+++ Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Stetiger Wandel in allen Bereichen der Versicherungen

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitet sein in einer Welt des stetigen Wandels – das ist seit jeher die Basis der Versicherungsbranche.

Wie wichtig dieses Credo derzeit ist, zeigt sich bei einem Blick in die Schlagzeilen: Unsere Welt verändert sich derzeit rasanter und schneller als jemals zuvor. Der demografische Wandel, neue technologische Trends, die zunehmende Digitalisierung, der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz in allen Lebensbereichen, aber auch die Entwicklung von Unternehmen und Wettbewerbern – all das wird sich in den kommenden Jahren auf Versicherer und ihre Arbeitsprozesse auswirken.

Zurich konnte durch die Digitalisierung Mitarbeitern problemlos mobiles Arbeiten gewähren. Aber auch die digitale Kommunikation mit Kunden verbessert sich stetig. Schadensmeldungen können per Video aufgenommen oder neue Verträge elektronisch unterschrieben werden. Der Wandel findet bereits im Versicherungsalltag statt. Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) sind seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie noch schneller auf dem Vormarsch. Durch soziale Probleme, das branchenspezifische und makroökonomische Umfeld, Umweltbedrohungen sowie politische und regulatorische Entwicklungen stehen Versicherer vermehrt unter Zugzwang.

Bei Investitionsentscheidungen wird dem Umweltschutz eine immer höhere Bedeutung zugesprochen. Inwiefern sich die Margen entwickeln, die durch die Greenflation sicherlich belastet werden, bleibt abzuwarten.

Allianz-Aktie von Rechtsstreitigkeiten überschattet

Die Allianz musste im zurückliegenden Jahr Rückstellungen in Milliardenhöhe für laufende Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit den Structured Alpha Fonds bilden, über die wir erstmals in unserem Branchenbericht vom August 2021 berichteten. Die Fonds hatten während der Corona-Krise erhebliche Verluste eingefahren. Die Kläger werfen der Allianz vor, die eigenen Anlagerichtlinien nicht eingehalten sowie nicht angemessen auf die Marktentwicklung reagiert zu haben. Nachdem sowohl die US-Wertpapieraufsichtsbehörde als auch das US-Justizministerium Untersuchungen einleiteten, räumte der Allianz-Vorstand ein, dass die Rechtsangelegenheit erhebliche Auswirkungen auf die künftigen Finanzergebnisse haben könnte. 2021 machten Rückstellungen in Höhe von 3,7 Mrd. € der Allianz einen Strich durch die Gewinn- und Verlustrechnung. Diese spiegeln die erwarteten Rechtskosten für die anstehenden Vergleiche mit einigen Investoren wider.

Laut Allianz bilden die Vergleichsabschlüsse einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Beendigung aller Verfahren. Hier lässt sich bereits rauslesen, warum das Marktsentiment für den Anteilsschein von einer bleibenden Unsicherheit geprägt ist. Denn die Gespräche mit weiteren Klägern, dem US-Justizministerium sowie der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC dauern weiter an. Der Zeitpunkt sowie die Ausgestaltung einer koordinierten Lösung dieser Verfahren sei derzeit noch nicht abschätzbar. Vor diesem Hintergrund können die finanziellen Auswirkungen noch nicht zuverlässig beurteilt werden. Die Rechtsangelegenheit dürfte die Ertragslage somit weiter belasten.