Adler Modemärkte: Aktionären droht Totalverlust

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Die Adler Modemärkte AG könnte zeitnah gerettet werden. Die Aktionäre des Unternehmens sollten sich aber auf einen Totalverlust einstellen. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Gestern Abend veröffentlichte die seit Januar dieses Jahres in der Insolvenz in Eigenregie steckende börsennotierte Modekette Adler, dass man sich mit einem Investor in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Übernahme befinde.

Der Investor ist die Zeitfracht Logistik Holding GmbH aus Berlin. Heute meldete Adler dann, dass man ein unwiderrufliches Angebot zum Abschluss einer Investorenvereinbarung erhalten habe. Das ist für viele Beteiligte eine gute Nachricht – nicht aber für die Adler-Aktionäre!

Denn die werden am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit leer ausgehen. Doch der Reihe nach. Schauen wir uns noch einmal chronologisch die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate rund um die Adler Modemärkte AG an.

Was bei Adler in den vergangenen Monaten passierte

Am 12. Januar dieses Jahres meldete Adler, dass man wegen Corona-bedingter Belastungen eine Sanierung im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung starte. Die Adler-Aktie, die zu Beginn des Jahres 2021 noch bei rund 2,40 Euro notierte (in der Spitze kam Adler sogar auf zweistellige Notierungen), sackte daraufhin auf rund 0,70 Euro ab.

Danach gab der Kurs noch weiter nach. Von Ende März bis Mitte Mai notierte die Adler-Aktie im Mittel bei etwa 0,20 Euro. Dann folgte eine verrückte Kursrally, die nichts mit veränderten operativen Perspektiven zu tun hatte, sondern einzig und allein von Zockern ausgelöst wurde, die es auf den schnellen Euro abgesehen hatten und nun ihren Einsatz (oder zumindest einen Großteil davon) verlieren werden oder schon verloren haben.

Vor zwei Wochen notierte die Adler-Aktie noch bei über 1,50 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei 0,27 Euro, und er wird aller Voraussicht nach zeitnah auf 0,00 Euro fallen.

Kapitalschnitt auf Null geplant

Denn der Insolvenzplan wird voraussichtlich unter anderem einen Kapitalschnitt in Form einer Herabsetzung des Grundkapitals der Adler Modemärkte AG auf Null sowie eine anschließende Zuführung neuen Eigenkapitals im Zuge einer Kapitalerhöhung durch die neue Investorin vorsehen, die damit alleinige Aktionärin von Adler werden wird.

„Die bestehenden Aktien der Gesellschaft werden somit aller Voraussicht nach vollständig wertlos“, hieß es in der Mitteilung von Adler Modemärkte vom gestrigen Abend. Weiterhin teilte das Unternehmen mit, dass mit dem Wirksamwerden der Kapitalherabsetzung auf Null zugleich ein Delisting der Aktien erfolgen soll.

Das bedeutet: Die bestehenden Adler-Aktien werden dann wertlos ausgebucht. Für diejenigen, die zu dem Zeitpunkt noch Adler-Aktien halten, bedeutet das einen Totalverlust. Im Idealfall (aus Sicht des Unternehmens) könnte das Insolvenzverfahren bereits Ende August dieses Jahres beendet werden.

Abschließend mein Rat an die Adler-Aktionäre: Sie sollten die Aktie verkaufen, solange der Verlust noch nicht bei 100% angekommen ist. Den realisierten Verlust können Sie zumindest noch steuerlich nutzen und so den Schaden etwas begrenzen.

Denjenigen, die mit dem Gedanken spielen, jetzt noch einzusteigen, da die Aktie optisch so schön billig geworden ist, rate ich dringend davon ab, da die Aktie mit größter Wahrscheinlichkeit schon zeitnah bei 0,00 Euro notieren und dann wertlos ausgebucht wird.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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