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Die Dotcom-Blase: Die „New Economy“ wird Anlegern zum Verhängnis

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde auch das Lieblingskind der Anleger – die Firmen des Silicon Valleys – durch eine harte Wirtschaftskrise erschüttert. Die Branche musste Verluste von 78% hinnehmen.

Schon Jahrzehnte, bevor das Wort „Dotcom“ zum gängigen Begriff in unserer Alltagssprache wurde, erfand das US-Militär die Vorform des Internets. Hierbei wurde stark unterschätzt, in welchem Außmaße die Bürger nur wenig später online unterwegs sein würden.

Das Internet auf der Überholspur

Wirtschaftlich wechselte das Internet erst zur Mitte der 90er-Jahre auf die Überholspur. 18 Millionen Nutzer loggten sich zu diesem Zeitpunkt weltweit ein. Dieser Anstieg der Nutzerzahlen zeigte einen bislang unberührten Markt auf – einen internationalen Markt.

Schnell stiegen Spekulatoren in das Geschäft ein, die sich aus Vorfreude auf die zu erwarteten Profite die Hände rieben. Die „New Economy“ war das neue große Geldgeschäft.

Investoren orientieren sich an Ideen

Viele Unternehmen unterliefen einem ähnlichen Phenomen wie die, die man im 17. Jahrhundert in England oder in den 80er Jahren in den USA beobachten konnte. Die Investoren orientierten sich eher an großen Ideen als an soliden Finanzzahlen.

Neue Schlagwörter wie Netzwerke, Informationstechnologien, Internet, nutzerorientierte Bedienung, maßgeschneiderte Onlineerfahrung und viele weitere leere Phrasen der neuen Medien lockten zahlreiche Investoren an, die ihr Geld in unprofitable Unternehmen pumpten.

Der Börsengang vieler Internetunternehmen wurde lautstark medial begleitet –sie galten als Retter der angeschlagenen Wirtschaft, die die Nation in Euphorie versetzten. Investoren kauften blind, was ihnen vorgesetzt wurde. Der Blick in den Geschäftsplan oder die Finanzen wurde überflüssig. Die Frage, ob eine Firma jemals Profit erwirtschaften könnte, trat in den Hintergrund.

Blase platzt durch eigene Fehler

Offensichtlich war dies ein Problem. Die ersten Risse in der Blase wurden durch die Unternehmen selbst verursacht: Viele erwirtschafteten hohe Verluste und brachen schon Monate nach ihrem Börsengang zusammen. Die neuen Millionäre des Internetbooms mussten ihre Villen verlassen und zurück zu ihren Eltern ziehen.

Im Jahr 1999 gab es 457 Börsengänge in Amerika, davon waren viele internet- oder technologieorientiert. Von diesen 457 IPOs verdoppelten 117 bereits am ersten Börsentag ihren Wert. 2001 sank dieser Wert auf 76 Börsengänge – keiner konnte die Zahlen der Vorjahre erreichen.

Viele Experten sind der Meinung, dass die Dotcom-Blase ein klarer Fall von „Zu viel zu schnell“ sei. Unternehmen, die sich selbst ihrer Identität noch unklar waren, wurden von einem Tag auf den anderen zu neuen Konkurrenten von Microsoft aufgeblasen – und verloren am Ende alles.

Bis zum Platzen der Immobilienblase wenige Jahre später galt die Dotcom-Blase als größtmöglicher Fehler in der westlichen Börsenwelt seit dem Schwarzen Montag.

23. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.