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Nachteile und theoretische Mängel des Monetarismus

Nachdem der Monetarismus in den späten 1940er Jahren von Milton Friedman als Gegenentwurf zum Keynesianismus entwickelt wurde, fand er Mitte der 1970er Jahre schließlich auch Anwendung in der realen Politik.

Die Bundesrepublik war 1974 der erste Staat, dessen zentrale Notenbank zur Geldmengensteuerung überging.

Schwierigkeit der realpolitischen Umsetzbarkeit

Bei der realen Umsetzung wurden Nachteile des Monetarismus deutlich. Dazu zählt zum Beispiel, dass die zentralen Notenbanken die Geldmenge de facto nicht unmittelbar steuern können. Dies ist deshalb nicht möglich, weil die Geldmenge nicht einzig vom Handeln der Notenbanken, sondern eben auch der Geschäftsbanken sowie der Öffentlichkeit abhängig ist.

Eigenständig kontrollieren können die Notenbanken daher nur die von ihnen definierten Zentralbankgeldmengen. Über diese Menge bestimmen sie die monetäre Basis der Volkswirtschaft.

Zwar haben sich Staaten dafür entschieden, Monetarismus in ihre Politik aufzunehmen. Wie zum Beispiel die BRD begannen sie, monetaristische Geldpolitik zu betreiben und definierten Geldmengenziele. Diese zu erreichen sollte durch die Geldmengensteuerung durch die zentrale Notenbanken gewährleistet werden.

In der Realität erwies sich die strikte Durchsetzung des Monetarismus bzw. dessen Geldpolitik jedoch als schwierig. Vielfach wurde sie für den Geschmack der Theoretiker nicht „monetaristisch“ genug betrieben.

Monetarismus: Theoretische Makel

Obwohl selbst Friedman sich von einer zu extremen Geldmengensteuerung distanziert hatte, gibt es dennoch Monetaristen, die eine strikte jährliche oder gar monatliche prozentuale Zunahme der Geldmenge fordern.

Einer der weiteren Nachteile des klassischen Monetarismus ist der, dass er hinsichtlich der Zunahme der Geldmenge nicht differenziert, wofür Kredite verwendet werden. Dies ist jedoch, wie die jüngste Vergangenheit zeigt, wichtig.

Während es hinsichtlich der Geldmenge egal ist, ob ein Unternehmer oder Konsument einen Kredit erhält, ist dies für die ökonomischen Konsequenzen der Verwendung nicht der Fall. So ist nämlich die Inflationsgefahr höher, wenn das durch Kredit erhaltene Geld in Konsum fließt, als wenn es für Investitionen verwendet wird.

Während Konsum nämlich höchstens indirekt zu einer Produktionszunahme beiträgt, führen Unternehmensinvestitionen direkt zu einer Zunahme von Produktion und Einkommen.

Schlechte Karten für Arbeitnehmer und Arbeitslose im Monetarismus

In der heutigen Zeit, in der die Zahl der Arbeitslosen in vielen Staaten steigt, scheint die Annahme des Monetarismus, dass der größte Teil aller Arbeitslosen freiwillig keiner Arbeit nachkommt, fragwürdig.

Ob tatsächlich nur falsche Reallohnvorstellungen, staatliche Maßnahmen wie Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe sowie ein ungenügendes Informationsniveau die Gründe für die wachsende Zahl der Arbeitslosen sind, ist zweifelhaft.

Auch ist fraglich, ob unfreiwillige Arbeitslosigkeit, sofern vorhanden, ohne staatliche Maßnahmen durch die Selbstregulierungskräfte des Marktes sowie entsprechender Geldmengensteuerung allein tatsächlich schneller in Beschäftigung münden würde.

Aus der Perspektive eines Arbeitnehmers sind die Nachteile des Monetarismus sicherlich deutlich in dessen strikter Ablehnung von sozialmarktwirtschaftlichen staatlichen Maßnahmen erkennbar.

In diesem Zusammenhang sind auch Gewerkschaften ein Dorn im Auge der Monetaristen, da diese die Löhne ebenfalls künstlich in die Höhe treiben und somit den Selbstregulierungsmechanismus des Marktes stören.

11. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.