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Multiple Geldschöpfung durch Geschäftsbanken

Ein erheblicher Anteil der heute existierenden Geldmenge ist kein Bargeld mehr, sondern Giralgeld. Also Geld, das man nicht in Händen halten, aber auf dem Kontoauszug sehen kann.

Insbesondere im Zuge der Erweiterung der elektronischen Zahlungsmöglichkeiten erhält Giralgeld gegenüber dem Bargeld eine zunehmend große Bedeutung.

Dies fängt beim Privatkunden an: Den größten Teil seines Geldes wird er nicht in bar in seinem Geldbeutel oder unter der Matratze haben, sondern nichtphysisch auf Konten.

Zudem wird er im Gegensatz zu früher immer weniger Bargeld zur Rechnungsbegleichung in die Hand nehmen, sondern stattdessen – wie zum Beispiel beim Einkaufen im Internet – die EC- oder Kreditkarte benutzen.

Mehr zum Thema: Geldschöpfung allgemein

Dabei sind auch im Euroraum hauptsächlich die Geschäftsbanken und nicht die Zentralbanken für das hohe Maß an giraler Geldschöpfung verantwortlich.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei die multiple Geldschöpfung, dank derer Geschäftsbanken aus relativ wenig Geld (welches sie von Zentralbanken z.B. durch Geldschöpfung erhielten) sehr viel neues Geld schöpfen.

So funktioniert die multiple Geldschöpfung

Das Grundprinzip der multiplen Geldschöpfung ist es, aus wenig immer mehr zu machen.

Dies funktioniert umso besser, je geringer die erforderliche Mindestreserve ist, je höher die Zinsen sind, die die Geschäftsbanken kassieren, je geringer die Zinsen sind, die die Geschäftsbanken zahlen müssen und je mehr Geschäftsbanken beteiligt sind.

Die multiple Geldschöpfung durch Geschäftsbanken besteht im Grunde aus einem Vorgang, der beliebig oft wiederholt wird. Dieser Vorgang beinhaltet eine ursprüngliche Geldschöpfung.

Die ursprüngliche Geldschöpfung besteht beispielsweise darin, dass sich Bank A bei der Zentralbank per Kredit Geld verschafft, für den sie eine Mindestreserve hinterlegen und Zinsen zahlen muss.

Je geringer diese beiden Faktoren ausfallen, desto mehr Geld kann Bank A anschließend nutzen, um selbst Geld zu schöpfen und für sich zu erwirtschaften.

Das Geld, das nicht für die Mindestreserve aufgewendet werden muss, kann Bank A nun als Kredit an Bank B vergeben, für welches sie Zinsen erhält. Der Gewinn von Bank A sind die von Bank B bezahlten Zinsen – sie hat somit zuvor nicht existentes Geld geschöpft.

Bank B hat wiederum frisches Geld, welches sie ihrerseits abzüglich der Mindestreserve und zu zahlender Zinsen an Bank C verleihen kann. Somit erhält nun Bank B von Bank C Zinsen in Form von frisch geschöpftem Geld.

Kritik an multipler Geldschöpfung durch Geschäftsbanken

Dieser Vorgang lässt sich beliebig oft wiederholen, so dass aus einer ursprünglich recht kleinen Geldsumme durch die multiple Geldschöpfung mehrerer Geschäftsbanken eine sehr hohe Geldsumme entstehen kann.

Mehr zum Thema: So entsteht Geld ohne Gegenwert

Da die Zentralbank bei der multiplen Geldschöpfung letztlich kaum noch Kontrolle darüber hat, wie viel Geld tatsächlich neu geschöpft wird, wird die multiple Geldschöpfung durch Geschäftsbanken teils stark kritisiert.

Mehr zum Thema: Eine Kur gegen die Finanzkrise: Die Vollgeldreform

Kritiker fordern mehr Kontrolle der Zentralbanken bzw. weniger Spielraum für die Geschäftsbanken, um so schweren Finanzkrisen vorzubeugen.

6. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.