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Die Wahrheit über Derivate

Die Real- und die Finanzwirtschaft driften immer weiter auseinander.

Eigentlich hätten Politiker und Aufsichtsbehörden doch spätestens aus der großen Finanzkrise von 2008 endlich die richtigen Schlüsse ziehen müssen, um im Anschluss die Regulierung der Finanzbranche drastisch zu verschärfen.

Notwendiger Rückbau des weltweiten Finanzsystems ausgeblieben

Stattdessen blieb der Rückbau des weltweiten Finanzsystems bis heute leider aus, wie der frühere BaFin-Chef Jochen Sanio bereits im Dezember 2011 deutlich machte.

Nachdem die ersten Auswirkungen der Lehmann-Pleite 2008 verdaut wurden, begann einer der mutmaßlich größten Schwarzmärkte der Welt sofort wieder zu wachsen: der Handel mit Finanzderivaten.

Zur Erinnerung: Derivate sind im ursprünglichen Sinne Finanzinstrumente, die zur Absicherung von Risiken oder zum Zwecke der Spekulation eingesetzt werden.

Verhältnis zwischen Realwirtschaft und Derivatemarkt beträgt 1:9

Betrachtet man die heutige Größe und Reichweite dieses Marktes, wird jedoch schnell klar, dass Derivate in den meisten Fällen nur noch waghalsige Wetten auf beliebige Ereignisse sind.

Und mit der Realwirtschaft haben sie nur noch in den seltensten Fällen etwas zu tun.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich beziffert das weltweite Derivatevolumen auf rund 700 Billionen US-$, andere Schätzungen gehen sogar teilweise von noch höheren Volumina oberhalb von 1.000 Billionen US-$ aus.


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Im Vergleich hierzu beträgt das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) geradezu lächerlich anmutende 75 Billionen US-$.

Die meisten Wetten bestehen deshalb nicht etwa aus Substanz, sondern größtenteils aus heißer Luft.

Trotz Finanzkrise 2008 gedeiht der Derivatemarkt weiter

Dabei macht die Entwicklung des weltweiten Derivate-Volumens der vergangenen Jahre das extrem rasante – und in meinen Augen letztendlich unkontrollierbare – Wachstum sehr deutlich.

Im Jahr 2000 lag das weltweite Volumen von Derivaten noch bei 95 Billionen US-$. 2005 bereits hatte sich dieser Wert mehr als verdreifacht – auf 298 Billionen US-$.

Wirklich schwindelerregende Höhen erreichte das Volumen im Jahr 2007, 1 Jahr vor dem Kollaps des Finanzsystems:

Mit 596 Billionen US-$ liegt der Wert aus 2007 jedoch immer noch deutlich hinter den aktuell geschätzten 700 Billionen US-$.

Ein weiterer Beleg dafür, dass sich seit der Krise in 2008 absolut nichts gebessert, sondern schlussendlich sogar verschlechtert hat.

Schattenbanken und zu wenig Eigenkapital bedrohen weltweites Finanzsystem

Problematisch hierbei ist vor allem, dass der Derivatemarkt von einigen wenigen Großbanken dominiert wird.

Neben den bekannten Größen aus Übersee sind es eine ehemals hoch angesehene Bank in Deutschland und einige Institute aus der Schweiz, welche diesen Markt kontrollieren und bestimmen.

Diese Großbanken halten neben den offiziellen 700 Billionen US-$ im Übrigen noch größere Mengen ihrer Derivate in außerbilanziellen Zweckgesellschaften, auch Schattenbanken genannt.

Selbst ohne die außerbilanziellen Derivate ist das Eigenkapital dieser Banken im Vergleich zum gehaltenen Derivatevolumen alles andere als ausreichend.

Kommt es etwa zu einem Zusammenbruch der Eurozone, dürfte dieser Markt in sich zusammenfallen und zum Kollaps des weltweiten Finanzsystems führen.

In diesem Horror-Szenario könnten kein Staat und kein Rettungsschirm dieser Welt den Zusammenfall stoppen.

Finanzcasino: JP Morgan verliert mit Derivaten bis zu 9 Mrd. $

Wie schnell im Derivatehandel Verluste entstehen können, zeigte kürzlich JP Morgan:

Mindestens 3 Mrd. US-$ soll die amerikanische Großbank durch zweifelhafte Wetten verloren haben. Weitere Stimmen gehen inzwischen sogar von 7 bis 9 Mrd. US-$ aus.

Dabei dürfte die Bank der finanzielle Verlust weniger geschmerzt haben als die Tatsache, dass das Thema Derivate nun in der Öffentlichkeit wieder verstärkt wahrgenommen und diskutiert wird.

Ich bezweifle jedoch, dass dieser Vorfall an der Regulierung und der Kontrolle der Finanzbranche und speziell des Derivatemarktes irgendetwas ändern wird. Dafür ist seit 2008 einfach zu wenig passiert.

So geht das internationale Finanzcasino im Derivatehandel trotz diverser Zwischenfälle munter weiter…

1. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.

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