Vegane Aktien: Diese 10 Wertpapiere können profitieren

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Vegane Ernährung liegt immer mehr im Trend und sorgt für steigende Kurse bei „veganen“ Aktien. (Foto: Sukov Studio / Adobe Stock)

Der Ernährungstrend Veganismus ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Nach Schätzungen des Vegetarierbund Deutschlands (VEBU) summierte sich die Zahl der Veganer hier zu Lande bereits auf 1,2 Millionen – Tendenz weiter steigend.

Beim Vegan-Trend geht es vor allem um eine Ernährungsweise, die auf tierische Produkte wie Eier, Käse, Honig und Fleisch vollständig verzichtet. Der Vegan-Trend baut darauf auf, dass die rein pflanzliche Ernährungsweise nicht nur dem menschlichen Körper zu Gute kommt, sondern auch dem ethischen Bewusstseinswandel Rechnung trägt. Sogenannte „vegane Aktien“ greifen diesen Trend auch im Aktienhandel auf.

„Vegane“ Aktien: Unternehmen, die vom Vegan-Trend profitieren

Vom Trend hin zu gesunder Ernährung profitiert insbesondere die Lebensmittelindustrie, die ihr Angebot auf die Bedürfnisse von vegan Lebenden ausrichtet.

Der Clou: Wer sich vegan ernähren will, muss seine Ernährungsweise nicht unbedingt umstellen, denn es gibt inzwischen viele Produkte, die durch vegane Alternativen ersetzt werden können. Diese 10 „vegane“ Aktien können von dem Trend profitieren:

1. John B. Sanfilippo & Son: der Nussproduzent aus den USA

Da Veganer auf tierische Produkte verzichten, sind Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Pekanüsse, Cashews, Paranüsse, Haselnüsse) das Gold der veganen Ernährung. Nüsse schmecken nicht nur, sondern senken auch das Risiko für Diabetes und Parkinson, wie aus einer Harvard-Studie hervorgeht.

Profitiert von diesem Trend hat auch die John B. Sanfilippo & Son Inc., einer der größten Nussproduzenten in den USA. Das Unternehmen wurde bereits 1959 gegründet, beschäftigt über 1.300 Mitarbeitende und profitiert heute vom Trend zur veganen Ernährung. Zu den wichtigsten Eigenmarken gehören u.a. Fisher und Orchard Valley Harvest. Im Jahr 2020 hat das Unternehmen einen Umsatz von über 880 Milliarden US-Dollar erzielt, für 2021 peilt der Nussproduzent die Marke von einer Milliarde US-Dollar an. Vom Wachstum hat auch der Aktienkurs des Nussherstellers (WKN: 883172 | ISIN: US8004221078) profitiert. Er ist seit dem Einstieg in die Börse um 25 % gestiegen.

2. Omega Protein Corporation: Gesundheitsprodukte für die Welt von morgen

Das US-Unternehmen Omega Protein Corporation spricht zwar nicht direkt Veganer an, hat sich dafür aber auf die Produktion von gesunden Lebensmitteln konzentriert.

Neben Fisch-Öl (Omega-3-Fettsäuren), bietet das Unternehmen über seine Tochter Nutegrity eine Reihe von Zutaten an, die verschiedene Antioxidantien und Pflanzenproteine enthalten. Der Umsatz liegt mittlerweile bei über 390 Millionen US-Dollar jährlich. Das Unternehmen mit Sitz in Reedville, Virginia (USA) beschäftigt über 1.000 Menschen.

3. The WhiteWave Foods Company: Milch-Ersatzprodukte für Veganer

Der amerikanische Unternehmen WhiteWave Foods wurde ursprünglich aus dem Dean Foods Konzern ausgegliedert und befasst sich mit Lebensmitteln und Getränken, die auf pflanzlicher Basis hergestellt wurden. Seit 2017 gehört WhiteWave Foods zum französischen Danone-Konzern und bildet als „Danone North America“ die Nordamerika-Sparte des Konzerns.

Bei WhiteWave Foods geht es hauptsächlich um Milch-Alternativen, Zielgruppe sind unter anderem auch Veganer. In 2015 schnappte sich WhiteWave Foods den Vegan-Spezialisten Vega für 550 Mio. US-$. WhiteWave Foods kann daher zu Recht als eine „vegane“ Aktie bezeichnet werden. Zu den wichtigsten Marken gehören Milchersatzprodukte Alpro, Provamel und Silk.

Vor der Übernahme durch Danone hatte WhiteWave Foods im Jahr 2016 einen Umsatz von über 4 Milliarden US-Dollar. Wer heute von WhiteWave Foods an der Börse profitieren möchte, kann in die Aktien von Danone investieren.

4. Hain Celestial Group: Vegan-Aktie aus den USA

Die Hain Celestial Group aus den USA setzt ebenfalls stark auf den Trendmarkt gesunde Ernährung. Im Jahr 2015 verstärkte sich Hain Celestial in Europa durch die Übernahme des Vegan-Spezialisten Mona Group.

Mona bietet insbesondere vegane Jogurts, Tofu und Nachspeisen in Europa und Mittleren Osten unter der Marke Joya und Happy an. Zum Unternehmensverbund von Hain gehören zudem die Vegan- und Natur-Marken Alba Botanica, Avalon Organics und JASON. Die Performance dieser Vegan-Aktie kann sich ebenfalls sehen lassen: Seit Börsenstart hat die Aktie eine Rendite von über 14 Prozent erzielt (Stand: August 2021). Im Jahr 2020 hat das Unternehmen einen Umsatz von über 2 Milliarden US-Dollar erreicht.

5. Herbalife: Wellness-Produkte für die Welt

Herbalife ist vor allem für seine Wellness-Produkte und sein Netzwerk-Marketing bekannt. Das US-Unternehmen bietet Nahrungsergänzungsmittel und Diätprodukte an, die Konsumenten beim Abnehmen helfen sollen. Darunter fallen auch Milch- und Protein-Shakes für Veganer.

2020 hat Herbalife über 5,5 Milliarden US-Dollar erlöst, das entspricht einem Wachstum von über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im ersten Quartal 2021 lag der Umsatz bei über 1,5 Milliarden US-Dollar.

6. Koninklijke Wessanen: organische Lebensmittel für Vegetarier

Koninklijke Wessanen (Marke Bjorg) ist ein niederländisches Unternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1765 zurückreicht. Es hat sich auf die Herstellung von organischen und vegetarischen Lebensmitteln (Käsesorten, Dips, Naturkost etc.) spezialisiert. In den letzten Jahren liefen die Geschäfte gut, auch die Performance des Aktienkurses kann sich sehen lassen. Wer von der veganen Aktie profitieren möchte, kann diese u.a. an der Euronext in Amsterdam handeln.

Im Jahr 2020 hat das Unternehmen einen Umsatz von über 650 Millionen Euro erzielt.

7. Chr. Hansen Holding: Biowissenschaft für die Lebensmittelindustrie

Die in Dänemark ansässige Chr. Hansen Holding gilt als Spezialist für biowissenschaftliche Produkte in der Ernährungs- und Gesundheitsbranche. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1874.

Das Unternehmen produziert unter anderem Milchkulturen und -enzyme, die in der Nahrungsmittelindustrie zum Einsatz kommen. Auch wenn Chr. Hansen nicht direkt vegane Menschen anspricht, konnten sich Anleger über einen Kurszuwachs der veganen Aktien in den letzten Jahren freuen. 2021 peilt das Unternehmen einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro an.

Über 1.000 Mitarbeitende erlösten im Jahresverlauf 2020/2021 einen Umsatz von über 780 Millionen Euro, was einer Steigerung von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

8. Freedom Foods Group: Prebiotika aus Australien

Bei Freedom Foods Group handelt es sich um einen australischen Hersteller von Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln (Müsli etc.), die frei von Gluten und Weizen sind.

Dabei setzt Freedom Foods vor allem auf Prebiotika (nicht verdaubare Lebensmittelbstandteile) in seinen Produkten, welche die Verdauung des Menschen positiv beeinflussen sollen. Performance dieser Vegan-Aktie bis August 2018: 1.300 % in 5 Jahren. Danach folgte ein starker Rückgang, der bis Juni 2021 angehalten hat. Das könnte eine gute Gelegenheit für dein Einstieg in vegane Aktien sein.

Das noch relativ junge Unternehmen (gegründet 1984) erzielte 2020 einen Umsatz von über 570 australischen Dollar, was rund 919 Millionen Euro entspricht.

9. Biogaia AB: Probiotika aus Schweden

Das schwedische Biotech-Unternehmen BioGaia AB ist im Bereich Probiotika tätig, wobei das Unternehmen auf probiotische Nahrungsmittel (zum Beispiel kaubare Tabletten oder Tropfen) setzt, um die Darmflora zu verbessern. Das schwedische Unternehmen sieht sich aufgrund seiner 20-jährigen Erfahrung als Weltmarktführer bei Probiotika.

Der Umsatz lag 2020 bei rund 90 Millionen Euro.

10. Whole Food Markets: die größte Bio-Supermarktkette in den USA

Vom Veggie-Trend dürfte insbesondere auch Amerikas größte Bio-Supermarktkette Whole Food Markets profitieren. Bio-Feinkost gehört ebenso zum Produktprogramm der Amerikaner wie spezielle Produkte für Vegetarier und Veganer. Inzwischen betreibt das Unternehmen rund 400 Bio-Supermärkte. Seit 2017 gehört das Unternehmen zum Amazon-Konzern. In diesem Jahr erzielte Whole Foods einen Umsatz von über 17 Milliarden US-Dollar.

Fazit: Der Trend zur veganen Ernährung begeistert viele Menschen – auch in Deutschland. Davon profitieren auch immer mehr Unternehmen, die Wellness- und Gesundheitsprodukte speziell für Vegetarier und Veganer anbieten. Auch Anleger können hiervon profitieren, wenn sie auf die richtigen Vegan-Aktien setzen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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