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Fair Value Hedge und die Bedeutung bei der Risikoabsicherung

Mit Hilfe des Fair Value Hedge können Risiken im Bezug auf Vermögenswerte und andere Finanzinstrumente von Grundgeschäften abgesichert werden.

Dies betrifft insbesondere mögliche Fair Value-Änderungen in der Bilanz.

Fair Value Hedge – was ist das?

Fair Value Hedge ist in erster Linie eine Finanzstrategie, um sich mit Hilfe eines Finanzprodukts (Derivat) gegen etwaige Risiken im Bezug auf Preis- oder Marktwertänderungen bei Vermögenswerten abzusichern.

Mit Hilfe dessen können sich zum Beispiel herstellende Unternehmen, aber auch Banken vor Risiken unerwarteter Preis- und Marktänderungen schützen.

Auch im Bereich der Finanzinstrumente, die variabel verzinst werden, kommt Fair Value Hedge zum Einsatz, um etwaige Risiken zu begrenzen.

Wird er optimal eingesetzt, gleichen sich die gegenläufigen Effekte aus dem Grundgeschäft und dem Sicherungsgeschäft aus. Es entsteht weder ein Gewinn noch ein Verlust.

Fair Value Hedge ist eine von verschiedenen Möglichkeiten der Risikoabsicherung, die Firmen oder Händler verwenden können, um sich vor bilanziellen Risiken zu schützen.

Fair Value Hedge als Sicherungsinstrument

Beim Fair Value Hedge kommt ein Hedge-Instrument (meist ein Derivat) zum Einsatz, welches Marktwertänderungen entgegenwirkt.

Ein Beispiel ist eine festverzinsliche Anleihe und ihr Marktwert. Derivate werden nunmehr so eingesetzt, dass diese Änderungen beim Anleihepreis bzw. Marktwert ausgleichen können.

Bei festverzinslichen Wertpapieren und Anleihen kommt als Sicherungsinstrument in der Regel ein Zinsswap zum Einsatz. Bei Aktien werden Positionen und der Marktwert oft durch Aktienoptionen abgesichert.

Eine Forderung in Fremdwährung wird meist durch ein Devisentermingeschäft gegen etwaige Währungsverluste besichert.

Fair Value Hedge – so funktioniert die Absicherung in der Praxis

Ein konkretes Beispiel: Ein deutscher Halbleiterhersteller kauft zum 1.8.2012 eine Chip-Ausrüsteranlage von einem amerikanischen Unternehmen im Wert von 10 Mio. US-$ zur Lieferung am 1.6.2013.

Um sich gegen eine Abwertung des Euros abzusichern, kauft das deutsche Unternehmen am selben Tag einen US-$-Terminkontrakt zu gleichen Bedingungen (gleiche Laufzeit, gleicher Betrag).

Der gesamte Terminkontrakt wird dabei als Sicherheitsderivat herangezogen.

Zum 31.12.2012 ergeben sich folgende Werte (in Klammern: fiktiver Eurokurs im Vergleich zum US-Dollar).

Mehr zum Thema: Fair Value – den wahren Unternehmenswert ermitteln

So wird gerechnet

Sicherungsgeschäft: (1,30-1,28)* 10 Mio. US-$ = 200.000 €

Grundgeschäft: (1,34-1,33)* 10 Mio. US-$ = 100.000 €

Aus dem Sicherungsgeschäft entsteht zum Jahresende zunächst ein Gewinn von 200.000 €, durch den Kauf der Halbleiterausrüstung entsteht gleichzeitig aber ein unrealisierter Verlust von 100.000 €.

Zur Lieferung der Maschinen wird die Sicherungsposition am 1.6.2013 wieder glattgestellt.

Sicherungsgeschäft: (1,35-1,30)* 10 Mio. US-$ = 500.000 €

Grundgeschäft: (1,35-1,34)* 10 Mio. US-$ = 100.000 €

Aus dem Sicherungsgeschäft ergibt sich erneut ein Gewinn von 500.000 €, während im Grundgeschäft ein Verlust von 100.000 € entsteht.

Rückwirkend gesehen war der Fair Value Hedge also effektiv und hat sich für das deutsche Unternehmen gelohnt.

22. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands