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Long oder Short? Die Aufklärung!

Ich habe oft Anfragen bezüglich dieser beiden Begriffe. Über diese vielleicht auch etwas ungeschickten Ausdrücke in der Wertpapierwelt möchte ich gerne aufklären.

Denn immer wieder gibt es Missverständnisse bezüglich dieser beiden Begriffe. Long heißt doch auf steigende Kurse setzen und Short auf Fallende?

Nein, das ist nicht richtig. Long kann auch auf fallende Kurse setzen und Short auf Steigende! Wie das möglich ist, lesen Sie im Folgenden:

Long, was ist das?

Der Begriff “Long” bedeutet nichts anderes als: “Ich habe irgendeine Position gekauft und bin damit Inhaber einer Position”.

Oftmals wird fälschlicherweise der Begriff Long damit verwechselt, dass man auf steigende Aktienmärkte setzt. Das ist schlichtweg falsch! Denn ich kann auch „Long Put“ sein. In diesem Falle bin ich nämlich Inhaber einer Put-Position und setze selbstredend auf fallende Aktienkurse.

Eine  Korrelation, die hier Gültigkeit hat, ist nur die Folgende: Wenn ich long in einer Position bin, dann setze ich auf einen steigenden Preis dieser Position, also meines Wertpapiers, der Option, des Optionsscheins oder Futures, welche(s) ich gekauft habe.

Wofür brauche ich das?

Dieser Begriff wird lediglich zum Beschreiben einer bestehenden Position verwendet. Long sagt dem Gegenüber, dass man diese Position gekauft hat und zum aktuellen Zeitpunkt besitzt.

Beispiel:

„Ich bin Long 500 Stck. Siemens-Aktien.“


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Bedeutung: Die Person hat 500 Aktien der Siemens AG gekauft. In diesem Falle hofft er/sie auf steigende Siemens-Kurse.

„Ich bin Long 10 November 6.150er Dax-Puts.“

Bedeutung: Die Person hat 10 Kontrakte Dax-Puts gekauft mit der Basis/Strike von 6.150 Punkten. In diesem Falle hofft er/sie auf fallende Dax-Kurse.

Nun zum Gegenteil – Short, was ist das?

Der Begriff “Short” bedeutet: “Ich habe irgendeine Position verkauft und bin damit Leerverkäufer einer Position, die ich nicht besitze”.

Oftmals wird fälschlicherweise der Begriff Short damit verwechselt, dass man auf fallende Aktienmärkte setzt. Das ist schlichtweg falsch! Denn ich kann auch „Short Call“ sein. In diesem Falle bin ich nämlich Leerverkäufer einer Call-Position und setze selbstredend auf steigende Aktienkurse.

Eine  Korrelation, die hier Gültigkeit hat, ist nur die Folgende: Wenn ich short in einer Position bin, dann setze ich auf einen fallenden Preis dieser Position, also desjenigen Wertpapiers, Option, Optionsscheins oder Futures, welche ich verkauft habe.

Wofür brauche ich das?

Dieser Begriff wird lediglich zum Beschreiben einer bestehenden Position verwendet. Short sagt dem Gegenüber, dass man diese Position verkauft hat und zum aktuellen Zeitpunkt nicht besitzt.

Beispiel:

„Ich bin Short 500 Siemens Aktien“

Bedeutung: Die Person hat 500 Siemens-Aktien verkauft, die Sie nicht besitzt. In diesem Falle hofft er/sie auf fallende Siemens-Kurse.

„Ich bin Short 10 November 6.150er Dax-Puts“

Bedeutung: Die Person hat 10 Kontrakte Dax-Puts verkauft mit der Basis/Strike von 6.150 Punkten. In diesem Falle hofft er/sie auf steigende Dax-Kurse.

Das Ziel hierbei ist einfach: Der Short-Akteur hofft darauf, dass die Preise/Kurse der von ihm leerverkauften Position fallen und er diese dann billiger zurückkaufen kann.

Der Profit errechnet sich dann aus der Differenz des ehemaligen Verkaufspreises (den er beim Verkauf auf das Konto erhalten hat) und des Kaufpreises zum Zeitpunkt der Glattstellung (Der Preis, den er für den Rückkauf bezahlen muss). Er/sie ist glattgestellt (man sagt auch „flat“), wenn die verkaufte Position wieder zurückgekauft wurde.

Achtung: Eine leerverkaufte Position birgt ein ungleich hohes Risiko. Denn wenn der Preis stark ansteigt, dann muss der Short-Akteur seine verkaufte Position teuer wieder zurückkaufen und erwirtschaftet ein hohes Minus.

Für Leerverkäufe sind Sicherheiten in Form einer Margin zu hinterlegen, d.h. das Konto muss mindestens über diesen Margin-Betrag als Deckung für die geshortete Position verfügen. Diese wird immer aktuell errechnet und kann bei stark steigenden Kursen der verkauften Position zu Verlusten führen, die weitaus höher als der ehemalige Kontostand sind. Der Broker fordert dann weitere Sicherheiten an.

Eine geshortete Position kann auch gedeckt sein. D.h. man besitzt eine Gegenposition, die das Risiko dann auf einen kleinen feststehenden Betrag reduziert. Ein Leerverkauf ohne Deckung ist hochriskant und davon rate ich eindringlichst ab!

11. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten Chancen-Investor und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!