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Adidas-Chef Rorsted nimmt seinen Hut

Adidas-Chef Rorsted nimmt seinen Hut
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Gestern erst hatte ich Ihnen über den bevorstehenden Führungswechsel bei Fresenius berichtet. Doch das war nicht der einzige. In dieser Woche kündigte auch der Sportartikelhersteller Adidas einen Wechsel an der Firmenspitze an.

Die Ausgangslage ist ähnlich wie bei Fresenius. Die Aktie wurde in den vergangenen Monaten mächtig verprügelt und hat sich innerhalb eines Jahres halbiert. Zuletzt fiel die Adidas-Aktie sogar wieder unter ihr Corona-Tief zurück. Turnaround-Spezialisten können sich den DAX-Titel durchaus einmal anschauen.

Adidas-Chef Rorsted geht

Schon im Juni hatte ich Sie an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dass sich bei Adidas möglicherweise eine Turnaround-Spekulation lohnen könnte. Bislang ist sie noch nicht aufgegangen. Zuletzt geriet der Aktienkurs wieder unter Druck. Auch von der Nachricht des anstehenden Führungswechsels konnte die Notierung – anders als die von Fresenius – nicht profitieren.

Am Montag kündigte Adidas an, dass Vorstandschef Kasper Rorsted das Unternehmen im kommenden Jahr verlassen wird. Während bei Fresenius der Nachfolger aber schon feststeht, muss Adidas diesen erst noch suchen. Bis er gefunden ist, wird Rorsted sein Amt, das er seit 2016 innehat, weiterführen.

Jahresprognose mehrfach gesenkt

Wie Fresenius musste auch Adidas seine Prognose für das laufende Jahr mehrfach senken. Neben dem anhaltenden Inflationsdruck, ungünstigen Währungsentwicklungen und Lieferengpässen sind vor allem die Lockdowns in China ein Belastungsfaktor für Adidas. Für den chinesischen Markt rechnet das Management im laufenden Jahr inzwischen mit einem prozentual zweistelligen Umsatzrückgang.

Insgesamt peilt Adidas für 2022 nur noch ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 10% an. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll mit rund 1,3 Mrd. Euro deutlich unter der noch im Mai anvisierten Prognosespanne von 1,8 bis 1,9 Mrd. Euro liegen.

China bleibt vorerst ein entscheidender Belastungsfaktor. Rückenwind erhofft sich Adidas dagegen von der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im Winter. Daneben soll die Einführung neuer Produkte sowie eine erwartete Aufstockung der Lager im Großhandel in der zweiten Jahreshälfte zu einer leichten Beschleunigung des Wachstums führen.

Adidas-Aktie fällt unter das Corona-Tief zurück

Im Augenblick läuft es für den Konzern aus Herzogenaurach alles andere als rund. Zu den anhaltenden Problemen in China und den Lieferengpässen gesellt sich jetzt auch noch die Unsicherheit, wer künftig auf dem Chefsessel sitzt. Das lässt sich in der Kursentwicklung ablesen. Aktuell notiert die Aktie sogar unter ihrem Tief, das sie während der Corona-Krise bei 162 Euro erreicht hatte. In dieser Region pendelte der Kurs zuletzt hin und her.

Wichtig ist, dass diese zentrale Unterstützungszone zwischen 150 und 160 Euro nicht nachhaltig durchbrochen wird. Gelingt dies, könnte von hier aus eine mittelfristige Erholung starten. Auch hier gilt jedoch: Wer auf einen Turnaround spekulieren möchte, sollte gute Nerven und einen langen Atem mitbringen.