt werden sollen.

49% Einkommensteuer Spitzensteuersatz wollen die SPD und die Grünen, wobei zumindest bei der SPD noch eine zusätzliche Vermögenssteuer angestrebt wird. Die Linke toppt diese Forderung entsprechend ihres sozialen Selbstverständnisses mit 50%.

Im März überraschte die saarländische CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die politische Öffentlichkeit mit ihrem Vorschlag, den Einkommensteuer-Spitzensteuersatz wieder auf 53% zu erhöhen.

Der Einkommensteuer-Spitzensteuersatz und seine Bedeutung

Das Interesse der Parteien an der Erhöhung des Einkommensteuer- Spitzensteuersatzes ist aber nicht nur ein Profilierungsaspekt. Hinter den Forderungen stehen handfeste finanzpolitische Erfordernisse zur Sanierung des Staatshaushaltes. Mit der Erhöhung des Einkommensteuer-Spitzensteuersatzes lassen sich dringend benötigte Milliarden in die Staatskasse spülen.

Denn nach aktuellem Stand sorgen die Einkommensteuereinnahmen von 10% der Bevölkerung, den so genannten Besserverdienenden, für 50% des Steueraufkommens. Die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe realisiert schon allein fast ein Drittel.

Es bedarf keiner großen Rechenkünste, um den förderlichen Effekt für die Staatsfinanzen schon bei einer Erhöhung von einem Prozentpunkt festzustellen.

30. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.