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Letter of Intent: Das Englische Pendant

Komplexe Unternehmensverkäufe gibt es viele: Dazu zählt zum Beispiel der Ver- und Ankauf von Software oder Grundstücken, aber  auch die Aufnahme neuer Investoren. Dabei wollen sich die Parteien meistens zwischendurch absichern, falls es doch nicht zum Abschluss des Vertrags kommt.

Deshalb werden im sogenannten „Letter of Intent“ (engl. für Absichtserklärung) wichtige Rahmenbedingungen vereinbart. So bringen beide Parteien zum Ausdruck, dass sie am Vertrag festhalten wollen, verpflichten sich aber rechtlich zu nichts. Außerdem können noch weitere Vereinbarungen über die Due Diligence, die Geheimhaltung von Informationen sowie den Zeitplan getroffen werden.

Hauptsächlich kommen solche Absichtserklärungen im englischsprachigen Raum zum Einsatz, erlangen also auch dann Bedeutung, wenn beispielsweise Produkte oder auch Unternehmensanteile von dort erworben werden sollen. Deshalb lohnt es sich, auch einmal einen Blick auf einen englischen „Letter of Intent“ und seine Bestandteile zu werfen.

Die Bestandteile der Absichtserklärung

Während die deutsche Absichtserklärung neutraler formuliert ist, wendet sich in der Regel im englischen Pendant der Käufer an den Verkäufer. Dabei werden normalerweise das Unternehmen und der Geschäftsführer sowie zuvor noch Datum und Referenznummer genannt. Nach der Ansprache („Dear Sir“) folgt der Betreff.

In der Einleitung bringt das Käuferunternehmen dann den Wunsch zum Ausdruck, das Produkt zu erwerben. Wichtig sind dabei die Rahmenbedingungen des Produkts, denn diese werden nach der Einleitung noch einmal ausführlich aufgelistet.

Zu den Bedingungen zählen neben Stückzahl und  Preis auch die Beschaffenheit und der Ursprung der Ware, die Laufzeit des Vertrags sowie Vereinbarungen zu Verpackung, Lieferung und Bezahlung. Außerdem werden die Abnahmeprüfung und die Leistungsgarantie sowie schließlich die Gültigkeit der Absichtserklärung festgelegt.

Daraufhin folgen die Adresse des Käufers sowie in der Regel die Bankdaten. Schließlich bittet das Käuferunternehmen normalerweise noch um schnelle Rückmeldung und der Geschäftsführer unterschreibt stellvertretend für das Unternehmen die Absichtserklärung.

Letter of Intent: Auf Englisch? Check!

Eine Auflistung aller wichtigen Rahmenbedingungen und Informationen zeigt noch einmal, was der „Letter of Intent“ unbedingt beinhalten sollte:

  • Anschrift inklusive Referenznummer, Datum, Empfänger und Absender
  • Betreff mit Produktname
  • Maße, Ursprung, Anzahl und Preis des Produkts
  • Laufzeit des Vertrags
  • Regelungen zu Verpackung, Lieferung und Bezahlung
  • Vereinbarungen zu Abnahmeprüfung und Leistungsgarantie
  • Gültigkeit der Absichtserklärung selbst
  • Adresse und Bankdaten des Käuferunternehmens

Zudem kann die Absichtserklärung noch weitere Regelungen beinhalten, wie etwa zur sogenannten Due Diligence. Darunter versteht man die durchaus kostspielige Informationsbeschaffung durch den Käufer, indem dieser in der Regel ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen beauftragt und so Informationen von Steuerberatern, Anwälten und Banken des Verkäufers einholt.

Des Weiteren können im „Letter of Intent“ noch bestimmte Strafen festgelegt werden, falls bestimmte Informationen durch eine Vertragspartei nicht geheim gehalten werden. Dies ist dann der Fall, wenn gar kein Vertrag zustande kommen, sondern nur brisante Informationen im Rahmen einer Betriebsspionage ausgekundschaftet werden sollen.

Insgesamt regelt die Absichtserklärung  also wichtige Details zum Kauf selbst und dessen Rahmenbedingungen und ist deshalb beinahe unverzichtbar, wenn sich Vertragsverhandlungen über einen längeren Zeitraum hinziehen.

11. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.