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So können Anleger in Mikrokredite investieren

Lohnt es sich in Mikrokredite zu investieren? Zwar wird der Großteil von Mikrokrediten über spezielle Förderbanken und öffentliche Fonds abgewickelt, doch etliche Finanzunternehmen vermitteln auch Kleinkredite über private Einlagen.

Viele Möglichkeiten in Mikrokredite zu investieren

Mikrokredite sind in erster Linie eine Geldanlage mit sozialem, ethischem Engagement. Sie eröffnen denjenigen den Zugang zu einem überschaubaren Darlehen, die die Voraussetzungen für reguläre Kredite nicht erfüllen. Sei es, weil deren Bonität unklar oder die benötigte Summe für eine Bank zu gering ist um daran zu verdienen.

Waren Mikrokredite ursprünglich als Kredithilfe rein für Kleinstunternehmen in der Dritten Welt gedacht, so stehen sie heute für Kleindarlehen jeglicher Art. Der Markt für diese Finanzierungsform ist vielfältiger geworden, ebenso die Möglichkeit in Mikrokredite zu investieren. Ein Mikrokredit kann sich auf Darlehen zwischen einigen Hundert bis zu ca. 25.000 € beziehen.

Starthilfe für Kleinunternehmer

Anleger können mittlerweile in die verschiedensten Formen von Mikrokrediten investieren. Der zentrale Gedanke: investieren statt spenden.

In aller Regel dienen Mikrokredite als Anschubfinanzierung für Kleinunternehmer, für die bereits eine Anschaffung in Höhe von 500 € oder 1.000 € zum Problem werden kann. Der Klassiker sind Darlehen für Bauern oder Handwerker, die in Regionen wie Afrika, Asien, Südamerika oder Osteuropa Kredite allenfalls von Privatermittlern zu Wucherzinsen bekommen.

Mirkokreditfonds

Eine Variante sind Fonds, die darauf spezialisiert sind, in festverzinsliche Anleihen von Instituten zu investieren, die wiederum vor Ort Mikrokredite vergeben. Die Kreditzinsen liegen wegen der hohen Risiken zwischen 25% und 30%, sind aber im Vergleich zu den ortsüblichen Wucherzinsen extrem moderat.

Im Gegenzug kann ein Anleger mit ca. 2% Rendite rechnen, und das Geld ist relativ sicher. Die meist in Luxemburg ansässigen Fonds unterliegen zum einen strengen Kontrollen. Zum anderen wird Geld meist nach einem bewährten System verliehen: Der Kredit geht an Gruppen.

Beispielsweise bekommt einer von 5 Beteiligten ein Darlehen über 500 €, während die anderen dafür bürgen. Durch den sozialen Druck entsteht eine Rückzahlungsquote von über 95%. Außerdem ist das Anlagerisiko über verschiedene Ländergruppen hinweg breit gestreut. Als Anleger muss man allerdings mit Mindestanlagesummen ab 10.000 € rechnen.

Sicheres Investment über weltweite Genossenschaftsbank

Eine andere Möglichkeit, in Mikrokredite zu investieren, bieten etwa spezialisierte Genossenschaftsbanken wie die Oikocredit. Das niederländische Institut ist einer der weltweit größten Mikrofinanzierer und mit verschiedenen Länderbüros auch in Deutschland präsent.

Hier erfolgt eine Investition nicht in Form einer Geldanlage, sondern als Beteiligung mit Gewinnausschüttung. Gekauft werden Anteile ab 200 €. Die Dividende beträgt bis zu 2%. Beim Kauf sind weder Verwaltungs-, noch Depot- oder Managementgebühren fällig. Dafür jedoch zahlt man einen jährlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 11 €. Angesichts einer Rendite von 2% amortisieren sich diese Ausgaben beim Kauf von 3 Anteilen.

Selbständige investieren in die Selbsthilfe

Eine andere Variante ist die, dass Kreditinteressenten ins eigene Mikrofinanzinstitut investieren. Wer sich selbständig macht und als Kleinunternehmer tätig wird, kann sich problemlose und unbürokratische Kredite sichern, indem er Mitglied in einer Genossenschaft wird.

Die wiederum braucht eine auf Mikrokredite spezialisierte Konsortialbank, die u.a. auf Mittel aus der KfW-Förderung oder des Deutschen Mikrofonds zurückgreifen kann.

Ein Beispiel ist die Dortmunder Genossenschaft Nordhand. Die Mitglieder kaufen einen Anteil von mindestens 50 €, zahlen anfangs einen monatlichen Beitrag von 5 € und sparen eine frei wählbare Geldsumme an.

Das 4fache dieser Summe ist für den ersten Kredit garantiert, das 5fache beim zweiten usw. Die höchste Mikrokreditsumme beträgt 10.000 €. Damit erspart sich ein Kleinunternehmer die unsichere Antragsprozedur bei einer Bank.

Internetanbieter mit nachgebesserter Rechtsform

Mittlerweile haben sich auch sog. Peer-to-Peer-Kredite im Mikrokreditbereich ausgebreitet. Das System ist durch das virtuelle Bitcoin-Geld bekannt geworden. Über Plattformen wie Smava oder auxmoney werden Darlehen von Privat zu Privat (P2P) vermittelt.

Seitdem hinter diesen Anbietern Vollbanken stehen, ist zumindest der rechtliche Rahmen geklärt. Bis vor 2 Jahren bestand für Anleger teilweise das Risiko, als gewerbliche Kreditgeber behandelt zu werden. Die Renditen für Einlagen bewegen sich im Bereich von über 6%.

Bei P2P-Anbietern sollten Anleger nach wie vor die Angebote genau überprüfen und vorsichtshalber nur einen Teil ihres Geldes investieren. Höhere Sicherheit bieten hingegen die Mikrokreditfonds. Da die Rendite überschaubar ist, eignen sie sich vorwiegend als Geldanlage für Investoren mit sozialem Engagement.

6. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.