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Neue Eigenkapitalvorschriften für Banken durch Basel III

Als Folge der Finanzkrise beschlossen die wirtschaftlich stärksten Staaten, dass Kreditinstitute künftig besser selbst vorsorgen müssen, um ihre Risiken abzufedern. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat dazu 2010 strengere Regeln für die Eigenkapitalausstattung der Banken aufgestellt. Danach müssen Banken Eigenmittel in Höhe von mindestens 8% der Risikopositionen zuzüglich Kapitalpuffer vorhalten.

Die neuen Eigenkapitalregeln, auch Basel III genannt, sollen dazu führen, dass Banken sich im Krisenfall aus eigener Kraft stabilisieren können. Die strengeren Eigenkapitalvorschriften gelten seit dem 1. Januar 2014.

Die Finanzkrise als Auslöser

Die Eigenkapitalregeln nach Basel II bestimmten, wie viel und welche Art von Eigenkapital ein Kreditinstitut mindestens vorhalten muss, um seine Risiken abzusichern. Doch in der Finanzkrise reichte das vorhandene Eigenkapital einiger Banken im Verhältnis zu den Risiken nicht aus. Die Staaten mussten deshalb Banken retten.

Als Konsequenz aus der Finanzkrise trafen die wirtschaftlich stärksten Staaten den Entschluss, dass Kreditinstitute besser vorsorgen müssen, um eventuellen Risiken vorzubeugen. Deshalb wurden 2010 strengere Regeln für das Eigenkapital und die Liquidität von Banken aufgestellt. Diese Rahmenvereinbarung heißt Basel III.

Das Eigenkapital von Banken als Ausgangspunkt

Ein Kreditinstitut muss Eigenkapital in Höhe von mindestens 8% der Risikopositionen vorhalten. Fällt es unter diese Grenze, muss die Bankenaufsicht Maßnahmen anordnen, um eventuelle Gefahren abzuwenden.


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Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Eigenkapital: Ein Bestandteil ist das Kernkapital, dass zur Absicherung von Risiken wichtig ist. Die Kernkapitalquote gibt an, wie viele risikotragende Positionen einer Bank, vor allem Kredite, durch bankeigenes Kernkapital gedeckt sein müssen.

Es gibt sowohl hartes als auch weiches Kernkapital. Hartes Kernkapital besteht beispielsweise aus eigenen Aktien und einbehaltenen Gewinnen. Für die Stabilität von Banken ist das harte Kernkapital besonders wichtig. Ein anderer Bestandteil des Eigenkapitals ist das Ergänzungskapital.

Basel III: Die neue Struktur des Eigenkapitals

Mit Basel III wird die Struktur des zwingend erforderlichen Eigenkapitals geändert. Der Anteil von hartem Kernkapital, das vorgehalten werden muss, steigt von 2% auf 4,5%, der Anteil von Ergänzungskapital sinkt von 4% auf 2% und der Anteil von weichem Kernkapital um 0,5% auf 1,5%.

Zudem müssen Banken einen zusätzlichen Kapitalpuffer vorhalten, um ihre Risiken besser als bisher auffangen zu können. Dieser beträgt zusätzlich zu den bisher gültigen 8% Eigenkapitalanteil auf gewährte Kredite weitere 2,5% bis 5%. Die exakte Pufferhöhe wird jeweils von der Bankenaufsicht festgelegt.

Wenn eine Bank die Pufferanforderungen nicht erfüllen kann, verliert sie zwar nicht ihre Banklizenz, ist dann aber im Hinblick auf die Gewinnverwendung eingeschränkt: Solange die Puffer nicht eingehalten werden, müssen Banken Teile ihres Gewinns einbehalten, um die Kapitalbasis zu stärken.

Mit diesem Puffer, den Banken in guten Zeiten anlegen, können sie ihre Verluste in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ausgleichen.

Basel III stärkt das Eigenkapital und die Finanzmarktstabilität

Nach Basel III muss eine Bank Eigenmittel in Höhe von mindestens 8% der Risikopositionen zuzüglich Puffer vorhalten. Dabei trägt der Puffer der jeweiligen Konjunkturlage Rechnung. Wird er von einer Bank unterschritten, muss die Bankenaufsicht handeln, um Gefahren zum Schutz der Bankkunden abzuwenden und die Finanzmarktstabilität sicherzustellen.

Basel III stellt einen nächsten Schritt dar, um die Stabilität des Finanzsystems weiter zu erhöhen und Privatanleger so vor einer Bankenschieflage zu schützen. Dazu trägt ab jetzt der vorzuhaltende Kapitalpuffer entscheidend bei. Doch Finanzexperten halten die Vorgaben für die europäischen Banken für unzureichend. Sie fordern noch deutlich höhere Eigenkapitalregeln.

Besonders problematisch ist aus ihrer Sicht, dass Banken weiter ihre internen Modelle bei der Berechnung von Risiken anwenden können. Dabei sind Manipulationen von der Aufsicht kaum zu kontrollieren. Zudem werden wichtige Risiken etwa bei der Refinanzierung von langfristigen Krediten völlig ausgeklammert. Vermutlich ist Basel III nicht der letzte Schritt zu einem sichereren Finanzsystem.

22. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.