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Gründe für Inflation und Deflation: Eine Übersicht

Es gibt verschiedene Gründe für die Entwicklung einer Inflation bzw. einer Deflation in einer Volkswirtschaft. Bei einer Inflation verliert das Geld an Wert, während bei einer Deflation ein Wertzuwachs stattfindet. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Gründe, die zu einer Inflation bzw. einer Deflation führen.

Gründe für Inflation und Deflation: Anstieg der Geldmenge verursacht Inflation

Ein Anstieg der Geldmenge ist ein Grund für eine inflationäre Entwicklung. Die Zentralbank kann durch Offenmarktoperationen die Geldmenge einer Volkswirtschaft erhöhen. Dabei erwirbt sie Staats- und Unternehmensanleihen von den Geschäftsbanken und pumpt so zusätzliche Liquidität in den Markt.

Die Arbeitnehmer und Unternehmen können dank der zusätzlichen Liquidität mehr Güter nachfragen als vorher. Die Nachfragesteigerung führt wiederum zu einer Erhöhung der Preise. Die zusätzliche Nachfrage ist der Grund für das Entstehen einer Inflation, welche letztendlich durch Preiserhöhungen sichtbar wird.

Grund für eine Inflation: Veränderungen bei Angebot und Nachfrage

Die Nachfrage kann auch aus einem nichtmonetären Grund ansteigen und eine Inflation auslösen. So kann die Nachfrage nach Gütern so schnell wachsen, dass die Angebotsseite nicht rechtzeitig ihre Produktion ausweiten kann. In diesem Fall erhöhen sich die Preise der Güter und es entwickelt sich eine Inflation.

Aber auch ein verändertes Angebot kann ein Grund für eine Inflation sein. Höhere Lohnabschlüsse und steigende Energiepreise können den Produktionsprozess verteuern. Um dennoch rentabel zu wirtschaften, werden die höheren Kosten in Form von Preiserhöhungen an den Endverbraucher weitergegeben.

Diese Preiserhöhungen führen allerdings nur dann zu einer Inflation, wenn die Verbraucher nicht auf andere Güter ausweichen können.

Abschwung als Grund für eine Deflation

Eine Deflation dagegen entsteht häufig, wenn sich eine Volkswirtschaft im Abschwung eines Konjunkturzyklus befindet. Die Menschen stellen sich auf schwierige Zeiten ein und konsumieren deutlich weniger. Auch die Unternehmen investieren weniger, da sie mit einem schwächeren Absatz ihrer Produkte rechnen müssen.

Wenn die Nachfrage dann einbricht, müssen die Unternehmen einen Teil ihres Personals entlassen. Die höhere Arbeitslosigkeit führt abermals zu einem Nachfragerückgang und weiter sinkenden Preisen. Durch die sinkenden Preise steigt der Wert des Geldes, und es entwickelt sich damit eine Deflation.

Platzen von Spekulationsblasen als Grund für Deflation

Eine Deflation kann auch durch das Platzen von Spekulationsblasen entstehen. Häufig sind solche Spekulationsblasen im Immobilienbereich zu finden. Die Spekulation wird durch eine lockere Kreditvergabe der Banken ermöglicht. Wenn die Preise dann einbrechen, können viele Hauseigentümer die Kredite nicht mehr zurückzahlen.

Viele Menschen geraten in finanzielle Schwierigkeiten und reduzieren ihren Konsum. Die Banken wiederum schränken ihre Kreditvergabe ein. Die rückläufige Nachfrage löst Preissenkungen aus und führt zu einer Deflation.

Inflation und Deflation wechseln sich ab

Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Volkswirtschaft sich entweder in einer Inflation oder in einer Deflation befindet. Häufig wächst eine Volkswirtschaft über mehrere Jahre mit hohen Wachstumsraten bei einer relativ hohen Inflation.

Wenn sich das Wachstum dann abschwächt oder die Volkswirtschaft sogar schrumpft, entwickelt sich aus der Inflation eine Deflation. Aus steigenden Preisen werden dann fallende Preise.

30. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.