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Grad der Selbstfinanzierung: So unabhängig ist ein Unternehmen

Am Grad der Selbstfinanzierung erkennt man, wie unabhängig ein Unternehmen finanziell ist. Diese Kennziffer beschreibt das Verhältnis zwischen verfügbarem Eigenkapital und Gesamtkapital. Die Werte reichen dabei von 0 bis 1.

Hat ein Unternehmen also die Hälfte des Gesamtkapitals als Eigenkapital zur Verfügung, so beträgt der Grad der Selbstfinanzierung 0,5. Ziel jeder Unternehmensführung sollte sein, sich dem Wert 1 anzunähern.

Private Equity

Mit einem einfachen Trick kann man den Grad der Selbstfinanzierung schnell und nachhaltig erhöhen. Das Stichwort ist hier Private Equity. Das bedeutet, man begibt sich auf die Suche nach privaten Geldgebern. Diese Investoren stellen Unternehmen ihr Geld zur Verfügung. Allerdings möchten diese dafür auch etwas höhere Zinsen im Gegenzug erhalten.

Doch die zusätzlich Zinskosten sind es in der Regel wert, eine solche Strategie umzusetzen. Denn der Knackpunkt dabei ist: Eingebrachtes Geld von privaten Investoren zählt nicht als Fremdkapital, sondern zum Eigenkapital dazu.

Mit diesem Dreh schafft man es recht einfach, den Grad der Selbstfinanzierung um einige Prozent anzuheben und somit – vor allem nach außen hin – die Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens zu verbessern. 6 Regeln der Top-Investoren: Ihr Renditeschatz

Natürlich ist es nicht nur Schein, denn als Firmeninhaber stehen einem dadurch tatsächlich neue Gelder zur Verfügung, die an sich eine gewisse Unabhängigkeit darstellen.

Die Herausforderung besteht nun darin, dieses neue Kapital sinnvoll zu investieren, damit man daraus mehr Gewinn schöpfen kann, als man den privaten Investoren für deren Zinsen zahlen muss. Als privater Investor hat man im Gegenzug den Vorteil, eine recht sichere und gleichzeitig hohe Rendite zu erwirtschaften.

Fremdkapital aufnehmen: Vorteile

Banken schauen sich gerne den Grad der Selbstfinanzierung bei Unternehmen an. Wenn man als Firma plant, größere Summen aufzunehmen, ist es von Vorteil, dass man sich vorher um diese Kennziffer kümmert.

Hat man, wie oben beschrieben, private Investoren gefunden, um den Grad der Selbstfinanzierung zu erhöhen, wird die Bank eher bereit sein, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen. Oder man bekommt das Geld zu einem besseren Zins. Denn die erhöhte Sicherheit durch mehr verfügbares Eigenkapital ist ausschlaggebend für ein Kreditinstitut. Welche Vorteile bietet die Selbstfinanzierung?

Grad der Selbstfinanzierung: Fazit

Der Grad der Selbstfinanzierung zeigt einem also schnell, wie liquide ein Unternehmen ist und wie viel freies Kapital zur Verfügung steht – natürlich immer in Abhängigkeit vom Gesamtkapital. Sind viele private Investoren als Geldgeber beteiligt oder hat man einen Investor, der tief in die Tasche gegriffen hat, so ist der Grad der Selbstfinanzierung höher, als dies de facto der Fall ist.

Schließlich muss man den Investoren Zinsen zahlen und sicherlich auch irgendwann das Geld wieder zurückgeben. Früher oder später wird dadurch die Kennziffer also wieder sinken.

Insofern ist es immer nur eine Momentaufnahme, wie unabhängig eine Firma zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Für Banken spielt es trotzdem eine Rolle, weil sie davon ausgehend ihre Berechnungen für Darlehen durchführen.

1. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.