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Selbstfinanzierung: Eine Definition

Der Begriff Selbstfinanzierung kommt in der Wirtschafts- und Finanzwelt häufig vor.

Eine Definition von Selbstfinanzierung hilft  Privatanlegern, die über den Kauf von Unternehmensanteilen nachdenken, die genaue Bedeutung des Begriffs noch besser zu verstehen.

Definition: Selbstfinanzierung

Von der Selbstfinanzierung eines Unternehmens ist die Rede, wenn liquide Mittel wie der vorhandene Bilanzgewinn am Jahresende einbehalten werden. Dies passiert häufig zu Zwecken einer Eigenfinanzierung von anstehenden Investitionen.

Dem Unternehmen stehen dann eigene Mittel in Höhe des Gewinns zur Verfügung, was dazu führt, dass es sich nicht für ein bestimmtes Vorhaben verschulden und sich Fremdkapital von Dritten besorgen muss.

Auf diese Weise entfallen Liquiditätsabflüsse in Form von Zinsen oder Kapitalbeschaffungskosten.

Diese Form der Selbstfinanzierung ist für jedes Unternehmen von großer Bedeutung. Möglich ist eine Selbstfinanzierung aber nur, wenn das Unternehmen wirtschaftlich gearbeitet hat und tatsächlich ein Bilanzgewinn am Jahresende einbehalten werden kann.

Eine Selbstfinanzierung beeinflusst die Kapitalstruktur eines Unternehmens positiv

Auch über die gesamtwirtschaftliche Situation eines Unternehmens trifft die Höhe der Selbstfinanzierung eine Aussage. Je höher dieser Betrag ist, desto höher ist auch die Eigenkapitalquote.

Die Eigenkapitalquote ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl und sagt etwas darüber aus, wie ein Unternehmen aufgestellt ist. Je niedriger die Eigenkapitalquote ist, also je weniger Eigenkapital ein Unternehmen hat, desto mehr Schulden hat es.

Mehr zum Thema: Die Eigenkapitalquote ist ein entscheidender Faktor beim Aktienkauf

Übersteigt irgendwann das Fremdkapital das Eigenkapital, so ist ein Unternehmen überschuldet und somit von der Insolvenz bedroht.

Dies lässt sich meistens nur noch verhindern, wenn das Unternehmen aufgekauft wird.

Möglichkeiten der Selbstfinanzierung

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten der Selbstfinanzierung eines Unternehmens.

Die erste Möglichkeit ist der übliche Weg, nämlich dass der Bilanzgewinn nicht ausgeschüttet, sondern einbehalten wird. Er wird dann als sogenannte Gewinnrücklage verbucht, indem er um Abschreibungen erhöht und um die Ausschüttungen gemindert wird.

Eine weitere Möglichkeit für ein Unternehmen, Geld einzubehalten, ist eine stille Selbstfinanzierung. In diesem Fall werden unter Ausnutzung von Bilanzierungswahlrechten und Bewertungswahlrechten stille Rücklagen gebildet.

Dabei werden Passiva überbewertet oder aktivierungsfähige Güter nicht aktiviert.Das reale Kapital wird dann in der Folge erhöht, in der Bilanz aber nicht explizit aufgelistet.

Mehr zum Thema: Bilanzsumme: Aktiva auf der einen, Passiva auf der anderen Seite

Das Kapital wird erst sichtbar gemacht, wenn es dann für die vorhergesehenen Zwecke verwendet wird.

Wie bei der ersten Möglichkeit der Selbstfinanzierung erfolgt auch bei der stillen Selbstfinanzierung keine Ausschüttung von Mitteln.

Was eine Selbstfinanzierung für Anleger bedeutet

Im weiteren Sinne bedeutet Selbstfinanzierung die komplette Innenfinanzierung eines Unternehmens. Im engeren Sinne ist sie als eine Gewinnthesaurierung, also als Überschussfinanzierung, definiert.

Für Anleger ist also wichtig: Ein Unternehmen, das Investitionen aus Überschüssen selbst finanzieren kann, bietet wirtschaftliche Stabilität und der Kauf von Anteilen an diesem Unternehmen ist mit weniger Risiken behaftet.

18. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.