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Prokura Bedeutung – mehr Macht im Unternehmen

Ein perfekter Chef ist immer erreichbar, nimmt sich Zeit für seine Angestellten und hält trotzdem das Unternehmen in Schwung.

Ein Ideal, das selbst die ambitioniertesten Geschäftsführer oder Inhaber mit einer 60-Stunden-Woche kaum erreichen können. Deshalb bestellen sie oft einen Prokuristen ein oder ernennen ihn.Häufig erhalten Angestellte Prokura, um zusätzlich das Unternehmen geschäftlich vertreten zu können und so dem Vorstand Arbeit abzunehmen.

Denn Prokura ist eine Art Vollmacht, mit der Prokuristen alle Formen von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen tätigen können, die zum normalen Ausführen des Handelsbetriebes gehören.

So können Prokuristen unter anderem Darlehen aufnehmen und müssen bei Geschäftsabschluss lediglich das Kürzel „ppa“ zur Unterschrift hinzufügen.

Prokura – die höchste Vollmachtsausstellung eines Unternehmens

Wenn ein Mitarbeiter Prokura erhält, so bekommt er zugleich volles Vertrauen vom Geschäftsführer: Der Chef gibt an seinen Angestellten Kompetenzen ab. Dabei sind aber 2 Kompetenzverhältnisse zu klären, die maßgeblich dafür sind, was ein Prokurist darf und was er nicht darf: das Außenverhältnis und das Innenverhältnis.

Beim Außenverhältnis steht der Prokurist seinem Geschäftspartner gegenüber und vertritt das Unternehmen. Hier ist per Gesetz eindeutig der Handlungsspielraum des Prokuristen geregelt.Prokura-Vertrag: Diese gesetzlichen Beschränkungen gelten

So kann er beispielsweise Darlehen aufnehmen, Spenden tätigen, Personal einstellen oder Lieferverträge abschließen. Hingegen darf ein Prokurist unter anderem keine Jahresabschlüsse oder Steuererklärungen unterzeichnen.

Neben dem Gesetzgeber gibt es aber auch noch das Unternehmen, das die Vollmacht eines Prokuristen einschränken kann. Das geschieht über das Innenverhältnis mittels eines Arbeitsvertrags. In diesem ist genau festgelegt, welche Kompetenzen ein Prokurist hat.

Hält er sich nicht daran und schließt im Außenverhältnis beispielsweise einen nicht genehmigten Kreditvertrag ab, so muss das Unternehmen diesen akzeptieren. Gleichzeitig kann es aber den Prokuristen auf Schadensersatz verklagen.

Die Prokura bietet daher eine gewisse geregelte Rechtssicherheit, wenn Geschäftsführer Kompetenzen abtreten, um den Geschäftsverkehr innerhalb des Unternehmens zu beschleunigen.

Prokura hat Auswirkungen auf das Gehalt des Angestellten

Wenn ein Geschäftsführer einen Mitarbeiter zum Prokuristen ernennt, erhöht sich damit für den Mitarbeiter sein rechtlicher und geschäftlicher Spielraum deutlich, mit dem er im Unternehmen agieren kann. Wie man die Prokura im Handelsregister einträgt

Die größere Verantwortung sollte dann auch zu einem höheren Gehalt führen. Dabei werden dem Prokuristen meistens Verträge mit einem Fixgehalt und einer variablen Vergütung angeboten. Diese macht in der Regel zwischen 15% und 25% des gesamten Einkommens aus.

In kleinen Unternehmen verdienen Prokuristen daher mit beiden Einnahmequellen rund 35.000 €, während in mittelständigen Betrieben bis zu 80.000 € gezahlt werden.

Allerdings sollte jeder Prokurist seine variable Vergütung mit dem Geschäftsführer genau klären, um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Wann wird überwiesen, wie hoch ist die variable Vergütung, was ist die Bemessungsgrundlage?

Prokurist muss qualifiziert sein

Prokuristen können bereits in mittelständigen Unternehmen deutlich mehr verdienen als der deutsche Durchschnitt. Daher sollte ein Prokurist die nötige Qualifikation mitbringen, die für diese Arbeit zwingend notwendig ist.

Denn er muss in der Lage sein, das Geschäft vollständig alleine zu führen und im Sinne des Inhabers zu agieren. Darüber hinaus vertritt er das Unternehmen nach außen mit einer sehr großen Eigenverantwortlichkeit.

Sollte er beispielsweise unnötig hohe Kredite abschließen, können diese dem Unternehmen erheblich schaden. Daher muss ein Geschäftsführer darauf achten, dass Motivation und Qualifikation des Prokuristen der Arbeitsstelle entsprechen.

1. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.