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Was ist Qualitative Easing und was können Anleger tun?

In Zeiten niedriger Leitzinsen und Aktivmaßnahmen der Notenbanken fallen in der Fachpresse immer wieder die beiden Begriffe Quantitative Easing (Quantitative Lockerung)  und Qualitative Easing (Qualitative Lockerung).

Bei den beiden Begriffen geht es zunächst um eine monetäre Geldpolitik der Zentralbanken. Diese versuchen durch Qualitative Easing und Quantitative Easing Einfluss auf das Zinsniveau (Leitzinsen) zu nehmen.

Welche Abläufe stehen hinter diesen Maßnahmen und welche Folgen hat dies für Verbraucher und Anleger?

Qualitative Easing: Erklärung der Zinssatzlenkung

Während bei Quantitative Easing die Quantität – also die Menge – des Zentralbankgeldes zunimmt, verändert sich bei der qualitativen Lockerung (Qualitative Easing) die Bilanz der Zentralbank nicht.

Bei Qualitative Easing geht es in erster Linie um die Qualität bzw. die Zusammensetzung der Vermögenswerte auf der Aktivseite der Zentralbank.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Zentralbank Geld in weniger liquide und teilweise riskantere Anlagen umschichtet. Dies können zum Beispiel Staatsanleihen von anderen Ländern, aber auch Wertpapiere von privaten Anbietern sein.

Beispiele und Zweck von Qualitative Easing

Im Zuge der Schuldenkrise wendet die Europäische Zentralbank (EZB) die Qualitative Lockerung bereits seit Jahren an. Dabei werden zum Beispiel Schuldtitel (Staatsanleihen) von Ländern mit niedriger Bonität von Staaten wie Griechenland und Italien aufgekauft.

Mit dem Aufkauf von Staatsanleihen will die EZB das Zinsniveau für diese Länder niedrig halten, so dass sich auch überschuldete Länder wie Griechenland und Spanien am Kapitalmarkt zu vernünftigen Zinsen weiter refinanzieren können.

Auch die US-Notenbank FED (Federal Reserve Bank) hat diese Maßnahme bereits angewendet, um mit dem Aufkauf von US-Staatsanleihen das Zinsniveau weiter niedrig zu halten.

Qualitative Easing und die Folgen

Allerdings hat auch Qualitative Easing Folgen: Mit der qualitativen Lockerung erhöht sich das Kredit- bzw. Ausfallrisiko bei den Zentralbanken. Damit drohen hohe Abschreibungen, wenn die Schuldnerstaaten pleitegehen. Dies könnte wiederum das Eigenkapital von Zentralbanken wie der EZB aufzehren, wodurch die geldpolitische Unabhängigkeit verloren ginge.

Fazit: Verbraucher und Anleger droht eine Geldentwertung

Viele Finanzexperten warnen vor den Folgen von Quantitative und Qualitative Easing. Erklärung: Wird die Politik des billigen Geldes weitergeführt, droht zwangsläufig eine Entwertung des Papiergeldes.

Die hängt damit zusammen, dass die Geldmengenausweitung, die vor allem mit der quantitativen Lockerung einhergeht, die eigene Währung schwächt, was aktuell zum Beispiel am schwachen Euro zu beobachten ist.

Zudem schmälert die Ausweitung der Geldmenge die Kaufkraft des Papiergeldes, was insbesondere den Verbraucher trifft. Auch Anleger und Sparer sind direkt betroffen, erhalten sie kaum mehr Zinsen auf ihre Festgeld- und Spareinlagen. Anleger können sich dagegen wehren, indem sie in Sachwerte wie zum Beispiel in Aktien investieren.

1. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands