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Vorsteuer: EU-Mitgliedsstaaten erstatten Umsatzsteuer zurück

Mitgliedsstaaten geben Unternehmen die Möglichkeit, bereits bezahlte Vorsteuern innerhalb der EU auch staatenübergreifend zurückzufordern. Unternehmer, die Vorsteuer im EU-Ausland bezahlt haben, finden hier eine Anleitung zur Rückforderung.

Vorsteuer: Die Begriffserklärungen

Da im Steuerrecht oft Begriffe zum Einsatz kommen, die nicht geläufig sind, ist es für Unternehmer oft schwierig, sich zurechtzufinden. Umsatzsteuer, die beim Erwerb von Lieferungen oder Dienstleistungen anfällt, bezeichnet man steuerrechtlich als Vorsteuer.

Da die Umsatzsteuer nur vom Endverbraucher gezahlt werden muss (Mehrwertssteuer), können Unternehmer sich diese vom Finanzamt zurückerstatten lassen. Dies bezeichnet man als Vorsteuerabzug.

Der Staat, in dem die Vorsteuer bezahlt wurde (und bei dem die Rückerstattung angefordert werden kann), gilt als Erstattungsstaat. Unternehmer, die einen solchen Vorsteuerabzug bei einemErstattungsstaat einfordern möchten, müssen dies über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) abwickeln .

Antrag zur EU-Vorsteuervergütung richtig einreichen

Vor der Einreichung eines Antrages zur Vorsteuerrückerstattung sollten Unternehmer prüfen, ob Besonderheiten zum Vorsteuerabzug im betroffenen EU-Mitgliedsstaat gelten. Eine Liste mit den Besonderheiten der einzelnen EU-Staaten finden Sie hier: Präferenzliste

Unternehmer, die bereits bezahlte Vorsteuer von einem EU-Mitgliedstaat rückerstattet bekommen möchten, müssen einen Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) einreichen. Diese Anträge müssen in elektronischer Form eingereicht werden.

Zur Einreichung eines Antrages auf Rückerstattung von Vorsteuer aus dem EU-Ausland ist folgendes Onlineformular zu benutzen: BZStOnline-Portal (BOP).

Für Unternehmer, die noch keinen Online-Account beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) haben, bietet das Ministerium hier eine detaillierte Erklärung zur Registrierung und zur Einreichung von Dokumenten: Hilfsmittel.

Anträge für die Rückerstattung von Vorsteuer aus dem EU-Ausland in Papierform werden nicht berücksichtigt.

Kriterien zur Rückerstattung der Vorsteuer in der EU

Innerhalb von 15 Arbeitstagen entscheidet das zuständige Amt, ob der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Dazu müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Die Steuerbefreiung für Kleinunternehmen wurde nicht in Anspruch genommen.
  • Der Unternehmer unterliegt nicht der landwirtschaftlichen Pauschalbesteuerung.
  • Es wurdenumsatzsteuerpflichtige Lieferungen und Dienstleistungen erbracht.

Bei positiver Prüfung wird der Antrag an den Erstattungsstaat weitergeleitet.

Prüfung durch den Erstattungsstaat

Der Erstattungsstaat prüft anschließend, ob er Antrag zur Rückerstattung den dort geltenden Vorgaben entspricht. Falls der Erstattungsstaat innerhalb von vier Wochen keine Rückmeldung zum prüfenden Antrag gibt, kann der Unternehmer direkt die lokalen Steuerbehörden kontaktieren.

Sobald der Antrag für die Rückerstattung weitergeleitet wurde, ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) nicht mehr Ansprechpartner für den einreichenden Unternehmer. Eine Liste mit den Kontaktdaten der verschiedenen Steuerbehörden in der EU finden Sie hier: Steuerbehörden in der EU

Fazit: Vorsteuer in EU

Unternehmer, die im Ausland Vorsteuer bezahlt haben, sollten auf jeden Fall prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, diese zurückzufordern. Innerhalb der EU ist eine Rückerstattung der Vorsteuer meist kein Problem.

Der im Artikel beschriebene Ablauf der Antragsstellung erscheint kompliziert. Ist die Registrierung jedoch erst einmal über die Bühne gebracht, werden zukünftige Rückerstattungsanträge zum Kinderspiel und können schnell und unkompliziert abgewickelt werden. Bedenken Sie: Rückerstattungen bringen bares Geld in Ihre Unternehmenskasse!

3. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.