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Outperformancezertifikate handeln – Überrendite gegen Dividenden

Outperformancezertifikate sind genauso einfach zu handeln wie Aktien, haben im Prinzip dasselbe Risiko, bieten aber wesentlich höheren Gewinn. Sie kosten nur den Verzicht auf Dividenden.

Outperformancezertifikate handeln –Kursschwelle zündet Turbolader

Auch wenn Zertifikate mit ihren zahllosen Spielvarianten meist erst bei näherer Betrachtung zu verstehen sind – Outperformancezertifikate machen es dem Anleger richtig leicht: Ein Zertifikat auf einen Basiswert wie Aktie oder Index kaufen.

Wenn deren Kurs steigt, schaltet sich ab einem  bestimmten Punkt der Turbolader zu und die Rendite schnellt nach oben. Ist am Ende der Laufzeit das Anlegerkalkül aufgegangen, streicht er die Überrendite ein.

Im Detail läuft das ganze so ab: Beim Kauf eines Outperformancezertifikats legt der Emittent eine Kursschwelle fest, die auch Basispreis oder Strike genannt wird. Sobald die Aktie diese überschreitet, greift der Hebeleffekt. Der wiederum wird durch die ebenfalls festgelegte Partizipationsrate bestimmt.

Je nach Laufzeit und Basiswert liegt sie meist zwischen 120% und 200%, was einem Hebel von 1,2 bis 2 entspricht. Ab der Kursschwelle aufwärts wird die Rendite, die sich aus der Kursentwicklung ergibt, mit diesem Faktor multipliziert.

Outperformancezertifikate handeln – Beispiel

Angenommen der Aktienkurs liegt bei 80 € und der Anleger kauft das Zertifikat für 90 €. Festgelegt ist die Kursschwelle bei 100 € sowie eine Partizipationsrate mit 150%. Am Ende der Laufzeit steht die Aktie beispielsweise bei 120 €.

Dann wird der Gewinn von 20 €, der sich von der Kursschwelle ab bis zur Endnotierung ergeben hat, mit 1,5 malgenommen, was dann 30 € ergibt. Der Anleger bekommt also nicht nur 120 €, sondern insgesamt 150 €. Mit der Investition von 90 € für das Zertifikat, konnte er somit 60 € Gewinn herausholen.

Hätte der Anleger stattdessen direkt in die Aktie investiert, wären es nur 40 € Gewinn. Im Vergleich zur Direktanlage brachte das Outperformancezertifikat einen Vorsprung von 20 €, und das obwohl beim Kauf der Preis fürs Zertifikat 10 € teurer war als die Aktie.

Vorsicht Negativhebel: Einstiegskurs und Preis müssen passen

Noch besser ist der Effekt, wenn der Preis fürs Zertifikat und die Aktie als Basiswert gleichauf liegen. Doch Vorsicht, das Verhältnis darf sich nicht umkehren. Wer denkt, ein Schnäppchen zu machen, wenn das Zertifikat weniger kostet als die mittlerweile höhere Aktiennotierung, der geht aufs Glatteis.

Notiert die Aktie etwa schon oberhalb der Kursschwelle (Basispreis), besteht das Risiko, dass sich der Turboeffekt sofort auch auf Kursabschläge auswirkt. Ab diesem Bereich nämlich geht die Hebelwirkung in beide Richtungen. Etwas Abstand erhöht die Sicherheit.

Wer dies berücksichtigt, trägt bei Kursabschlägen kein größeres Risiko als beim direkten Aktieninvestment. Bleibt die Frage, womit man den Renditevorteil erkauft. Ganz einfach mit der Dividende, die der Emittent einstreicht. Der Anleger sieht davon nichts. Deshalb beziehen sich Outperformancezertifikate auch nur auf Basiswerte mit Dividendenzahlung.

Das ist übrigens genauso wie bei Sprinter- bzw. Sprint-Zertifikaten. Die funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Outperformancezertifikate. Einziger Unterschied: Bei Sprintern sind die Gewinne durch einen Cap begrenzt, denn bei ihnen sind die Hebel meist höher. Outperformancezertifikate hingegen kennen keine Obergrenze. Deswegen sind sie für Anleger geeignet, die hohe Kurssteigerungen erwarten.

4. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.