Dermapharm schluckt Arkopharma für 450 Mio. Euro

Dermapharm schluckt Arkopharma für 450 Mio. Euro
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Der bayerische Arzneimittelhersteller Dermapharm ist weiter auf Einkaufstour. Ende 2021 hatte Dermapharm bereits für rund 80 Millionen Euro die C³-Gruppe vom kanadischen Cannabis-Konzern Canopy Growth übernommen. Die Firma ist im Geschäft mit medizinischem Cannabis aktiv. Jetzt plant das Unternehmen die Übernahme des französischen Marktführers für pflanzliche Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel Arkopharma. Damit soll neben dem Produktspektrum vor allem auch die regionale Präsenz deutlich ausgebaut werden.

Dermapharm – Arzneimittelhersteller aus Bayern

Bevor wir auf die millionenschwere Übernahme im Detail kommen, möchte ich Ihnen den Käufer erst einmal näher vorstellen. Dermapharm ist ein Hersteller von patentfreien Markenarzneimitteln für ausgewählte Märkte in Deutschland. Die 1991 gegründete Gesellschaft hat ihren Sitz in Grünwald bei München und ihren Hauptproduktionsstandort in Brehna bei Leipzig.

Das integrierte Geschäftsmodell der Gesellschaft umfasst die hausinterne Entwicklung, eigene Produktion sowie den Vertrieb von Arzneimitteln und anderen Gesundheitsprodukten für ausgewählte Märkte durch einen pharmazeutisch geschulten Außendienst. Dermapharm verfügt über rund 1.300 Arzneimittelzulassungen für rund 400 pharmazeutische Wirkstoffe, die sich in einem breiten Produktsortiment widerspiegeln.

Zu den Kernmärkten der Gesellschaft gehören bislang Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Geschäftsmodell von Dermapharm umfasst überdies ein Parallelimportgeschäft, das unter der Marke ‚axicorp‘ betrieben wird. Im Segment pflanzliche Extrakte verfügt Dermapharm über die spanische Euromed S.A. zudem über Zugang zum Wachstumsmarkt für pflanzliche Arzneimittel.

Mit Übernahme von Arkopharma stärkt Dermapharm das Auslandsgeschäft

Jetzt schlägt Dermapharm in Frankreich zu und legt für Arkopharma rund 450 Millionen Euro auf den Tisch. Verkäufer ist die Private Equity Gesellschaft Montagu. Arkopharma wurde 1980 gegründet und ist Marktführer für Nahrungsergänzungsmittel und frei verkäufliche pflanzliche Arzneimittel.

Durch Zukauf des Marktführers in Frankreich plant Dermapharm gleichzeitig die Marktpräsenz in Spanien und Italien zu stärken und sich außerdem Zugang zu Märkten wie Portugal, Belgien und den Niederlanden zu verschaffen. Zudem sollen Synergien zwischen den beiden Gesellschaften gehoben werden.

Gewinnmarge niedriger als bei Dermapharm selbst

Im laufenden Jahr will Arkopharma etwa 200 Millionen Euro Umsatz erzielen. Das entspricht einem Umsatzplus von 4,7% zum Vorjahr. Der operative Gewinn (EBITDA) lag laut Medienberichten zuletzt bei rund 45 Millionen Euro. Mit einer EBITDA-Marge (Anm.: EBITDA in Relation zum Umsatz) von 22,5% ist Arkopharma aber weniger rentabel als Dermapharm. Die Bayern kamen im letzten Jahr auf eine EBITDA-Rendite von 37%.

Dermapharm knackt Milliarden-Marke

In diesem Jahr wird Dermapharm voraussichtlich, auch ohne Übernahme, die Milliardenmarke beim Umsatz knacken. Der Arzneimittelhersteller peilt ein Umsatzplus von 13% auf 1,06 Milliarden Euro an. Mit Arkopharma dürfte der Umsatz entsprechend bei 1,36 Millionen Euro liegen.

Die Dermapharm-Aktie zeigte sich von der Großübernahme zunächst unbeeindruckt und konnte sich seit dem schwachen Markttrend in 2022 nicht entziehen. Seit dem Jahreswechsel liegen die Dermapharm-Papiere rund 36% in der Verlustzone, womit der aktuelle Börsenwert bei rund 3 Milliarden Euro liegt.