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Unterschied zwischen Cash Point und Break Even Point: Bitte nicht verwechseln!

Der Break Even Point ist ein oft eingesetztes Werkzeug, um die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. Leider wird dieser aber oft mit dem Cash Point verwechselt. Wo der kleine, aber entscheidende, Unterschied liegt, wird hier aufgeklärt.

Cash Point: Teil der Break Even-Analyse

Der Cash Point ist ein Unterpunkt der Break Even-Analyse und nicht etwa eine komplizierte Sonderrechnung. Die Grundlage bildet die Berechnung des Break Even Points. Dies ist der Punkt, an dem Kosten und Erträge sich aufheben, also eine Nullstelle bilden.

Hierzu müssen die Fixkosten und die variablen Kosten zu den Gesamtkosten aufaddiert werden. Das Ergebnis wird dann den Erlösen gegenübergestellt.

Anhand dieser Berechnung wird ersichtlich, ab wann Gewinne erzielt werden (beim Überschreiten des Break Even Points) oder ob in der Verlustzone agiert wird (wenn der Break Even Point, die Gewinnschwelle eines Unternehmens, nicht erreicht wird).

Unterschied liegt in den Kosten

Bei der Ermittlung des Break Even Points kommt es, wie oben erwähnt, darauf an, die Gesamtkosten den Erlösen gegenüberzustellen. Bei der Ermittlung dieser Gesamtkosten wird jedoch oftmals ein kleiner, wenn auch entscheidender Fehler gemacht, der für Unternehmen sehr teuer werden kann. Häufig wird nämlich ein wesentlicher Kostenpunkt übersehen.

Nicht zahlungswirksame Kosten

Da der Unternehmer zur Ermittlung seiner Gesamtkosten oftmals nur alle Zahlungsabgänge im betrachteten Zeitraum zusammenrechnet, wird ein wichtiger Kostenfaktor nicht einberechnet: die „nicht zahlungswirksamen Kosten“.

Wie der Name schon sagt, verbergen sich darunter Kosten, die keine direkte Zahlung erfordern. Da diese Kosten also nicht als konkrete monatliche Rechnung auftauchen,  werden sie häufig ignoriert.

Cash Point und nicht zahlungswirksame Kosten

Diese „nicht zahlungswirksamen Kosten“ können keiner konkreten Kostenstelle zugeordnet werden und erzeugen keine Abflüsse liquider Mittel. Deshalb werden sie so leicht übersehen.

Es handelt sich hierbei um kalkulatorische Abschreibungen. Jede Maschine, jedes Firmenfahrzeug, ja sogar jedes eingesetzte Mobiltelefon verliert mit der Zeit an Wert.

Dieser Wert, der mit jeder Maschinenlaufstunde oder auch nur mit dem Verstreichen der Zeit abnimmt, ist ein Kostenfaktor.

Streng genommen sind nicht nur die kalkulatorischen Abschreibungen, sondern auch die kalkulatorischen Zinsen in diese Kosten mit einzubeziehen. Diese Kosten müssen in eine korrekte Break Even Point-Analyse einkalkuliert werden. Sind diese Kosten nicht mit eingerechnet, ergibt sich der Cash Point.

Cash Point und Break Even Point – ein großer Unterschied

Kurzfristig wird ein Unternehmen den Unterschied nicht bemerken, da ja, auch wenn nur der Cash Point ermittelt wird, alle laufenden Kosten gedeckt sind und in der Gesamtbetrachtung vielleicht ein Gewinn entsteht.

Langfristig wird dies allerdings zu Schwierigkeiten führen. Denn nur mit der Ermittlung des Break Even Points (also des Cash Points plus den kalkulatorischen Abschreibungen) ist gewährleistet, dass bei notwendigen Erneuerungen der Betriebsmittel die nötigen Rücklagen hierfür gebildet wurden.

Ist vorher immer nur der Cash Point errechnet worden, werden die angeblichen Gewinne schnell durch Betriebsmittelerneuerungen aufgefressen, und im schlimmsten Fall steht das Unternehmen am Ende mit Verlusten da.

26. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.