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Zeitwert Auto: Unterschied zwischen Wiederbeschaffungs- und Marktwert

Wer sein Auto verkaufen möchte, kennt das Problem: Wie nur bestimmt man den Wert des Wagens – zum Beispiel nach einigen Jahren der Nutzung inklusive Unfall und Reparatur?

Apropos Unfall: Auch unmittelbar danach ist die Wertermittlung des Autos zur Bestimmung des Schadensersatzes unverzichtbar.

In diesen Fällen ist der sogenannte Zeitwert entscheidend.

Dieser ist beispielsweise auch in der Bilanzierung wichtig, wenn der Wert von Wirtschaftsgütern bemessen wird, oder auch bei der Bewertung von Optionsscheinen.

Spricht die Rechtsprechung vom Zeitwert eines Autos, meint sie damit meist den Wiederbeschaffungswert.

Der übergeordnete Begriff „Zeitwert“ schließt jedoch auch den Verkaufs- bzw. Marktwert mit ein. Deshalb ist es wichtig zu wissen, worin jeweils die Unterschiede liegen.

Zeitwert des Autos: Worum es sich dabei handelt

Generell beschreibt der Zeitwert im Versicherungswesen den Neuwert der Sache abzüglich eines Geldbetrages für Abnutzung, Gebrauch und Alter.

Dabei werden auch noch zusätzliche Kosten wie beispielsweise solche für eine Sonderausstattung des Autos berücksichtigt.

Seit 1984 gilt daher die Definition des Bundesgerichtshofs in den Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung (AKB).

Demnach ist der Zeitwert der Preis, den man bei einem seriösen Händler aufbringen muss, um ein gleichwertiges Fahrzeug zu erwerben.

Der Wiederbeschaffungswert des Wagens: Wer den Schaden hat…

Ist das eigene Auto beschädigt worden, kommt es auf den sogenannten Wiederbeschaffungswert an, um den Schadensersatz zu bestimmen.

Laut Rechtsprechung ist der Wiederbeschaffungswert eines unfallbeschädigten gebrauchten Kraftfahrzeugs prinzipiell der Preis eines vergleichbaren Ersatzfahrzeugs.

Voraussetzung sind dabei ein seriöser Automobilhändler sowie eine gründliche technische Überprüfung.

Es werden also wertbeeinflussende Faktoren berücksichtigt, wie zum Beispiel das Alter des Fahrzeugs, der Kilometerstand oder auch die Anzahl der Vorbesitzer.

Der Wiederbeschaffungswert ist insoweit relevant, als dass er mit der Schadenshöhe verglichen wird. Übersteigen die etwaigen Reparaturkosten nämlich den Wiederbeschaffungswert, liegt ein „wirtschaftlicher Totalschaden“ vor.

In diesem Fall lohnt sich keine Reparatur. Stattdessen hat der Geschädigte dann einen Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungswerts abzüglich des gegebenenfalls verbleibenden Restwerts.

Der Restwert, auch „Wrackwert“ genannt, bemisst sich dabei nach der verbleibenden Brauchbarkeit des Fahrzeugs, oder aber dem Wert der brauchbaren Reste.

Die Ermittlung des Verkaufs- bzw. Marktwertes

Der allgemeine Marktwert orientiert sich am sogenannten gemeinen Wert. Dieser ist von dem Preis abhängig, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr durch den Verkauf des Wagens erzielt würde.

Allerdings lässt diese Definition offen, ob es sich beim Verkäufer um einen Händler oder einen Privatverkäufer handelt. Dieser Grundsatz wird jedoch häufig bei Privatverkäufen angewandt.

Der Wert liegt dabei in der Regel zwischen Wiederbeschaffungswert und Händlereinkaufspreis.

Mehr zum Thema: Steuern fürs Auto: Beginn, Dauer und Ende der Kfz-Steuerpflicht

Fazit: Wert ist nicht gleich Wert

Insgesamt kommt es also darauf an, in welcher Situation man den Wert des Wagens bestimmen muss – je nachdem wird der Zeitwert des Autos anders definiert.

Der Marktwert ist dabei regelmäßig höher als der Wiederbeschaffungswert. Um sich beim Autoverkauf einen Überblick zu verschaffen, kann man sich an Listen mit durchschnittlich ermittelten Preisangaben von Gebrauchtwagen orientieren.

Diese, wie zum Beispiel die Schwacke-Liste, findet man im Internet.

Liegt dagegen ein Schaden vor, sollte man lieber einen Gutachter beauftragen, um den Wiederbeschaffungswert des Wagens zu ermitteln.

14. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.