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Homo oeconomicus – Definition eines wissenschaftlichen Menschenmodells

Beim homo oeconomicus handelt es sich um einen wirtschaftswissenschaftlichen modellhaften Idealtypus des Menschen. Er ist laut Definition ein stets (wirtschaftlich) rational handelnder Mensch und in der Realität nicht zu finden.

Der homo oeconomicus erleichtert hingegen wirtschaftswissenschaftliches Forschen und Arbeiten. Insbesondere in der volkswirtschaftlichen Mikroökonomie ist er von Bedeutung und demnach ist dieses Modell in Forschung und Lehre weit verbreitet.

Homo oeconomicus – wer hinter der Definition steckt

Was verbirgt sich aber konkret hinter dem homo oeconomicus? Einen klaren Hinweis bietet die Bezeichnung dieses Idealtypus selbst. So handelt es sich bei dem homo (= Mensch) oeconomicus (= wirtschaftlich) zunächst einmal um einen wirtschaftlich agierenden Menschen. Dies bedeutet, dass nicht nur sein Denken, sondern auch sein Handeln wirtschaftlich ist. Zudem wird dem homo oeconomicus per definitionem unterstellt, dass dieses Charakteristikum allbestimmend ist.

So wird unterstellt, dass sämtliches Denken und Handeln des homo oeconomicus wirtschaftlich und somit rational ist. Dabei ist sein Handlungsprinzip die Maximierung des Nutzens. Im Hinblick auf die Mikroökonomie ist es zunächst unerheblich, auf welcher Seite der homo oeconomicus steht, ob auf Seiten der Konsumenten oder Produzenten.

Während Konsumenten ihren Nutzen maximieren, indem sie etwa für ein Produkt den günstigsten Preis realisieren, maximieren Produzenten ihren Nutzen durch die Realisierung eines maximalen Gewinns für ihr Produkt. Es zeigt sich also, dass in der Theorie jeder Mensch, der Teil einer Volkswirtschaft ist, ein homo oeconomicus sein muss.

Grundannahmen des homo oeconomicus

Damit der homo oeconomicus gänzlich rational Entscheidungen treffen kann, wird vollständige Markttransparenz vorausgesetzt. Dies bedeutet beispielsweise, dass der homo oeconomicus zu jedem Zeitpunkt über alle Preise in allen Märkten und an allen Orten informiert ist und somit stets dort kauft, wo ein Produkt zum günstigsten Preis angeboten wird.

Wichtig ist, dass der homo oeconomicus in seiner Definition immer nur als wirtschaftswissenschaftliches Modell diente und dient und insofern einen vereinfachten Idealtypus darstellt. Dieser erleichtert durch seine Eindimensionalität das wissenschaftliche Arbeiten. Als reales Menschenbild sollte er daher nicht missverstanden werden. Schließlich liegt wirtschaftlich irrationales Handeln der Menschen in ihrer Natur.

Zudem wird der homo oeconomicus aufgrund seines rein rationalen Denkens und Handels oft als egoistisch aufgefasst. Dies ist so nicht richtig, denn worin genau der maximale Nutzen im Einzelfall besteht, kann variieren und auch selbstlose Züge haben.

Dieses etwas realitätsnahere Bild des homo oeconomicus findet vor allem in den letzten Jahren zunehmend Anwendung, denn die Wissenschaft versucht zunehmend, Faktoren, die das reale Denken und Handeln mitbestimmen, in Forschung und Lehre einfließen zu lassen.

7. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.