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Trennbanken vs. Universalbanken: – Systeme im Vergleich

Die Leistungen klar voneinander trennen, sowohl rechtlich als auch organisatorisch, oder doch lieber alles aus einer Hand? Sprich, lieber ein Trennbankensystem oder doch lieber die typisch deutsche Universalbank? Immer wieder wird das Thema Trennbanken vs. Universalbanken diskutiert.

Das in Deutschland vorherrschende Universalbankensystem wird besonders vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise angezweifelt. Die Kreditinstitute sollen stärker in die Verantwortung gezogen und die Regeln an das Trennbankensystem angelehnt werden. Hier die beiden Systeme im Vergleich.

Trennbanken oder Universalbanken – was ist für die Wirtschaft besser?

Bis 1999 wurde das Trennbankensystem in den USA per Gesetz vorgeschrieben. Es beinhaltete die Trennung von Investmentbanking und Commercialbanking. Genau in dieser Trennung sehen Befürworter des Systems eine Chance, die Banken für ihre Eigengeschäfte stärker in die Verantwortung zu nehmen. Diese Vorteile gibt es außerdem.

Vorteile der Trennbanken:

  • Die höhere Einlagensicherheit stellt einen der Vorteile des Trennbankensystems dar. Anders als beim Universalbankprinzip können die Risiken oder gar Verluste durch das Investment-Banking nicht über die Einlagen refinanziert werden.
  • Befürworter sehen in einem Trennbankensystem die Möglichkeit für eine größere Kontrolle. Weil Prozesse in den Markt verlagert werden, die ansonsten nur intern ablaufen, besteht mehr Transparenz. Bei einem Trennbankensystem gebe es auch getrennte Aufsichtsinstitutionen, eine strenge Aufsicht für die Depositenbanken und eine nur auf den Gläubigerschutz ausgerichtete Finanzmarktaufsicht.
  • Interessenkonflikte zwischen dem Kredit- und dem Emissionsgeschäft bestehen bei einem Trennbankensystem nicht, weil diese Bereiche nicht unter einem Dach zusammengefasst sind.
  • Bei einem Trennbankensystem ist ein Zusammenbruch der Commercial Bank selbst bei Aktien- und Immobilienblasen unwahrscheinlich, weil diese davon abgeschirmt ist. Banken könnten also nicht mehr reihenweise in den Abgrund gerissen werden (Dominoeffekt).

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Im Gegensatz zu Trennbanken verfügen Universalbanken über ein Allfinanzangebot. Das heißt, der Kunde hat eine ganze Palette an Finanzprodukten zur Auswahl: vom Kreditgeschäft bis zum Investmentgeschäft.

Vorteile der Universalbanken

  • Universalbanken bieten mehr Stabilität, weil die unterschiedlichen Geschäftsbereiche sich gegenseitig ausgleichen. Sie haben also mehrere Standbeine. Wenn ein Bereich sehr schlecht läuft, können die Verluste von einem anderen Bereich aufgefangen werden.
  • Aufgrund der Skalen- und Verbundeffekte ist das Kreditgeschäft der Universalbanken rentabler. Kredite sind besser verfügbar und die Verzinsung für Sparer in der Regel höher. Von der Bandbreite der Dienstleistungen und dem hohen Kreditvolumen der Universalbanken profitieren vor allem auch Exporteure.
  • Durch die Vollständigkeit des Angebotes werden die Kunden umfassend und ihren Bedürfnissen entsprechend individuell bedient.

Doch natürlich ziehen beide Systeme auch Nachteile mit sich. Hier sehen Sie die Schwachpunkte beider Systeme im Vergleich.

Nachteile der Trennbanken:

  • Für Kunden könnte das Trennbankensystem teuer werden. Denn wo es zwei Banken gibt, müssen auch zweimal Dienstleistungen in Form von Gebühren gezahlt werden. Das könnte besonders für Unternehmen von großem Nachteil sein.
  • Wenn das mittlerweile historisch gewachsene Universalbankensystem zerschlagen werden würde, könnte das auch Nachteile für den Export nach sich ziehen. Dieser profitiert von der weiten Verbreitung des Universalbankensystems und von Wettbewerbsvorteilen.
  • Die Stabilität von Trennbanken ist geringer als die der Universalbanken. Sie bauen nur auf einen Bereich. Wenn dieser schlecht dasteht, kann er nicht von einem anderen aufgefangen werden, wie es bei den Universalbanken der Fall ist.

Nachteile der Universalbanken:

  • Das umfassende Angebot von Universalbanken birgt aber auch Nachteile. Die  Bank ist zum einen in der Funktion des Gläubigers unter risikopolitischen Gesichtspunkten an einer ausgewogenen Kapitalstruktur des Kundenunternehmens gelegen. Auf der anderen Seite ist sie aber auch an einer Effektenemission interessiert, die zum Wachstum der Bank beiträgt.
  • Damit geht auch der häufige Vorwurf einher, dass die Banken in ihrer Anlageberatung nicht unabhängig genug sind und sie Kunden zu Geschäften raten, die ihnen eigene Vorteile bringen. Außerdem ist die Geldanlage gerade für Kleinanleger häufig sehr kostspielig. Grund dafür ist die Gebührenpolitik der Universalbanken mit ihrer hohen Mindestgebühr für Transaktionen.

Trennbanken vs. Universalbanken – von jedem ein bisschen

In dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung handelt es sich allenfalls in Teilen um ein Trennbankensystem.

Denn die Trennung der beiden Geschäftsbereiche soll zwar vorgeschrieben werden. Allerdings gilt das nicht für alle Finanzinstitute. Nur diejenigen sind betroffen, deren riskante Geschäfte mehr als 20 % oder insgesamt mehr als 100 Mrd. € der Bilanzsumme ausmachen.

Außerdem wird die Trennung lange nicht so strikt sein. Den Banken soll weiterhin erlaubt werden, den Kunden bei Börsengängen und Fusionen zu beraten.  Die Bundesregierung nutzt also Teile beider Systeme.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.