MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Negatives Eigenkapital: So entsteht es

Eigenkapital ist ein geläufiger Begriff und ist klar definiert. Er wird finanzwirtschaftlich häufig im Zusammenhang mit Unternehmen genannt.

Was jedoch negatives Eigenkapital genau bedeutet, wissen viele Privatanleger nicht. Für die Bewertung eines Unternehmens, wenn es um den Kauf von Anteilen geht, ist dies aber eine wichtige Information.

Eigenkapital steht in einer Bilanz unter den Passiva

Eigenkapital bezeichnet den Betrag, der nach Abzug aller Schulden übrig bleibt.

Eigenkapital wird in einer Bilanz auf der Seite der Passiva neben Fremdkapital und der passiven Rechnungsabgrenzung aufgelistet.

Auf der Seite der Passiva ist die Mittelherkunft und auf der Seite der Aktiva die Mittelverwendung dargestellt. Aktiva sind also die Vermögenswerte und Passiva sind das vorhandene Kapital.

Die Aktiva werden in Umlaufvermögen, Anlagevermögen und die aktive Rechnungsabgrenzung unterteilt.

Konkret stehen auf der Seite der Aktiva Kassen- und Bankbestände, Immobilienvermögen, Anlagevermögen, Forderungen, Sachvermögen und sonstige Vermögensgegenstände.

Mehr zum Thema: Aktiva auf der einen, Passiva auf der anderen Seite

Normalerweise ergibt eine Addition aller Passiva die gleiche Summe wie eine Addition aller Aktiva. Nun gibt es aber nicht nur Eigenkapital, sondern auch negatives Eigenkapital. Dies ist nicht ganz so klar zu definieren und sorgt für ein Ungleichgewicht in der Bilanz.

Wie negatives Eigenkapital entsteht

Negatives Eigenkapital entsteht dann, wenn die Schulden eines Unternehmens höher als sein Vermögen sind, oder auch einfach gesagt: Wenn das Aktivvermögen niedriger ist als das Fremdkapital, ist ein Unternehmen überschuldet.

Wenn der Wert des Eigenkapitals unter Null fällt, so kann von negativem Eigenkapital gesprochen werden. Positiv ist Eigenkapital ab einem Wert über Null.

Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt das Problem auf:

500.000 € (Vermögen laut Aktivseite)

– 600.000 € (Fremdkapital laut Passivseite)

= -100.000 €

In diesem Fall ist das Eigenkapital negativ. Das Unternehmen hat also Schulden von 100.000 €.

Prinzipiell bildet jedes Unternehmen ein Gesamtvermögen und hat eine bestimmte Stammeinlage. Zusätzlich entsteht in einem Unternehmen mit der Zeit eine Vermögensmasse.

Mehr zum Thema: Eigenkapitalrentabilität: Aussage über Zinsertrag in einer Rechnungsperiode

Für den Fall, dass das Unternehmen Kredite bei Banken aufnimmt, die höher sind als der vermögenswerte Gesamtwert, so ist die Rede von negativem Eigenkapital.

Dieser Begriff kann mit dem der Unterbilanz gleichgesetzt werden.

Was negatives Eigenkapital für ein Unternehmen bedeutet

Negatives Eigenkapital bedeutet in jedem Fall für eine Firma, dass die Verbindlichkeiten das vorhandene Kapital übersteigen. Die Summe aller Passiva ist in diesem Fall größer als die Summe der Aktiva.

Meistens verheißt dies nichts Gutes für ein Unternehmen. Wenn die Eigenkapitalquote zu niedrig ist und die Verschuldung zu hoch, müssen Unternehmen häufig verkauft werden, da sie nicht mehr wirtschaftlich rentabel arbeiten.

Falls ein Verkauf gelingt, kann eine Unternehmenspleite noch abgewendet werden.

Mehr zum Thema: Die Eigenkapitalquote ist ein entscheidender Faktor beim Aktienkauf

Für den Fall, dass niemand das verschuldete Unternehmen aufkaufen möchte, muss die Firma Insolvenz anmelden. Ein Insolvenzverwalter bestimmt dann die Insolvenzmasse und die Gläubiger können ihre Forderungen stellen.

14. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.